Phonoverstärker

ASR Mini Basis Exclusive HV im Test

3.3.2022 von Marius Dittert

Der Philips 276B1JH macht es so einfach wie möglich, Endgeräte mit dem 27-Zöller zu verbinden. Dafür sorgt eine Armada an Schnittstellen.

ca. 2:20 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
ASR Mini Basis Exclusive HV
Der ASR Mini Basis Exclusive HV liebt ganz besonders hochwertige MC-Systeme.
© Josef Bleier

Pro

  • kaum Klirr
  • Topverarbeitung
  • höchste Anpassungsfähigkeit

Contra

Fazit

Das stereoplay-Gesamturteil: 88 Punkte; Preis/Leistung: überragend

Betrachtet man das aktuelle Vinyl-Revival, dürfte nicht nur der Autor überrascht sein, was sich so auf dem Analogmarkt tummelt. Bei aller Freude muss bemerkt werden, dass nicht alles Gold ist, was derzeit auf den Vinyl-Zug aufspringt. Große Namen aus der Vergangenheit helfen da leider auch nicht immer weiter. ASR Audiosysteme sind ein Name in der Szene.

Die kleine hessische Firma, von der unser handgefertigtes Testmuster stammt, hat in ihrer nunmehr 40-jährigen Geschichte vielen HiFi-Trends und -Moden erfolgreich widerstanden (bis auf ein paar „Lautsprechersünden“, die inzwischen vergessen sind). Stattdessen hat sich Inhaber und Chefentwickler Friedrich Schäfer von Anfang an auf den Bau hochwertiger Verstärker konzentriert. Und was das Analogthema angeht – mit diesem ging es bei ASR zu Beginn der 80er-Jahre sogar los!

Schon 1982, noch vor der Markteinführung der weltberühmten Emitter-Amps, präsentierten die Hessen, die so gerne bei ihren Leisten bleiben, ihr erstes Phonogerät. Es hieß schlicht Basis. Hinter der neuesten Version des „kleinen“ ASR-Phonovorverstärkers – in der hier vorgestellten besten Ausbauvariante nennt er sich jetzt Mini Basis Exclusive HV – liegen sage und schreibe vier Jahrzehnte an Updates und Upgrades. Kontinuierliche Entwicklungsarbeit jenseits aller Modeströmungen, kann man sagen.

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Bei ASR werden Bauteile wie etwa ICs in bewährter Durchstecktechnik montiert. Das ist viel servicefreundlicher als SMD-Bestückung.
© Josef Bleier

Hochpotente Stromversorgung

Geblieben ist bei ASR über all die Jahre ein Grundgedanke: Dass die Wiedergabe der winzigen Signale von Tonabnehmern ein äußerst heikles Unterfangen ist. Da darf bei der Stromversorgung nicht gespart werden. No way. Störungen aus der Versorgung sind deshalb soweit wie möglich zu eliminieren. Das bedeutet für die Mini Basis: kein Ringkern-Trafo, sondern ein richtig teurer 80-Voltampere-Philbert-Mantelschnitt-Transformator in Kombination mit diskret aufgebauten Gleichrichtern und einer „CLC“-Sieb-Anordnung, die Wechselspannungsreste sehr effektiv ausmerzt.

Platziert wird dieses hochpotente Stromversorgungspaket in ein ASR-typisches Gehäuse aus resonanzarmen und transparenten Acrylglasplatten. Im Falle der Topausführung Mini Basis zusammen mit extrem schnellen und sehr rauscharmen Messverstärker-ICs sowie maßangefertigten 40-Volt-Elkos und äußerst verlustarmen Schottky-Dioden.

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Die Mini Basis bietet MM- und MC-Systemen Anschluss. Verstärkung sowie Eingangsimpedanz und auch -kapazität lassen sich via „Mäuseklavieren“ anpassen.
© Josef Bleier

Die perfekte Balance

HiFi-Journalisten sind gut beraten, mit Superlativen behutsam umzugehen. Sie nutzen sich schnell ab. Im Fall der ASR-Phonostufe kann der Autor aber nicht anders: Sie tönte traumhaft musikalisch – insbesondere im Zusammenspiel mit einem hochwertigen MC-Tonabnehmer wie dem Shelter 301.

Die nur sehr schwer herzustellende und fein austarierte Balance zwischen großer Durchhörbarkeit einerseits und nie nerviger Attitüde andererseits traf die Mini Basis Exclusive HV schlafwandlerisch sicher. Ausdrucksstark, dabei aber immer sanft, energetisch, dabei aber nie vordergründig – so stand es ein ums andere Mal im Aufschrieb des Testredakteurs.

Exemplarisches Beispiel: „Crosseyed and Painless“ von den Talking Heads. David Byrnes eigenwilliger Gesang, die sich polyrhythmisch überlagernden Stimmen aus flirrender Percussion, kreisenden und bisweilen auch kreischenden Gitarren verschmolzen mit den vorwärts treibenden Bässen zu einer total packenden Melange aus Power und Emotion und Atmosphäre. Fundiert mittels eines satten, aber nicht gleich dicken Bassfundaments. Mini Basis – welch großartige Basis für Emotionen rund um das Thema Vinyl.

Fazit

Die teuerste Ausbaustufe des „kleinen“ ASR-Phonovorverstärkers verführt mit einem derart stimmigen, und tendenziell leicht gnädigen Klang, der eigentlich nur im Vergleich mit deutlich teureren Geräten noch Wünsche offenlässt. Sie gibt Musik nicht wieder, sie spielt Musik. Dazu kommt eine Topverarbeitung, höchste Anpassungsfähigkeit für MM- und MC-Tonabnehmer aller Art und die schöne Gewissheit, dass der Hersteller seinen Produkten lieber eine extrem lange Lebenszeit angedeihen lässt, als irgendwelchen Modethemen hinterherzulaufen. Dicke Kaufempfehlung!

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