Top-Kamera für 400 Euro

Google Pixel 3a und 3a XL im ersten Test

Im ersten Test überzeugen die neuen Pixel 3a von Google mit Funktionen, die man so in der Mittelklasse noch nicht gesehen hat. Vor allem die Kamera macht einen Unterschied. Der gute Eindruck wird durch die breiten Display-Ränder und den knappen Speicher aber getrübt.

Google Pixel 3a und 3a XL

© connect

Die beiden neuen Mittelklasse-Smartphones von Google sind ab sofort in Deutschland erhältlich. Los geht es bei 399 Euro für das Pixel 3a.

Pro

  • Kamera mit herausragender Fotoqualität und vielen Extra-Funktionen
  • 3 Jahre garantierter Software-Support
  • Gute Haptik trotz Polycarbonat-Gehäuse
  • Farbstarkes OLED
  • Stereo-Lausprecher mit Wumms
  • Schlankes System, optimal auf alle Google-Dienste abgestimmt

Contra

  • Altbackene Optik mit breiten Display-Rändern
  • Nur 64 GB Speicher, der nicht erweiterbar ist
  • Kamera ohne Spielraum bei der Brennweite

Fazit

Kein anderes Smartphone in dieser Preisklasse kann bei der Bildqualität mithalten, auch bei der Software ist Google einsame Spitze. Es gibt allerdings drei wichtige Bereiche, wo die Konkurrenz mehr bietet: Beim Speicher, bei der Brennweite (den Pixel 3a fehlt Ultra-Weitwinkel und 2fach Zoom) und beim Design der Vorderseite (den Pixel 3a fehlt ein die gesamte Front ausfüllendes Display).

Eigentlich hat Google schon früher mit der Nexus-Serie Ausflüge in die Mittelklasse unternommen, aber das waren andere Zeiten. Für die 2016 unter dem Namen „Pixel“ runderneuerte Smartphone-Serie ist der Preispunkt von 400 Euro eine Premiere. Das sind gute Nachrichten für die Endkunden, denn Google erfrischt die Mittelklasse mit Diensten und Funktionen, die man sonst nur von teureren Smartphones kennt.

Kamera wie ein Highend-Smartphone

An erster Stelle steht die Kamera. Google macht hier keine Kompromisse und baut den gleichen 12,2-Megapixel-Sensor ein, den man auch im Pixel 3 (zum Test) findet, den Sony IMX363. Das gesamte Kamerasystem wurde praktisch unverändert vom teuren Top-Modell übernommen, auch die optische Stabilisierung ist dabei. Das gilt ebenfalls für die speziellen Bildmodi (Nachtsicht, Porträtmodus mit anpassbarer Tiefenschärfe, Top Shot, Zeitraffer), die gleichauf mit so manchem Highender sind. Nicht zu vergessen: Man kann wie bei den großen Pixeln in RAW fotografieren und bekommt unbegrenzten Speicherplatz für Fotos und Videos in Google Fotos. 

Im Vergleich mit den Pixel 3 gibt es nur einen Unterschied: Den beiden 3a-Modellen fehlt der dezidierte Rechenkern für die Bildsignalverarbeitung, den Google selbst entwickelt hat, der „Pixel Visual Core“. Auch der Chipsatz ist schwächer: Statt eines Snapdragon 845 muss das Mittelklasse-SoC Snapdragon 670 reichen.

Screenshots von der Kameraoberfläche

© connect/Google

Screenshots von der Kameraoberfläche. Das Pixel 3a kommt mit allen Features, die man auch vom teureren Pixel 3 kennt, auch RAW ist dabei.

Eine der größten Herausforderungen für die Produktentwickler bei Google war es, die oben genannten Kamerafeatures ohne den Visual Core in einer guten Qualität umzusetzen. „Das war unser kleiner Everest“, erklärt Sherry Lin, eine Produktmanagerin für die Pixel-Serie, im Gespräch mit connect. Was sich jetzt schon sagen lässt: Sie und ihr Team haben die Herausforderung gemeistert. Die Fotoqualität ist verblüffend nahe dran am Pixel, bei normalen Lichtverhältnissen gibt es praktisch keinen Unterschied, selbst „Nachtsicht“ wird sehr gut gemeistert. Bei anspruchsvollen Lichtsituationen (Innenräume / Gegenlicht) wird ein Qualitätsverlust sichtbar, auch bei Porträtaufnahmen und beim Digitalzoom können die 3a nicht mit den Pixel 3 mithalten, die Differenzen sind aber gering.

Obwohl die Tests im Connect-Fotolabor noch ausstehen, ist jetzt schon absehbar, dass die Pixel 3a bei der Bildqualität ganz vorne in der Mittelklasse mitspielen werden – allerdings mit einer Einschränkung: Es gibt nur eine einzige Optik, also keine unterschiedlichen Brennweiten, man kann nur mit der Smartphone-typischen Weitwinkel-Optik fotografieren.

