Smart Display mit Google Assistant

Nest Hub im Test: Das erste smarte Display von Google

Mit dem Nest Hub bringt Google sein erstes smartes Display in Deutschland auf den Markt. Connect konnte es bereits testen. Hier unsere Eindrücke und alle Details zu Preis, Ausstattung und Bedienung.

google nest hub test

© Google

Der Google Nest Hub ist ab sofort zum Preis von 129 Euro im Handel erhältlich.

Pro

  • sehr kompakt
  • ansprechendes Design, frei im Raum platzierbar
  • leuchtstarkes Display
  • sensible Mikrofone
  • sinnvolle Ergänzung von Googles Smart-Home-Plattform
  • attraktiver Preis

Contra

  • Kamera für Videochats fehlt
  • breiter Rahmen ums Display nicht zeitgemäß
  • dünner Sound

Preis und Verfügbarkeit 

Der Nest Hub ist ab sofort im Shop von Google​ und in Elektronikfachgeschäften für 129 Euro erhältlich. Bei Saturn gibt es zum Verkaufsstart eine besondere Aktion: Wer bis zum 02.06.2019, 23.59 Uhr, Googles smartes Display zusammen mit einem Google Home Mini​ (Preis ca. 35 Euro) kauft, zahlt nur 149 Euro.

Lieferumfang

In der Verpackung des Google Nest Hub findet man neben dem Gerät nur das Netzkabel, das mit 1,50 Meter recht kurz ausfällt. Es handelt sich nicht um USB-C, sondern um einen proprietären Hohlstecker - man kann das Kabel also nicht einfach austauschen.

Design und Abmessungen 

Das smarte Display ist nur 18 x 12 x 7 Zentimeter groß und wiegt 480 Gramm. Es findet auch auf einem schmalen Regal noch Platz und ist kompakter als etwa das Lenovo Smart Display (8 Zoll). Die Frontseite des Google Nest Hub ​wird vom 7 Zoll großen Panel dominiert, das von einem breiten Rahmen eingefasst wird. Besonders modern sieht der Nest Hub damit nicht aus – aber irgendwo muss der günstige Preis ja herkommen.

Die Designer haben beim Google Nest Hub das beste aus den beschränkten Mitteln herausgeholt: Das Stoff-Design, das durch alle Hardware-Produkte von Google zieht, sieht wertig aus. Wo Kunststoff zu sehen ist, ist die Oberfläche matt und fühlt sich nicht billig an.

Google Nest Hub Rückseite hinten

© Google

Auch ein Rücken kann entzücken: Google achtete beim Nest Hub auf eine ansprechende Rückseite.

Wichtig: Es wurde auf eine geschlossene und ansehnliche Rückseite geachtet, sodass man den Google Nest Hub auch frei im Raum platzieren kann. Auf der Rückseite gibt es eine dezente Lautstärkewippe und einen Schalter zum Ausschalten des Mikrofons. Da man diese physischen Tasten ohnehin nicht häufig benutzt (Die Lautstärke lässt sich auch per Sprache regulieren), ist diese Positionierung sinnvoll.

Die Verarbeitung ist solide und zeigt keine Auffälligkeiten. Wir hätten uns noch einen physischen Aus-Schalter gewünscht – wenn man in den Urlaub fährt, muss man den Stecker ziehen.

Einrichtung 

Die Google Home App auf dem Smartphone ist Pflicht bei der Einrichtung, nach dem Einschalten des Nest Hub wird man sofort darauf hingewiesen. Danach muss man nur die Schritte auf dem Smartphone-Display befolgen - fertig. Innerhalb von 5 Minuten nach dem Auspacken ist der Home Hub einsatzbereit.

Daraus folgt aber auch: Ohne Google-Konto und Smartphone ist eine Einrichtung nicht möglich. 

Display und Lichtsensor 

Die Auflösung von 1.024 x 6.00 Pixeln bietet auf 7 Zoll eine ausreichend scharfe Darstellung. Das LCD des Google Nest Hub ist angenehm blickwinkelstabil und hell genug für eine komfortable Ablesbarkeit auch bei Tageslicht. In einem Zimmer mit Sonneneinstrahlung wird es allerdings kritisch, dann fällt auch auf, dass die Anzeige vergleichsweise stark spiegelt.

