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Huawei P20 und P20 Pro: Kamera, Akustik, Speicher

Inhalt
  1. Huawei P20 Pro und P20 im Test
  2. Huawei P20 und P20 Pro: Kamera, Akustik, Speicher
Huawei P20 Pro Twilight

© Huawei

Sowohl das P20 als auch das P20 Pro sind in schwarz und blau erhältlich. Exklusiv der Pro-Variante vorbehalten ist die Variante „Twilight“ mit einem mehrfarbigen Schimmer, der an einen Regenbogen erinnert. Schick!

Neue Triple-Kamera beim P20 Pro

Eines haben die Kamerasysteme von Huawei P20 und P20 Pro gemeinsam: Den 20-Megapixel-Monochrome-Sensor, der mit Blende f/1.6 sehr lichtstark ist und besonders hochwertige Schwarz-Weiß-Aufnahmen einfängt. Dabei hat der Sensor den Vorteil, dass das Licht nicht in Pixel der Farben Grün, Rot und Blau unterteilt werden muss. Denn jedes Farbpixel braucht einen eigenen Filter und die eliminieren den größten Teil des Lichtes, bei Grün sind es beispielsweise alle roten und blauen Anteile.

Laut Huawei dient der Monochrome-Sensor auch zur Aufwertung der Farbaufnahmen; beim P20 etwa hilft er dabei, das Bild des Farbsensors von 12 auf 20 Megapixel aufzubohren, indem die Helligkeitsinformation des einen mit der Farbinformation des anderen kombiniert wird. Das menschliche Auge bedient sich eines ähnlichen Tricks, in ihm wird Farbe durch Zapfen genannte Sinneszellen wahrgenommen und Helligkeit durch Stäbchen. Das Bild wird durch Kombination der Farb- und Helligkeitsinformation gebildet. Ähnlich wie bei den P20-Sensoren sind Auflösung und Empfindlichkeit des menschlichen Auges für reine Helligkeitsinformationen ungleich größer als für Farbinformationen. Aus dieser Sicht macht die P20-Kombination durchaus Sinn.

Huawei P20 Pro Kamera schematische Zeichnung

© connect

Neuer Ansatz: Beim 40-Megapixel-Sensor des Huawei P20 Pro liegen jeweils vier Pixel direkt nebeneinander. Das vermindert die Farbauflösung, ermöglicht aber bei 10-Megapixel-Aufnahmen deutlich mehr Licht einzufangen, um die Qualität von Aufnahmen im Dunkeln zu steigern.​​

Beim P20 Pro geht Huawei noch einen Schritt weiter. Hier wird ein 8-Megapixel-Farbsensor mit einer Tele-Brennweite von 81 Millimetern mit einem 20-Megapixel-Monochrome-Sensor und einem hochauflösenden 40-Megapixel-Sensor kombiniert.​ Bei Letzterem liegen jeweils vier Pixel gleicher Farbe nebeneinander. Die Auflösung von Rot, Grün oder Blau ist also nur ein Viertel so groß wie bei üblichen Sensoren mit gleicher Pixelzahl. Sie kann in einem von Huawei HW-Remosaic getauften Verfahren aber wieder auf den für 40-MP-Sensoren üblichen Wert hochskaliert werden. Dass das nicht völlig fehlerfrei gelingt, ist in Maßen verschmerzbar, schließlich ist das Auge für mangelnde Farbinformationen weniger empfindlich als für mangelnde Helligkeitsauflösung – und Letztere lässt sich fast fehlerfrei berechnen.​

Doch die eigentliche Stärke spielt die P20-Pro-Kamera im 10-Megapixel-Modus aus, für den jeweils vier Pixel einer Farbe zu einem Pixel der vierfachen Fläche kombiniert werden kön​nen. Huawei nennt das Quadbinning, die Lichtempfindlichkeit wird drastisch erhöht. Tatsächlich erwiesen sich die 10-Megapixel-Aufnahmen in unseren Messungen und im praktischen Einsatz als qualitativ hochwertiger als die schon sehr guten Aufnahmen im 40-Megapixel-Modus. Dieser ist besonders für sehr gute Lichtverhältnisse geeignet, wenn man für die nachträgliche Wahl eines kleinen Bildausschnittes oder den Druck in einem großen Format besonders hohe Auflösungen braucht. In allen anderen Fällen ist der 10-Megapixel-Modus die richtige Wahl.​

Spannend: Die sehr guten 10-Megapixel-Zoom-Bilder werden bei gutem Licht über den 8-MP-Tele-Sensor aufgenommen und mit Zusatzinformationen der anderen Sensoren hochgerechnet. Bei wenig Licht wird das Bild in der Mitte vom 40-MP-Sensor aufgewertet. Zur bemerkenswerten Bildqualität gesellt sich der Dreifach-Zoomfaktor, der Motive näher heranholt als andere Phones mit Tele-Brennweite wie das iPhone X​ oder Samsungs Galaxy S9+​.​

Huawei P20 Beispielfoto

© connect

Beispielfoto P20: In der Standardeinstellung knipst das P20 mit 12 Megapixeln und liefert dabei eine exzellente Bildqualität sowohl bei guten als auch bei schlechten Lichtverhältnissen. Stark: Die Automatik des Smartphones analysiert das Motiv in Echtzeit und wählt die besten Einstellungen dafür – auch den Porträtmodus samt Hintergrundunschärfe. Die dafür nötigen Algorithmen basieren auf maschinellem Lernen und zapfen die NPU des Kirin 970 an. Die detaillierten Messergebnisse der Kameras des P20 und P20 Pro und mehr Beispielfotos samt Telebrennweite und 40-Megapixel-Auflösung lesen Sie in der connect 5/18, die ab dem 6. April im Handel und im Aboshop​ erhältlich ist.

