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Huawei Mate 20 und Mate 20 Pro: Kamera

Huawei Mate 20 Pro

© Huawei

Die Kamera des Mate 20 Pro setzt sich aus drei Sensoren zusammen.

Erstmals baut Huawei ein Kamerasystem mit drei Brennweiten ein. Das bietet dem Fotografen ganz neue Möglichkeiten.

Im Vergleich mit dem hochgelobten Leica-System des P20 Pro hat sich nicht nur die Anordnung der Linsen geändert. Huawei verzichtet erstmals auf eine Schwarz-Weiß-Optik und begründet diesen Schritt damit, dass ein 40-Megapixel-RGB-Sensor genügend Bildinformationen liefert. Diesen übernimmt das Mate 20 Pro vom Schwestermodell, genauso wie die 8-Megapixel-Zoom-Brennweite. Neu hinzugekommen ist eine Weitwinkel-Optik mit 20 Megapixeln. Das Mate 20 Pro deckt somit einen KB-äquivalenten Brennweitenbereich von 16 bis 83 Millimeter ab – in der Smartphone-Welt ist das einmalig.

Zwei große Unterschiede

Auch wenn die identische Anordnung der Linsen Ähnlichkeit suggeriert, kommt das Mate 20 mit einer anderen Kamera. Es ist in einem kleineren Brennweitenbereich unterwegs (17 bis 52 Millimeter), weil anstelle eines Dreifach- ein Zweifach-Zoom eingebaut ist. Im Gegensatz zum Zoom ist der minimal abweichende Weitwinkel in der Praxis nicht relevant. Auffälliger in dieser Einstellung ist der Randlichtabfall, genauso wie die leichten perspektivischen Verzerrungen. Beides tritt bei beiden Phones auf und ist der kurzen Brennweite geschuldet. Man kann sogar sagen, dass Huawei die damit verbundenen Probleme gut in den Griff bekommen hat. Der neben der Brennweite zweite wesentliche Unterschied betrifft die Sensoren: Anstelle einer 20/40/8- Megapixel-Kombi müssen beim Mate 20 16/12/8 Megapixel reichen.

Stark im Automatikmodus

Unsere Labormessungen bescheinigen beiden Smartphones eine tolle Bildqualität. Dass das Pro-Modell bei wenig Licht vergleichsweise schlecht abschneidet, sollte nicht überbewertet werden, es ist vielmehr der einzigartigen Bildsignalverarbeitung von Huawei und Leica geschuldet: Bei wenig Licht werden vier Pixel zusammengefasst („Quad-Binning“). Das reduziert die Auflösung von 40 auf 10 Megapixel, gleichzeitig vervierfacht sich die Pixelfäche und jedes Pixel kann mehr Licht einfangen. Da das bei unseren Labormessungen standardisierte Verfahren stets die höchste verfügbare Auflösung vorsieht, haben wir mit 40 Megapixeln fotografiert. Das bedeutet: Aufgrund der schlechten Lichtverhältnisse hat die Kamerasoftware Quad-Binning aktiviert, das Foto mit 10 Megapixeln geknipst und danach auf 40 Megapixel hochskaliert – was es im Standardmodus nicht tut. Denn dabei gehen feine Strukturen verloren. Letztendlich wird damit eine Binsenweisheit bestätigt: Bei wenig Licht bringt eine höhere Auflösung keine Vorteile. Wer im Automatikmodus knipst, wird mit beiden Phones sehr zufrieden sein, und zwar in allen Zoomstufen.

Die bessere Kamera

Ambitionierte Fotografen stoßen mit dem Mate 20 aber an Grenzen, denn wenn sie bei guten Lichtverhältnissen die Sensorauflösung ausreizen, fällt es hinter das Pro zurück. Auch im Profi-Modus mit aktivierter RAW-Option spielt das Pro-Modell diesen Vorteil aus. Und weil der 40-Megapixel-Sensor samt Quad-Binning eine wesentliche Voraussetzung für die herausragenden Nachtaufnahmen von P20 Pro und Mate 20 Pro ist, schneidet das Schwestermodell auch hier schlechter ab. Stärkerer Zoom, höhere Auflösung, bessere Nachtaufnahmen – in diesen drei Bereichen hat das Pro die Nase vorn. Dass die Kamera des Mate 20 nichtsdestotrotz in der Top-Liga spielt, unterstreicht nur, wie weit vorne das Mate 20 Pro ist.​

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