Ausstattung stark, es gibt aber Schwächen

Auch die Displays sind nicht von der Stange. Als einer von ganz wenigen Herstellern baut Google auch in der 400-Euro-Klasse OLEDs ein, die auf den ersten Blick einen sehr guten Eindruck hinterlassen und bei der Leuchtkraft den teuren Pixeln nicht nachstehen. Auffällig ist allerdings der breite Rahmen, der im Jahr 2019 auch in der Mittelklasse nicht mehr zeitgemäß ist. Damit machen die beiden Phones keinen modernen Eindruck, die Anziehungskraft leidet deutlich. Der gute Eindruck wird dadurch merklich getrübt – schade!

Ein weiterer Minuspunkt: Das Pixel 3a kostet 399 Euro, das Pixel 3a XL 479 Euro, beide mit nur 64 GB Speicher ohne Erweiterungsmöglichkeit. Das ist wenig, mittlerweile bekommt man bei Herstellern wie Samsung oder Huawei das doppelte, und noch einen Micro-SD-Einschub obendrauf.

Pixel 3a XL im Vergleich mit dem Huawei P30 Lite

© connect

Links das Huawei P30 Lite (379 Euro), rechts das Google Pixel 3a XL (479 Euro). Das Lite ist kompakter und hat trotzdem das größere Display, weil Huawei überall bis an den Rand baut. Google hat hier eine offene Flanke.

In Anbetracht der altbackenen Vorderseite geht leider unter, dass das Gehäuse ansonsten eine Meisterleistung ist. Denn das Design mit der zweigeteilten Rückseite ist 1:1 vom Pixel 3 übernommen, obwohl das Material ein anderes ist: Statt Glas muss Polycarbonat reichen, allerdings in einer so hochwertigen Ausführung, dass man den Unterschied kaum spürt. Die Haptik ist trotz Kunststoff sehr wertig, die Verarbeitung spitzenklasse. Mit ihrem Gewicht von 147 Gramm beziehungsweise 167 Gramm und dem gerundeten Rahmen liegen beide Phones sehr angenehm in der Hand. 

Zu den weiteren Besonderheiten gehören:

  • Stereo-Lautsprecher, mit denen das Pixel 3a XL einen besseren Sound hinbekommt als das 1000-Euro-Smartphone Huawei P30 Pro
  • Schnelles Laden, ein 18 Watt-Netzteil gehört zum Lieferumfang
  • Hochwertige In-Ear-Kopfhörer mit gutem Klang sind ebenfalls dabei
  • Dual-SIM (Nano-SIM+eSIM)
Pixel 3 XL und Pixel 3a XL im Vergleich

© connect

Links das Pixel 3 mit Glasrückseite, rechts das Pixel 3a mit Polycarbonatrücken, also Kunststoff. Ein Unterschied ist zwar vorhanden, er ist aber nicht sehr ausgeprägt.

Hier alle technischen Daten im Überblick: 

  • Gehäuse: 151 x 70 x 8 mm, 147 Gramm (Pixel 3a) / 160 x 76 x 8 mm, 167 Gramm (Pixel 3a XL) 
  • Display: 5,6 Zoll, 2220 x 1080 Pixel, Seitenverhältnis 18,5:9 (Pixel 3a) / 6 Zoll, 2160 x 1080 Pixel, Seitenverhältnis 18:9 (Pixel 3a XL) 
  •  Akku: 3000 mAh (Pixel 3a) / 3700 mAh (Pixel 3a XL) 
  •  Speicher und Chipsatz: 64 GB, 4 GB RAM, Snapdragon 670
  • Hauptkamera: 12,2 Megapixel (Sony IMX363), OIS, f1.8
  • Frontkamera: 8 Megapixel, f2.0, fester Fokus 
  • Lieferumfang: 18-Watt-Netzteil, klangstarke In-Ear-Kopfhörer

Fazit: Einzigartige Mittelklasse-Phones

Das schlanke, perfekt auf alle Google-Dienste (Lens, Assistant, etc.) abgestimmte Android-System mit einer Garantie auf zwei neue Android-Versionen (Android 10 und 11) ist ebenfalls eine Besonderheit. Kein anderes Smartphone in dieser Preisklasse kann da mithalten (auch die Nokias nicht), bei der Kamera ist Google ebenfalls Spitzenklasse. Es gibt allerdings drei wichtige Bereiche, in denen die Konkurrenz mehr bietet: Beim Speicher, bei der Brennweite (den Pixel 3a fehlt Ultra-Weitwinkel und 2fach Zoom) und beim Design der Frontseite (den Pixel 3a fehlt ein die gesamte Frontseite ausfüllendes Display). Licht und Schatten liegen also dicht beeinander, was davon überwiegt, wird der Volltest in der connect zeigen.

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