Updates, Preis und Alternativen

Huawei P20: Lohnt sich der Kauf noch?

Wie gut ist das Huawei P20 im Jahr 2019? In unserem Kauf-Check prüfen wir Hardware, Performance, Update sowie Preis und zeigen mögliche Alternativen.

Huawei P20

© Huawei

Das Huawei P20 ist kam 2018 auf den Markt. Was kann das alte Flaggschiff heute?

Im Doppelpack, gemeinsam mit dem nur wenig größeren P20 Pro, begeisterte das P20 im April 2018 die Anhänger der Smartphone-Fotografie. Mit 18:9-Display und einem Chassis aus Aluminium und Glas unterzog Huawei sein Flaggschiff auch einer Frischzellenkur gegenüber dem Vorgänger P10. Bis heute ist das P20 auch noch sehr gefragt - auch auf dem Gebrauchtmarkt. Grund für unseren Check: Lohnt sich der Kauf des Huawei P20 im Jahr 2019 noch?

Hardware: Technisch überholte Kamera macht immer noch tolle Bilder 

Das 5,8-Zoll-Display des P20 war auch das erste bei Huawei mit einer Notch. Damals vergleichsweise klein, aus heutiger Sicht nicht mehr so ganz. 

Der Speicher ist dagegen auch für heutige Verhältnisse üppig: Unser Testgerät kam mit 128 GB, von denen noch etwa 115 zur Verfügung standen. Anders als zum Marktstart bekommt man das P20 inzwischen auch mit halb soviel Speicher, wovon wir aber abraten: Ein Fach für Speicherkarten fehlt, das heißt, man kann den Speicher im Nachhinein nicht mehr vergrößern. 

huawei p20 kamera

© Huawei

Die Kamera des Huawei P20 macht auch heute noch gute Fotos.

Mit 4 GB RAM ist das P20 nach wie vor gut dabei und sollte sich im Alltag flüssig bedienen lassen. 6 oder 8 GB findet man auch unter aktuellen Geräten nur bei Top-Modellen. Performance-Benchmarks schließt das P20 kaum schlechter ab als das P20 Pro mit 6 GB RAM und gleichem Prozessor.

[Tipp] Hier lesen Sie unseren vollen Testbericht: Huawei P20 im Test

Huaweis Eigenprodukt Kirin 970 ist einer der ersten SoCs mit einer Neural Processing Unit (NPU) für AI-Funktionen (Artificial Intelligence). Die hat Huawei inzwischen weiterentwickelt; beim P20 und P20 Pro widmen sie sich jedoch vornehmlich der Fotografie, erkennen beispielsweise Szenen und Objekte und wählen automatisch die passende Einstellung. 

Kurz vorgestellt: Huawei P20

Quelle: connect
Die technischen Daten des Huawei P20 im schnellen Video-Überblick.

Die Kamera unterscheidet das Geschwisterpaar: Das P20 hat eine duale 12-MP-Kamera, das P20 Pro eine Triple-Kamera mit 40 MP. Inzwischen gibt es Smartphones mit Vierfach-Kamera, noch höherer Auflösung, Weitwinkel- und Teleobjektiv. Hier steckt das P20 noch in der Vergangenheit; die exzellente Bildqualität wird dadurch aber nicht schlechter und bleibt auch im Vergleich auf gutem Niveau.

Gegenüber aktuellen Smartphones von Huawei bleibt dem P20 mit dem lichtempfindlichen Monochrom-Sensor von Leica (f/1.6) sogar ein Pluspunkt: Mit ihm gelingen Schwarz-Weiß-Aufnahmen ohne Filter und in hoher Qualität. Huawei arbeitet bei seinen Topmodellen zwar weiterhin mit Leica zusammen, verzichtete aber bei nachfolgenden Modellen auf den Monochrom-Sensor. 

Gaming-Smartphones im Vergleich - Huawei P20

© Hardware: Huawei / Software: App-Hersteller

Bei Spielen im Querformat wechselt das P20 automatisch in die normale Ansicht ohne Notch.

Aus dem connect-Labor brachte das P20 zudem gute Ausdauerwerte mit. Wer ein gebrauchtes Smartphone kauft, muss hier natürlich Abstriche machen. Zudem kann das P20 noch nicht drahtlos geladen werden.

