iOS vs. Android

iPhone XS Max vs. Mate 20 Pro: Apple und Huawei im Vergleich

Wer dieser Tage ein richtig gutes Smartphone sucht, kommt an Apple und Huawei einfach nicht vorbei. Wir schauen uns iPhone XS Max und Mate 20 Pro im direkten Vergleich an.

Inhalt
  1. iPhone XS Max vs. Mate 20 Pro: Apple und Huawei im Vergleich
  2. iPhone XS Max vs. Mate 20 Pro: Kamera, Ausdauer und Fazit
iPhone XS Max vs. Huawei Mate 20 Pro

© Hersteller

iPhone XS Max vs. Huawei Mate 20 Pro

Werfen wir zuerst einen Blick auf das Display: Das Blockbuster-taugliche 18:9-Format erstreckt sich beim iPhone Xs Max über 6,5 Zoll bei 1242x2688 Pixeln; Huawei setzt bei 6,4 Zoll mehr Pixel ein (1440x3120) und erreicht folgerichtig eine höhere Pixeldichte von 538 DPI gegenüber 458 bei Apple. Die Helligkeit des Mate 20 Pro übertrifft mit überragenden 599 cd/m² die gesamte aktuelle Smartphone-Riege von Samsung, die in Sachen Display immer ein Maßstab sind. Apple setzt zwar erst seit Generation X auf die OLED-Technologie, toppt aber mit 635 cd/m² schon jetzt alle beide. Hier steht also eine höhere Leuchtkraft des iPhone Xs Max gegen die höhere Pixeldichte des Mate 20 Pro: Da beide eine knackscharfe Darstellung haben und man in diesen Regionen mit bloßem Auge keinen Unterschied feststellen kann, die Helligkeit dagegen bei Tageslicht im Freien gar nicht hoch genug sein kann, hat Apple hier eine Nasenlänge Vorsprung.

Design und Verarbeitung sind bei beiden top

Das Design des Mate 20 Pro ist ein Volltreffer und wird der Preisklasse eines um 1000 Euro teuren Smartphones auch optisch absolut gerecht. Aluminiumgehäuse, vor 2-3 Jahren noch ein Auszeichnungsmerkmal, gehören heute bereits in der Mittelklasse zum Standard; in dieser Preisklasse müssen Vorder- und Rückseite schon aus Glas sein –  und sind es auch. Durch das rückseitig zum Rand hin gebogene Glas liegt das große Mate 20 Pro trotz seines Volumens gut in der Hand. Zusammengehalten werden die beiden Glasscheiben durch einen Metallrahmen, der sich mit der Biegung verjüngt. Er vermittelt eine tolle Haptik und Stabilität. Ein Hingucker ist das Kamera-Element auf der Rückseite: Es besteht aus vier Segmenten, drei Kameraobjektiven und einer LED, und weist schon äußerlich darauf hin, dass dieses Smartphone etwas besonderes ist. 

Lesetipp: Top 10 - Die besten Android-Handys

Mit 189 Gramm wiegt das Mate 20 Pro weniger als das iPhone Xs Max (208g), das ebenfalls von zwei Glasplatten eingefasst wird. Der Rahmen ist auch hier aus Edelstahl, das Material wirkt gegenüber Aluminium noch etwas wertiger. Verarbeitung und Haptik sind einmal mehr exzellent, anders sind wir es vom iPhone auch nicht gewohnt. Das Gehäuse ist nach IP68 gegen Wasser und eindringende Staubpartikel geschützt und sollte damit bis zu einer halben Stunde in bis zu zwei Meter tiefem Wasser unbeschadet überstehen können; die gleiche Schutzklasse kann auch das Mate 20 Pro vorweisen.

Apple iPhone Xs Max Promo PR-Foto Regen

© Apple

Das iPhone XS Max ist schmutz- und wassergeschützt nach IP68.

Sicherheit: Apple legt vor, Huawei zieht nach und bietet am Ende mehr

Mit dem iPhone X schickten die Kalifornier den Home-Button samt dem darin integrierten Fingerabdruck-Scanner in Rente. An seiner Stelle wurde die Gesichtserkennung Face ID etabliert. Apple genießt einen guten Ruf, was die Sicherheit und Privatsphäre bei Smartphones angeht, und wurde dem einmal mehr gerecht: die Gesichtserkennung, die unter Android als leicht umgehbar galt, wurde durch ein Zusammenspiel der Kamera und einer breiten Sensorphalanx auf ein neues Niveau gehoben. Ein Infrarot- und ein Tiefensensor ermöglichen zusammen mit den Kamera- und weiteren Sensordaten zu jeder Tageszeit einen detaillierten dreidimensionalen Scan, dessen Sicherheit dem Fingerabdruck ebenbürtig sein soll. Die Täuschung mit Masken oder Fotos, wie sie bei Android-Smartphones schon vorgekommen ist, schließt Apple aus.  