Tolle Akustik, miese Ohrstöpsel

Angemessen ist auch die Größe des internen Speichers: 128 GB sind bei einem Premium-Smartphone heute mehr Pflicht als Kür und Huawei enttäuscht nicht. Allerdings verzichten die Chinesen auf einen Micro-SD-Steckplatz, stattdessen kann man man zwei SIM-Karten einsetzen. Wir hätten uns sowohl das eine als auch das andere gewünscht, aber in Anbetracht von 128 GB hält sich die Enttäuschung in Grenzen.

Die stellt sich beim Blick auf den Lieferumfang ein: Zwar liegen jeweils ein Schnellladenetzteil und ein transparentes Cover mit im Karton, daneben findet man allerdings Huaweis Standard-Ohrstöpsel, die schlecht im Gehörgang sitzen und nicht gut klingen. Mangels Klinkenbuchse ist für einen Kabelkopfhörer der mitgelieferte USB-C-auf-Klinke-Adapter notwendig. Dass es auch anders geht, zeigt Samsung bei der S9-Serie, die mit Klinkenbuchse und hochwertigen AKG-Stöpseln kommt.

Der Sound über die Lautsprecher ist dagegen klar und kräftig, beim P20 Pro ist er etwas besser, weil die Lautsprecher nicht in Hoch- und Tieftöner aufgeteilt sind, sondern voller Stereoklang geboten wird. Auch die Akustik beim Telefonieren überzeugt – Huawei gehört zu den Herstellern mit der besten Sprachqualität, das merkt man auch bei den neuen Spitzenmodellen.

Mehr Speicher in der Cloud

Die Systemoberfläche EMUI 8.1 hat Android in der gleichen Version als Basis und bietet im Vergleich mit dem Mate 10 Pro keine Überraschungen. Neu ist eine Gesichtserkennung, die Huawei aber im Gegensatz zu Apple oder Samsung ohne spezielle Sensorik oder Technologien wie dem Irisscan realisiert. Den Chinesen genügt die hochauflösende 24-Megapixel-Frontkamera, in der Praxis funktionert die Erkennung erstaunlich gut.

Lesetipp: Huawei - alle Smartphone-Modelle im Test

Eine weitere Neuerung, von der auch ältere Huawei-Geräte profitieren, ist der überarbeitete Cloud-Speicherplan, der jetzt in einem abgestuften Modell bis zu 2 Terabyte bietet. Den meisten dürften aber 50 GB reichen, die Huawei für einen Euro pro Monat anbietet.

Die Huawei-Cloud wurde im letzten Jahr in Deutschland stark ausgebaut, sodass man hier seine Fotos, Notizen, Kontakte  und – ganz wichtig – Backups des gesamten Telefoninhaltes ablegen kann. Geboten wird nicht weniger als eine gute Alternative zu Google (Fotos) und ein starkes Differenzierungsmerkmal, denn abgesehen von Samsung und Apple hat kein anderer Smartphone-Hersteller Ähnliches im Programm.

Kurz vorgestellt: Huawei P20

Quelle: connect
Die technischen Daten des Huawei P20 im schnellen Video-Überblick.

Ritterschlag im Labor

Die Ergebnisse aus unserem Testlabor bescheinigen der P20-Familie eine exzellente Produktqualität, neben der Akustik und der Kamera überzeugen auch die Funkeigenschaften und die Akkulaufzeiten. Das kleine P20 schafft im connect-Nutzungsmix respektable 8:41 Stunden, das Pro erreicht mit 9:34 Stunden sogar das herausragende Niveau des Mate 10 Pro und des Galaxy S8+. Unverständlich ist allerdings, warum Huawei auf den Drahtlos-Ladestandard Qi verzichtet – der ist in dieser Liga Pflicht. Aber auch ohne sind die beiden Flaggschiffe uneingeschränkt empfehlenswert.

Lesetipp: Huawei P20 vs. Huawei P30: Lohnt sich das Upgrade?

Das P20 Pro ist die neue Nummer 1 der Bestenliste, das kleinere P20 folgt dicht dahinter. Das ist allerdings kein Garant für einen Verkaufserfolg, denn das Mate 10 Pro bietet eine ähnliche Ausstattung und Produktqualität für einen günstigeren Preis. Vor dieser Herausforderung stehen in diesem Jahr aber alle Hersteller.

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