Gut gefallen hat uns der Helligkeitssensor über dem Display, der die Hintergrundbeleuchtung gut abgestimmt runterdimmt, wenn es dunkler wird.

Google Nest Hub Sonnenlicht

© Google

Bei direktem Sonnenlicht ist das Display des Nest Hub nur noch schwer lesbar - auch wenn Google das auf seinem Pressebild anders darstellt.

Mikrofon und Sound 

Die zwei im Rahmen eingelassenen Mikrofone sind sehr empfindlich und vergleichbar mit dem Google Home. Im Test wurden wir auch in fünf Meter Abstand noch sehr gut erkannt, ohne die Stimme heben zu müssen. Gut umgesetzt ist auch „Voice Match“, mit dem der Google Nest Hub mehrere Personen erkennen und maßgeschneiderte Services anbieten kann.

Der Sound über die rückseitig abstrahlenden Lautsprecher ist dagegen nur durchschnittlich (es fehlt an Bass/Tiefen), hier sollte man nicht zu viel erwarten. Für ein Youtube-Flimchen oder ein Hörspiel ist das in Ordnung, zum ernsthaften Musikhören taugt das Nest Hub allerdings nicht. In Anbetracht des kleinen Resonanzkörpers ist das aber auch keine Überraschung.

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Interface und Dienste 

Die Oberfläche des Nest Hub ist an den Google Assistant angelehnt. Per Wischer auf dem Touchscreen oder per Sprachbefehl lassen sich Karten mit unterschiedlichen Inhalten einblenden. Es gibt auch ein spezielles Dashboard mit allen Infos zu den Geräten im Smart Home auf einen Blick. Wir finden, dass das Interface gut umgesetzt ist.  

Die Vermittlung visueller Informationen ist die große Stärke des Nest Hub, die auch in anderen Bereichen zum Tragen kommt. Etwa, wenn man Google nach Rezepten für einen Kartoffelauflauf fragt und dann mit dem Finger zwischen verschiedenen Einträgen wären kann. Oder wenn man kurz einen YouTube-Clip oder die Tagesschau in 100 Sekunden anschauen will.

Google Nest Hub Kueche

© Google

Gerade die Küche dürfte eine der häufigsten Einsatzmöglichkeiten für Googles Nest Hub sein.

Der Nest Hub bietet sich auch as digitaler Bilderrahmen an, dabei werden Fotos aus Googles Fotos-App eingeblendet. Dabei kann man gut filtern, welche Fotos eingeblendet werden sollen. Ein Algorithmus verhindert außerdem effektiv, dass verwackelte oder wenig gelungene Fotos eingeblendet werden.

Die Möglichkeiten sind vielfältig und wir wollen an dieser Stelle gar nicht näher darauf eingehen - hier soll die Feststellung genügen, dass der Bildschirm die Möglichkeiten der Google-Home-Geräte sehr überzeugend erweitert. 

Google Nest Hub Bilderrahmen

© Google

Wer seine Fotos mit Google Fotos verwaltet, kann den Nest Hub als praktischen digitalen Bilderrahmen nutzen.

Was noch fehlt: Kooperationen mit weiteren Drittanbietern, die die Möglichkeiten des smarten Displays nutzen. Wir wünschen uns etwa eine Unterstützung für Skype, außerdem Video-Anbieter wie Netflix oder Amazon Video. Das dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein. Die Liste, die Google zum Verkaufsstart vorweisen kann, ist ja schon recht lang: ARD und ZDF, ProSieben und Maxdome, außerdem BR, SAT.1, kabel eins, sixx sowie Zattoo.

Fazit: Eine Kamera fehlt 

Googles Nest Hub ist eine überzeugende Erweiterung von Googles intelligenten Lautsprechern, der auch auf einem schmalen Regal Platz noch Platz findet. Der Klang kann allerdings nicht überzeugen, außerdem fehlt eine Kamera. Letzteres wiegt umso schwerer, weil sich ein smart Display im Wohnzimmer für Video-Chats geradezu aufdrängt und weil eine Kamera nicht nachrüstbar ist.

Der große Vorteil gegenüber Lenovos Smart Display besteht in den kompakten Abmessungen und dem günstigen Preis. Eine günstigere Steuerzentrale für das smarte Zuhause gibt es derzeit nicht.

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