Lesetipp: Apple iPhone XS und XS Max im Test

Huawei und auch Samsung haben nach dem Vorbild von Apple nachgezogen und verbessern den Gesichts-Scan nun ebenfalls durch zusätzliche Sensoren. Bei Huawei erfassen sie in Verbindung mit einer 24-MP-Kamera nach eigenen Angaben etwa 30.000 Gesichtspunkte. Anders als Apple lassen die Chinesen dafür aber nicht den Fingerabdruck-Scanner unter den Tisch fallen. Stattdessen ergänzen sie ihren „Face Scan“ um einen neuartigen Scanner, der direkt in den Touchscreen eingelassen ist. Das erstmalige Einscannen des Fingerabdrucks dauert mit dem neuen Scanner etwas länger als wir es von Huawei gewohnt sind; Erkennen und Entsperren funktionieren aber zuverlässig und schnell.

Huawei gehört zu den ersten Herstellern, die den Finger-Scanner in das Touch-Display integrieren und kombiniert derzeit als einziges Unternehmen beide innovativen Verfahren in einem Gerät. Der Nutzer hat die Wahl. Interessant ist die Alternative beispielsweise für Motorradfahrer, Skifahrer oder andere Sportler mit einem Helm, der umständlicher abzunehmen ist als ein Handschuh. Die gute alte PIN ist auf allen Smartphones ebenfalls noch vorhanden und wird nach wie vor zum Schutz des Smartphone-Besitzers alle drei Tage abgefragt.  

Lesetipp: Huawei Mate 20 und Mate 20 Pro im Test

Das Mate 20 Pro bietet über die Sperrfunktion zusätzlich einen geschützten Zugriff auf ausgewählte Apps und Medien sowie die Einrichtung einer vollständig getrennten und zweiten Android-Oberfläche. So lässt sich das Smartphone auch mal sorglos aus der Hand geben. Ein Feature, das es bei Apple nicht gibt. Während Huawei bei der Sicherheitstechnologie aufgeholt hat, hat iOS noch eine Lücke bei der Vielfalt ihrer Nutzung.

Huawei Mate 20 Pro

© Huawei

Das Mate 20 Pro ist eines der ersten Smartphones weltweit mit einem direkt in den Touchscreen eingelassenen Sensor.

Produktivität und Synchronisation: unterschiedliche Ansätze

Private Space und Datei-Safe sind Teil der Huawei-Oberfläche EMUI 9, die auf dem Mate 20 Pro über der aktuellen Android-Version 9 aka Android Pie installiert ist. EMUI ergänzt Android um viele nützliche Funktionen. Dazu gehört neuerdings auch ein Desktop Modus, den Huawei allerdings nur Top-Geräten wie dem P20 oder eben dem Mate 20 Pro spendiert: Verbindet man den USB-C-Ausgang des Mate 20 Pro über ein herkömmliches Adapterkabel mit dem HDMI-Eingang eines externen Monitors, zeigt dieser eine desktopähnliche Oberfläche. Über Bluetooth kann man zusätzlich eine Maus und eine Tastatur mit dem Smartphone verbinden. Die Huawei Easy Projection unterstützt Monitore bis 4K und benötigt keine Docking-Station. Ein USB-C-basiertes Dock hat Huawei jedoch als Alternative zusätzlich im Programm.   

Apple hält mit einer geräteübergreifenden Verbundenheit dagegen, die vorbildlich ist. Sie zieht allerdings nur, wenn man über ein iPhone hinaus auch ein MacBook oder einen iMac und/oder eine Apple Watch oder Apple TV besitzt: Medien und App-Daten synchronisieren sich dann nahezu automatisch über alle verwendeten Plattformen. Arbeitet man auf den unterschiedlichen Plattformen mit den gleichen Apps, beispielsweise Pages, Numbers, den Erinnerungen oder auch mit Notizen-Apps von Drittanbietern, werden die App-Daten unmerklich im Hintergrund synchronisiert. In der Praxis geschieht das flüssiger als beispielsweise der Datei-Sync über OneDrive oder Dropbox, zwei beliebten Alternativen für plattformübergreifendes Arbeiten. Apples iCloud spielt hierbei eine wichtige Rolle, bleibt für den Anwender aber im Hintergrund. Einmal aktiviert, funktioniert sie, und er muss sich weiters nicht mehr um sie kümmern.  

Natürlich gibt es auch auf dem Mate 20 Pro eine Wolke für Fotos und PIM-Daten. Genau genommen sind es sogar zwei, und hier beginnt es bereits komplizierter zu werden als bei Apple: 2017 führte Huawei mit der Huawei-Cloud eine eigene Cloud-Speicherlösung für Fotos, Videos, Bildschirmaufnahmen und Screenshots sowie Termine und Kontakte ein. Wer schon länger ein Android-Smartphone besitzt, synchronisiert es aber mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits über sein Google-Konto und das Google-Drive und sieht sich nun einer Alternative gegenüber, die es erstmal mit der Google-Lösung zu vergleichen gilt.

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