Smartphone

Huawei Mate 20 RS Porsche Design im Test

Die Zusammenarbeit von Huawei und Porsche Design geht in die nächste Runde. Diesmal haben die Produktdesigner das Mate 20 Pro veredelt. Das Ergebnis kann sich im Test sehen lassen.

Huawei Mate 20 RS Porsche Design im Test

© Huawei

Mit den Lederseiten liegt das Phone sicher in der Hand, die Haptik ist hochwertig. Gut gelungen ist den Designern auch die Kameraeinheit, die nicht heraussteht.

Pro

  • USB-C-auf-USB-C-Kabel
  • einen zweiten Netzstecker Typ G
  • Leder-Flip-Cover
  • exzellente Ausdauer
  • hervorragende Kamera

Contra

  • Kopfhörer

Fazit

connect Testurteil: sehr gut (431 von 500 Punkten)

Technisch unterscheidet sich die Porsche-Variante in zwei Punkten vom Mate 20 Pro: Der Arbeitsspeicher wächst von 6 auf 8 GB, der interne Speicher von 128 auf 256 GB. Während der Zuwachs an RAM für den Alltag keine Rolle spielt, ist die Speicherverdoppelung ein echter Zugewinn für alle, die ihre digitalen Daten lieber lokal bei sich haben und eine Cloud möglichst vermeiden wollen. 

Sie können sogar noch weiter aufrüsten, denn der zweite Steckplatz auf dem SIM-Schlitten fasst entweder eine zweite Nano-SIM oder eine sogenannte Nano Memory Card, mit der Huawei versucht, einen neuen, besonders kompakten Speicherstandard zu etablieren. Eine 128-GB-Karte kostet bei Amazon momentan 40 Euro.

iPhone XS Max ist teurer

Mit ihr wird das Porsche-Phone zu einem Speicherriesen, zu dem es kaum Alternativen gibt. Getoppt wird es nur vom iPhone XS, das mit bis zu 512 GB zu haben ist. Die größte Ausführung als XS Max ist mit 1649 Euro übrigens teurer als das Mate 20 Pro RS für 1595 Euro – zumindest, wenn man Letzteres bei Porsche kauft, Huawei verlangt aktuell 100 Euro mehr. 

Der Begriff „Luxus“ führt also in die Irre: Das Porsche-Modell ist ein hochpreisiges High-End-Phone – nicht weniger, aber eben auch nicht mehr. 

Lesetipp: Huawei Mate 20 und Mate 20 Pro im Test

Das Design ist der Mehrwert

Die Porsche-Version ist grob gerechnet etwa 600 Euro teurer als das normale Mate 20 Pro. Für den Aufpreis bekommt man nicht nur mehr Speicher, sondern auch die imposantere Verpackung samt einiger praktischer Extras: ein USB-C-auf-USB-C-Kabel und einen zweiten Netzstecker Typ G, passend für die Steckdosen in Großbritannien, Irland, Malaysia und anderen Staaten. 

Dank einem Ladestrom von rekordverdächtigen 40 Watt steht der Smartphone-Akku schon nach einer halben Stunde bei 70 Prozent. Das Highlight ist aber das Leder-Flip-Cover, das auf der Vorderseite ein transparentes Fenster bietet, sodass man die wichtigsten Informationen im Blick hat, ohne das Cover aufzuklappen. 

Die Kopfhörer enttäuschen dagegen: Es handelt sich um die gleichen Stöpsel, die auch dem Pro beiliegen, nur in Schwarz. Das entscheidende Kaufargument ist aber die Gestaltung des Smartphones, die Porsche Design sehr überzeugend weiterentwickelt hat – ein Unterfangen, das nicht bei jeder Smartphone-Sonderedition gelingt. 

Huawei Mate 20 RS Porsche Design im Test: Screens

© Huawei / Screenshot & Montage: connect

In der Software hat Porsche Design nur rudimentäre Spuren hinterlassen. Es gibt einen Homescreen (links) mit angepassten Icons und ein Digitaluhr-Widget mit eckigen Zahlen. Das Einstellungsmenü (rechts) mit hellem Hintergrund will nicht so recht dazu passen.

