Testbericht

HTC Desire X im Test

13.12.2012 von Bernd Theiss

Das HTC Desire X fordert im Test trotz günstigem Preis nur wenige Kompromisse.

ca. 2:50 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
  1. HTC Desire X im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
HTC Desire X - Gerät
HTC Desire X - Gerät
© HTC
EUR 35,89
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Pro

  • handliches Format
  • Akku wechselbar
  • erweiterbarer Speicher

Contra

  • abgespeckte Ausstattung
  • kleiner Speicher

Nicht jeder hat unbegrenzte Ressourcen oder will für ein neues Smartphone auf Urlaub, Auto oder Restaurantbesuche verzichten. Gottlob gibt es Hersteller, die versuchen, möglichst viel der Oberklasse-Mobiltelefontechnik auch in preiswerten Geräten zu realisieren, wie es das HTC Desire X für 299 Euro unverbindliche Preisempfehlung demonstriert.

Display: 4-Zoll-Anzeige

Zu diesem Preis muss der Hersteller beim Display, das einen der Hauptkostenfaktoren darstellt, natürlich zurückstecken. Beim Desire X macht sich das in Größe und Auflösung bemerkbar: Die Anzeige kommt auf 800 x 480 Pixel bei 4 Zoll Diagonale - vor zwei Jahren wäre das noch außerordentlich gewesen, bei der heutigen Touchscreen-Gigantomanie geht das Desire X als handlich durch.

Die Qualität der Anzeige ist jedenfalls tadellos, auch bei Sonne und unter großen Blickwinkeln ist der Screen gut ablesbar. Für die meisten Anwendungen ist das von HTC gewählte Bildschirmformat großzügig bemessen und ermöglicht zugleich ein im Vergleich zur aktuellen Smartphone-Elite äußerst kompaktes Gehäuse, nur das iPhone 5 ist vergleichbar griffgerecht.

Gehäuse und Verarbeitung: Schlanke Erscheinung

Zu den bescheidenen Abmessungen kommt eine vergleichsweise handschmeichlerische und taschenfreudliche Form, die Oberfläche des Gehäuses ist angenehm gummiert. Natürlich strahlt das Finish nicht die Wertigkeit eines Unibody-Gehäuses aus Metall oder Polycarbonat aus; auch hier fordert der Preis seinen Tribut.

Auf Kosten von Performance und Funktionalität geht das aber nicht, im Gegenteil: Durch die Wahl einer Kunststoffschale für das Gehäuse konnte HTC sogar einen wechselbaren Akku verbauen - heute ein seltener Luxus.

HTC Desire X - Gerät
Optisch steht das Desire X den teureren HTC-Modellen in nichts nach.
© HTC

Labormessungen: Gute Ausdauer

Der Akku bietet gemessene 1670 mAh Kapazität und ist für fünf Stunden Ausdauer im typischen Smartphone-Betrieb gut - angesichts des Preises eine überdurchschnittliche Leistung. Noch besser sind die Gesprächszeiten von knapp neun bis gut zwölf Stunden im GSM-Netz und immer noch beeindruckenden fünf Stunden im UMTS-Modus.

Dabei spricht der gute Klang für lange Telefonate mit dem neuen Desire. Nur die Empfangsverhältnisse sollten am Aufenthaltsort gut sein, funktechnisch ist das Desire X besonders bei UMTS eher schwach.

Ausstattung: Solide Basis

Knapp bemessen ist der Datenspeicher mit nominell 4 GB, von denen nur gut 1 GB zur freien Verfügung steht. Doch dafür lässt sich Speichermangel über eine optionale Micro-SD-Karte sehr flexibel beheben. Dem Dual-Core-Prozessor mit 1 Gigahertz Takt von Qualcomm stehen 768 MB Arbeitsspeicher zur Seite.

Für flüssiges Arbeiten mit Android 4.04 reicht das allemal, auch die Geschwindigkeit von HSPA-Datentransfers mit 7,2 Mbit/s im Down- und 5,76 Mbit/s im Upload ist für ein Smartphone mehr als angemessen. Fehlt nur noch das Update auf Jelly Bean, das es bis Testende nicht gab.

Bedienung: HTC Sense 4.1 im Einsatz

Typisch für HTC ist natürlich die Oberfläche Sense 4.1. Die kommt hier, vermutlich um Speicherplatz zu sparen, mit nur einer vorkonfigurierten Szene aus. Wer seine eigene Benutzeroberfläche gestaltet hat, kann diese aber auch als alternative Szene abspeichern, um etwa mit zwei angepassten User Interfaces für Büro und Freizeit jederzeit die optimale Umgebung zur Verfügung zu haben.

HTC Desire X - Screen
Über "Personalisieren" lässt sich die Nutzeroberfläche an die eigenen Bedürfnisse anpassen, gegebenenfalls auch an je nach Tageszeit wechselnde.
© HTC

Multimedia-Ausstattung: Beats Audio

Auch die von teureren Modellen bekannte, stark bassbetonende Klanganpassung von Beats Audio hat das Desire X eingebaut. Überhaupt nicht selbstverständlich ist, dass die in unserem Testgerät eingesetzte 5-Megapixel-Fotokamera unter guten Lichtbedingungen auch gute Bilder schoss und die mit den teureren HTC-One-Modellen eingeführte Serienbildfunktion beherrscht. Im Dunkeln nahm die Qualität verständlicherweise sehr deutlich ab. Für regelmäßige Skype-Nutzer schade ist der Verzicht auf eine Frontkamera für die Videotelefonie.

Fazit: Gutes Angebot

Wer nicht gerade Powersurfer ist, die Videotelefonie zur Pflege der Fernbeziehung braucht oder auf dem Prestige-Gewinn eines High-End-Smartphones besteht, der bekommt mit dem HTC Desire X ein gutes Angebot, dessen günstiger Preis im Alltag kaum Kompromisse fordert.

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