Testbericht

Sonos Sub im Test

23.7.2012 von Bernhard Rietschel

Der neue Netzwerk-Woofer Sonos Sub lässt sich mit den bestehenden Playern von Sonos zu phantastisch klingenden Anlagen kombinieren. AUDIO nahm alle Konfigurationen im Hörraum unter die Lupe.

ca. 3:20 Min
Testbericht
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SONOS SUB
SONOS SUB
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EUR 909,92
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Pro

  • Perfekte Funktion
  • Sauberer Klang
  • Tolle Anlagen-Möglichkeiten

Contra

  • Kein Netzschalter

Auf der HIGH END 2011 in München passierte dem Autor dieses Tests ein kleines, lehrreiches Missgeschick: In der AUDIO-Vorführung mit feinsten Netzwerkplayern aller Preisklassen tippte er die falsche Schaltfläche auf dem iPad an - und startete nicht die große Anlage mit ihren ausgewachsenen KEF Q900 (zum Test) und den dicken Class-A-Endstufen von Vincent, sondern das eher zum Spaß parallel aufgebaute System aus zwei Sonos S5. Robbie Williams samt Big Band swingte folglich aus zwei unscheinbaren Kunststoffgehäusen jeweils vom Format eines besseren Kofferradios - und keinem der 40 anwesenden Zuhörer (den Vorführer eingeschlossen) fiel auf, dass die Musik nun nicht mehr aus den daneben stehenden, großvolumigen Standboxen kam.

SONOS SUB
Einfaches Setup: Die Steuer-App (hier fürs iPhone) ordnet den Sub seinen Partnern zu.
© Hersteller/Archiv

Der S5 - mittlerweile umgetauft in Play:5 - mag nach nichts aussehen, aber er birgt in seinem Inneren fünf hochwertige Lautsprecher, individuelle Endstufen für jeden sowie eine digitale Aktivweiche. Und das ist noch der einfachere Teil. Er kann als Einzelkämpfer einen Raum mit Stereomusik aus dem Internet oder von beliebigen im Heimnetz erreichbaren Festplatten versorgen - ähnlich, wie das auch die anderen Sonos- Playermodelle können.

Oder er kann mit einem zweiten Play:5 jenes Stereopaar bilden, dessen Klangfülle und -Genauigkeit uns damals so gründlich foppte. Die gleichen Möglichkeiten, nur in etwas kleinerem Maßstab, eröffnen sich mit dem preiswerteren Play:3 (zum Test) , das wie sein großer Bruder sowohl als One-Box-Lösung als auch als Stereo-Aktivbox mit eingebautem Netzwerkplayer dient.

SONOS SUB
Kräftegleichgewicht: Zwei stabile Alumembran-Bässe mit jeweils eigenen Endstufen pumpen im Gleichtakt Luft in den Mittelschacht.
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Sonos Sub: Aufstellung

Und nun können Sonos-Besitzer die starken Duos um einen maßgeschneiderten Subwoofer ergänzen. Wobei in der Terminus in die Irre führt: Mit dem typischen Heimkino-Basswürfel hat der Sonos Sub nichts zu tun, er hat nicht einmal konventionelle Toneingänge. Man könnte ihn als auf Bass spezialisierten Netzwerkplayer bezeichnen, der sich mit minimalem Wisch und Tipp in ein bestehendes Sonos-Netzwerk integriert.

