Magnetostat-Kopfhörer

Audeze LCD 4 im Test

1.1.1970 von Claus Dick

Die US-Kopfhörer-Cracks von Audeze schicken ihren neuen Topstar auf die Bühne: Der LCD-4 soll Musikfans als Magnetostat mit einer exzellenten Performance beglücken. Wir hatten bereits das Vergnügen.

ca. 1:45 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Audeze LCD 4 Box
Die robuste Kunststoffbox schützt den edlen Magnetostaten vor allerlei unerwünschten äußeren Einflüssen.
© Audeze

Pro

  • äußerst musikalisch und fein aufgelöst spielender Magnetostat der Extraklasse

Contra

  • Kreuzschlitzschrauben auf der Innenseite passen nicht ganz ins dennoch sehr noble Gesamtbild

Fazit

Audio-Klangurteil: 98 Punkte; Preis/Leistung: High-Endig

Kleinere Modelle der US-Amerikaner von Audeze um CEO Sankar Thiagasamudram belegen bereits hohe Ränge in der AUDIO-Bestenliste. Was Machart und Haptik des LCD- 4 angeht, punktet das neue Flaggschiff sofort: Schmuseweiches Ohrpolsterleder sorgt für komfortablen Sitz, ebenso wie ein Kopfband aus Kohlefaser und Leder. Und die Muschelkorpusse aus dunkel loderndem Makassar-Ebenholz beeindrucken.

Gegenüber dem LCD-3 hat Audeze einiges neu gestaltet und aufwendig produziert: Bis zur Fertigstellung eines Exemplars dauert es zwei Wochen. Die Impedanz liegt bei gemessenen 210 Ohm, die Folienmembran des offenen, ohrumschließenden Topmodells spannt sich ultradünn, massearm im Nanobereich innerhalb eines Schallwandler-Durchmessers von üppigen 106 Millimetern. Die Magnetanordnung im "Doppel-Fluxor"- Prinzip ermöglicht eine extrem hohe magnetische Flussdichte von 1,5 Tesla. Das soll superschnellen Antrieb, hohe Auflösung und feinste musikalische Detailarbeit erlauben. Dem LCD-4 liegt feines, hauseigenes "Blue Premium"-Kupferkabel bei, das solo schon weit über 400 Euro kostet - wahlweise mit einem Klinkenende oder einem XLR-Anschluss.

Sitzt gut und klingt fein

Die auf dem Papier schwerwiegenden 690 Gramm Lebendgewicht des LCD-4 empfindet man in der Praxis gar nicht so: Der Audeze sitzt zwar nicht gerade federleicht, aber dennoch recht angenehm und langzeittauglich auf dem Haupt.

Audeze LCD 4
LCD-4-Käufer können zwischen einem jeweils steckbaren XLR- oder unsymmetrischen „Blue Premium“-Kupferkabel wählen.
© Audeze

Und das ist auch gut so, denn wie sich im Hörtest schnell herausstellte, will man den edlen Kopfschmuck nicht so schnell wieder absetzen. Die Neo-Chansonette Zaz begeisterte mit einer unerhört farbechten, druckvollen Vorstellung - ihre leicht rauchige Stimme beglückte mit schönem Timbre. Popmusik inszenierte der LCD-4 druckvoll, wenn nötig mit gehörigem Tiefgang. Dabei behielt er stets den Überblick über das Musikgeschehen. Pianoakkorde und Celloweisen versah er mit feinen Anschlagakzenten sowie tollem Anstrich und Körper. Sein Raumempfinden harmonierte prima mit jeglicher Musik, das letzte Quentchen Ausleuchtung opferte er zuweilen jedoch lieber dem sehr harmonischen Gesamt-Klangbild.

Zur Höchstform lief der LCD-4 dann mit top-audiophilen Aufnahmen wie dem Stockfisch-Label-Sampler "DMMCD/ SACD Vol.2" auf. Sara K. oder Carrie Newcomer versprühten fein nuancierte Stimmphrasierungen glaubhaft, Feindynamik und Auflösung gerieten zum Ohrenschmaus. Bravo.

Fazit

Der oberste Bereich der AUDIOBestenliste in der Kategorie Kopfhörer wächst langsam, aber stetig, auch dank immer mehr edler Magnetostaten. Mit dem neuen Flaggschiff LCD-4 der US-Spezialisten Audeze erklimmt ein hübsch sonor und herrlich selbstverständlich, genreübergreifend aufspielendes Exemplar die oberen Gefilde, als ob es von der Muse geküsst worden wäre. Für den noblen, rund 4800 Euro teuren Musikus ist das Wort "Kopfhörer" fast schon zu banal.

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