Zusätzlich zum üblichen Mix aus Glas und Metall setzen die Designer auf einen dritten Werkstoff: Auf der Rückseite flankieren zwei Streifen aus Leder ein Glasband, das sich längs über die Rückseite zieht und die Kameraeinheit umfasst. Die weichen, laut Porsche handgefertigten Lederapplikationen fühlen sich gut an und sind zudem viel griffiger und rutschfester als Glas. 

Hinzu kommt, dass die mächtige Kamera nicht mehr übersteht, sondern glatt in die Rückseite integriert ist. Das Smartphone wirkt so geschlossener und symmetrischer, das Leder ist zudem ein Hingucker. 

Dass sich die Verarbeitung auf höchstem Niveau bewegt, ist selbstverständlich. Das Mate 20 RS ist wasserfest nach dem IP68-Standard, zu sehr sollte man diese Tatsache allerdings nicht ausreizen, da Leder empfindlich auf Wasser reagiert.

Technisch ganz vorne 

Abgesehen vom Speicher unterscheidet sich das technische Innenleben nur in Nuancen vom Pro. Die um eine ganze Sensorphalanx erweiterte Frontkamera erlaubt auch hier eine Gesichtsentsperrung auf dem Niveau von Apples Face ID. Das auf 6,4 Zoll gestreckte und zu den Rändern hin gebogene Display ist wieder eine Wucht, die Auflösung bleibt bei extrascharfen 3120 x 1440 Pixeln. 

Die gemessene Helligkeit weicht zwar überraschend deutlich ab, ein Minus von 100 Candela liegt aber sicher noch im Rahmen der Toleranzwerte, die Huawei dem Zulieferer vorgibt – zumal knapp 500 Candela pro Quadratmeter für ein OLED absolute Spitzenklasse sind. Unter dem Display gibt das moderne SoC Kirin 980 den Takt vor, das an Performance und Connectivity keine Wünsche offen lässt.

Lesetipp: Huawei - alle Handy-Modelle im Test

Auch die Kamera liefert wieder herausragende Ergebnisse, die drei unterschiedlichen Brennweiten geben dem Fotografen zudem einen besonders großen, kreativen Spielraum beim Knipsen. Das Porsche- Smartphone ist wie das herkömmliche Pro technisch nicht nur auf der Höhe der Zeit, es repräsentiert vielmehr die Grenzen des derzeit Möglichen – mehr passt aktuell schlicht nicht in ein Gehäuse.

Testsiegel connect sehr gut

© WEKA Media Publishing GmbH

Testsiegel

Eleganz mit dem gewissen Extra

Für gute Laune sorgen auch die Nachrichten aus unserem Testlab. Sowohl die Funkeigenschaften als auch die gemessene Akustik liegen auf einem guten Niveau. Hinzu kommt eine exzellente Ausdauer. Die fällt zwar gegenüber dem Mate 20 Pro leicht ab, bietet mit 9:55 Stunden aber immer noch satte Reserven.

Drahtloses Aufladen wird selbstverständlich unterstützt, und zwar in beide Richtungen – das Mate 20 RS kann also andere Geräte auftanken, wenn man diese Funktion in den Einstellungen aktiviert. Unterm Strich holt die Sonderedition des Mate 20 Pro hinter dem Vorbild den zweiten Platz in der Bestenliste. 

Verbesserungspotenzial sehen wir lediglich bei der Software. Porsche Design hat nur den Homescreen modifiziert – und das mit keinem glücklichen Händchen: Er steht mit seinem dunklen Hintergrund in krassem Kontrast zum hellen Einstellungsmenü. 

Von dieser Petitesse abgesehen gilt: Daumen hoch für die Allianz aus Tech-Konzern und Design-Spezialist, die besondere Produkte hervorbringt.

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