Kaufberatung: Top-Speaker um 2.000 Euro

Das Setup verläuft Sonos-typisch intuitiv in wenigen Schritten (siehe Screenshots oben rechts): Nachdem die Steuersoftware (verfügbar für Android, iOS, OSX und Windows) das neue Familienmitglied entdeckt hat, muss man ihr lediglich mitteilen, mit welchem Player oder Player-Paar es zusammenspielen soll. Handelt es sich dabei um Play:3 oder Play:5, stellen sich diese und der Sub automatisch auf die perfekt passende Trennfrequenz ein. Man erhält ein maßgeschneidertes Sub-Sat-System mit allen Vorteilen (neben dem tieferen Bass also auch weniger Klirr und höhere Pegelfestigkeit), aber ohne die damit normalerweise einhergehenden Umstände: Die einzigen Kabel, die zu den drei Komponenten führen müssen, sind die Stromkabel, und die sonst heikle Anpassung der jeweiligen Arbeitsbereiche entfällt bis auf die erwähnten zwei, drei Dialogschritte.

SONOS SUB Messlabor
Messlabor: Bild 1 zeigt den Woofer-Frequenzgang (schwarz) mit der automatisch gewählten Trennfrequenz für das Play 3. Dessen - übrigens perfekt linearer - Frequenzgang (rot) ist ebenfalls automatisch (hochpass-)gefiltert, der Übergang passt wie im Bilderbuch. Der Sub reicht nicht extrem tief (-6dB bei ca. 30Hz), ist aber sehr ausgewogen und klirrarm (2). Ab 100dB setzt ein dezenter Tiefstbass-Limiter ein.
© Hersteller/Archiv

Die weitestgehende Kabellosigkeit ermuntert zu Experimenten mit der Platzierung des stattlichen Quaders: Vom Design her zwar für stehenden Betrieb vorgesehen, ist der Sub so konstruiert, dass er auch flach auf der Seite liegend - womöglich sogar unter einem anderen Möbelstück - voll einsatzfähig ist. Besonders umgänglich wird der Sub durch seine Treiberanordnung: Zwei ovale Alumembran- Chassis stehen sich im Mittelschlitz des Gehäuses exakt gegenüber, ebenso - darüber und darunter - die zugehörigen Reflexports. Was dazu führt, dass Vibrationen, die die Chassis bei ihrem harten Job ans Gehäuse abgeben, sich gegenseitig kompensieren.

Praxis: Lautsprecher richtig aufstellen

Der Erfolg ist ein Woofer, der selbst hohe Pegel scheinbar unbeteiligt abgibt - das glänzend schwarze, beachtlich schwere Kabinett bleibt tatsächlich ruhig wie ein Grabstein.

Sonos Sub: Kombiniert mit Play:3 oder Play:5

Da der Sub theoretisch mit allen Sonos-Geräten mit Ausnahme des reinen Netzwerkplayers Connect zusammenspielt,stellt sich natürlich die Frage, welche Kombinationen die sinnvollsten sind.

Natürlich kann man auch einen einzelnen Play:5 und sogar einen Solo-Play:3 mit Bassunterstützung betreiben. Da der Woofer aber das Doppelte eines Play:3 kostet und der kleine Speaker im Solobetrieb praktisch mono spielt, sollte man in diesem Fall unbedingt zuerst ein Stereopaar daraus machen - bereits dadurch profitiert der Bass übrigens erheblich. Auch die Kombination mit einem einzelnen Play:5 ist eher ungewöhnlich, zumal ein zweiter Play:5 wiederum deutlich günstiger kommt als der Woofer.

Absolut phantastisch klingen die Play-Modelle als Paar mit Woofer. Die Play:5- Kombi ist schon ganz großes, erwachsenes HiFi - ausgewogen, detailreich, pegelfest und breitbandig. Und das ganze aus einer Kette, die unterm Strich 1500 Euro kostet, sich ganz unscheinbar im Wohnzimmer integrieren lässt und jederzeit in beliebig viele weitere Räume erweiterbar ist - ohne dass man je mehr als ein paar Netzkabel verlegen muss.

Fazit

Messtechnisch wie klanglich ist der Sub die ideale Ergänzung für die Sonos-Aktivbox-Player: Die mit ihnen erreichbare Klangqualität macht durch die Entlastung im Bass - und dessen kompetente Wiedergabe - einen Riesenschritt.

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