Software: Update auf Android 10 geplant

Huawei versorgt etliche ältere Modelle mit Android 9, darunter auch das P20 aus der Oreo-Ära. Auch die Oberfläche EMUI, die Funktionen wie Screen-Recording und zusätzliche Steuerungselemente ergänzt, steht bereits in Version 9.1 zur Verfügung.

Und wie bereits berichtet, gehört das P20 auch zu den Modellen, für die Huawei auch das Update auf Android 10 und EMUI 10 vorsieht - trotz der US-Sanktionen.

huawei p20 update

© Huawei

Huawei hat für das P20 das Update auf Android 10 angekündigt.

Preisentwicklung: Trend zu unter 350 Euro

Die UVP für das P20 lag bei Marktstart im April 2018 bei 649 Euro. Bis Herbst bekam man das starke Phone bereits für 200 Euro weniger, wie der Idealo-Preisvergleich verrät. 2019 sank der Preis weiter auf etwa 330 Euro, wo er sich derzeit eingependelt hat.

Eine Ausnahme macht das P20 in Pink Gold: Das fiel im Sommer nur kurz unter 360 Euro und kletterte dann sogar nochmal auf über 500. Aktuell steht vorne wieder eine 4, die Schwankungen sind aber immer noch hoch. Soll es das Pink-Goldene sein, lohnt es sich also, die Preise gut zu beobachten und im richtigen Moment zuzuschlagen. 

Alternativen: Bei gleicher Qualität schwer zu finden

Wenn man zeitlich nicht weiter als zwei Jahre zurück gehen will, findet man kaum ein anderes einstiges High-End-Smartphone in ähnlicher Größe so deutlich unter 400 Euro. Eine Alternative kommt von Huawei selbst, zwei andere aus der Mittelklasse. Sie sind dafür noch jünger. 

Huawei Mate 10 Pro (unter 320 Euro, connect Testurteil: sehr gut)

Technisch ist das Mate 10 Pro dem P20 näher als dessen Vorgänger P10. Der Ende 2017 erschienene 6-Zöller mit 18:9-OLED-Display arbeitet bereits mit dem gleichen Prozessor und besitzt mit 6 GB sogar mehr RAM. Auch die Hauptkamera ist identisch aufgebaut, lediglich Selfies knipst das Mate 10 Pro nur mir 8 MP anstatt mit 24 wie das P20. Der Preis befand sich zuletzt in einem starken Sinkflug und wird vermutlich noch weiter fallen. Mehr lesen: Huawei Mate 10 Pro im connect-Test.

Google Pixel 3a (ca. 320 Euro, connect Testurteil: gut)

Für Freunde guter Bilder ist das Pixel 3a einen Blick wert, denn es besitzt die gleiche gute Kamera wie das deutlich teurere Pixel 3 – inklusive optischer Bildstabilisierung, und die findet man in der mittleren Preisklasse sonst selten. Diese merkt man der übrigen Hardware durchaus an. Dafür sichert man sich Software-seitig ab: Google garantiert für das Pixel 3a Versions- und Sicherheitsupdates bis Mai 2022. Mehr lesen: Google Pixel 3a und 3a XL im Test.

Sony Xperia 10 Plus (ca. 320 Euro, connect Testurteil: sehr gut)

Sonys neue Mittelklasse beeindruckte im Connect-Test weniger durch die Kamera als durch ein LC-Display, das mit 607 cd/m² auch um einiges heller ist als das LCD des P20 (476 cd/m²). Durch das gestreckte 21:9-CinemaSkope-Format ist das Sony länger aber kaum breiter als das P20 und liegt trotz großem 6,5-Zoll-Display ähnlich in der Hand. Der interne Speicher ist nur halb so groß, dafür gibt es ein Micro-SD-Kartenfach, das auch parallel zu einer zweiten Nano-SIM genutzt werden kann. Mehr lesen: Sony Xperia 10 Plus im connect-Test.

Fazit

Der Preisverfall ist bei Huawei-Smartphones vergleichsweise hoch, wie auch der massive Preisrutsch des Mate 10 Pro zeigt. Qualitativ vergleichbare Boliden anderer Hersteller sind noch deutlich teurer, das gilt leider auch generell für gute Smartphones mit aktueller Kameratechnik. Da das Huawei P20 nach wie vor ein performantes Smartphone ist, zudem mit großem Speicher und guter Kamera, kann man bei einem Preis um die 330 Euro kaum etwas falsch machen.

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