Mittelklasse Smartphone

Nokia 8.1 im Test

Nokias Comeback nimmt weiter Formen an. Das 8.1 zählt zu den raren Android-One-Vertretern der gehobenen Mittelklasse. Im Test schraubt das die Erwartungen hoch.

Nokia 8.1 im Test

© Nokia / Montage: connect

Mit markantem Metallrahmen und einer von Zeiss veredelten Dual-Kamera hebt sich das fein verarbeitete Nokia 8.1 von der Masse ab. Die Midrange-Neuheit aus dem Android-One-Lager ist in den Farbkombinationen Stahl/ Kupfer und Dunkelblau/ Silber erhältlich.

EUR 369,76

Pro

  • eigenständiges Design mit exzellenter Verarbeitung
  • helles, HDR10-fähiges 6,2-Zoll- LC-Display
  • zeitgemäßer, energieeffizienter Systemchip
  • pures Android 9 mit erweiterter Update-Versorgung
  • hochwertige Kamera
  • starke Ausdauer (11:19 Std.)
  • gute Funkleistungen

Contra

  • hervorstehendes Kameramodul
  • akustische Schwächen in Senderichtung
  • kein drahtloses Laden
  • IP-Zertifikat für erhöhte Staub-/ Wasserdichtheit fehlt

Fazit

connect-Testurteil: gut (418 von 500 Punkten)
83,6%

Hat es eine Notch? Ja, die Display-Aussparung für Frontkamera und Lautsprecher ist sichtbar. Allerdings nimmt man sie kaum wahr, weil die Icons der Statusleiste neben der Undercover-Kerbe stets schwarz hinterlegt sind. 

Das ließ sich über die Einstellungen und die Entwickleroptionen nicht ändern. In der Formgebung zeigt das Nokia 8.1 klare Kante. Der eloxierte Metallrahmen hebt sich optisch deutlich vom Korpus ab. Durch die relativ geradlinigen Flanken liegt das robuste, tadellos verarbeitete Gehäuse etwas sperriger in der Hand als rundlichere Modelle. 

Auf eine IP-Klassifizierung, die eine höhere Resistenz gegen Staub und Nässe bescheinigt, verzichtet das finnische Unternehmen HMD, das hinter den Nokia-Phones steht.

Die Glasrückseite enthält ein über 1,5 Millimeter hervorstehendes Dual-Kameramodul und einen gut funktionierenden Fingerabdrucksensor. Mit 403 ppi kann sich die Auflösung des blickwinkelstabilen LC-Displays im 18,7:9-Format sehen lassen. 

Die hohe Leuchtkraft (579 cd/m2) erleichtert die Ablesbarkeit in heller Umgebung. Beim Videostreaming via Netflix und Co kann die Anzeige dank HDR10 sogar die feineren Helligkeits- und Farbabstufungen entsprechender Inhalte darstellen.

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Auf Dauer aktuelle Software

Keine übergestülpte Benutzeroberfläche, keine überflüssigen Zusatz- Apps: Ein nahezu unmodifiziertes, schlankes Android-Betriebssystem in der aktuellen Version 9.0 (Pie) bringt das Nokia 8.1 auf Touren. Das neue OS macht das Phone zudem autonomer. 

Anhand des Nutzerverhaltens wählt die Google KI selbstständig passende Einstellungen – beispielsweise beim Akku-Management. Der Plan: Je besser das Phone den Nutzer kennt, desto zuverlässiger und umfassender kann KI-gestützte Technik (Routine-)Aufgaben übernehmen. 

Da HMD auf Googles Android-One-Programm setzt, hat auch das Nokia 8.1 beste Chancen, dass Sicherheitsupdates und neue Funktionen über einen längeren Zeitraum schneller eingespielt werden als in der Android-Welt üblich. Neben der nativen Software trägt ein in 10-Nanometer-Technologie gefertigter Systemchip, ein Snapdragon 710, zu der flüssigen Bedienung und den höheren Leistungsreserven bei. 

Im Qualcomm-Ranking liegt der Achtkern-Prozessor zwischen der Topklasse (SDM845, SDM835) und Mittelklasse-SoCs wie dem SDM636 des Nokia 7.1. Mit 4 GB Arbeitsspeicher und gut 49 GB freiem Flash-Speicher reicht das Platzangebot aus. 


Nokia 8.1 im Test - Akku-Laufzeit & "Digital Wellbeing"

© Nokia / Screenshot & Montage: connect

Links: Akku-Laufzeit optimieren: Anhand des Nutzerverhal- tens kann Android 9 App- Aktivitäten einschränken. Rechts: „Digital Wellbeing“ bündelt Infos und Einstellungen für eine bewusstere und komfortablere Phone-Nutzung.

Wer mehr wünscht, dürfte etwas wehmütig nach China blicken. Dort gibt es eine Variante des Nokia 8.1 unter der Bezeichnung X7 mit 6/128 GB. Dafür nimmt der Hybrid-Schacht eine Micro-SD-Speicherkarte oder eine zweite Nano-SIM auf. LTE der Kategorie 6, WLAN-ac, Bluetooth 5.0, NFC für mobiles Bezahlen via Google Pay und ein USB-C-Anschluss erleichtern die Vernetzung. 

Die Dual-Hauptkamera machte ihre Sache gut. Durch die schnelle Fokussierung gelingen scharfe Action-Aufnahmen. 4K-Videos werden mit 30 Bildern pro Sekunde gespeichert.

 Wer möchte, kann Live-Videos direkt aus der Kamera-App zu Youtube oder Facebook senden. Die hochauflösende Selfie-Kamera (20 Megapixel) muss ohne LED-Licht klarkommen. Ihre Bildqualität konnte aber überzeugen.

Dual-Kamera

Zentraler Bestandteil der Dual-Kamera ist ein 12-MP-Farbsensor ( Sony IMX363). Zusätzliche Tiefeninformationen für die vorab einstellbaren Bokeh-Effekte gewinnt eine 13-MP-Kamera. 

Dass die Testaufnahmen im Labor und in der Praxis überzeugten, lag sicher auch an der recht lichtstarken Zeiss-Optik (f/1.8) und der optischen Bildstabilisierung.

In dunkler und heller Umgebung verdiente sich das Nokia 8.1 die Note „gut“. Wer sich auf die HDR-Automatik nicht verlassen möchte, kann den Dynamikbooster manuell zuschalten. 

Hier empfiehlt es sich in der Regel, HDR zu aktivieren, wenn wie bei Nachtaufnahmen mehr Details gefragt sind. Kommt es auf hohe Farbtreue und klarere Kanten an, bringen meist Aufnahmen ohne HDR Vorteile.

Introducing the new Nokia 8.1 - Smarter and better over time

Quelle: Nokia
0:30 min

Guter Gesamteindruck im Labor 

Im Mess/03athon gab es mehr Licht als Schatten. Bei Telefonaten zeigte sich die Klangqualität in Senderichtung verbesserungswürdig. Die Funkleistungen fielen in allen Mobilfunknetzen insgesamt gut aus. 

Top: Der 3500-mAh-Akku hielt 11:19 Stunden durch. Drahtloses Laden klappt zwar nicht, das mitgelieferte 18-Watt-Netzteil verkürzt aber die unvermeidlichen Aufenthalte an der Steckdose.

Testsiegel connect gut

© WEKA Media Publishing GmbH

Testsiegel connect gut

Fazit

Midrange-Smartphones haben es nicht leicht: Oft graben ihnen beliebte Spitzenklasse-Vertreter des Vorjahres wie derzeit das Huawei P20 mit den marktüblichen Preisnachlässen das Wasser ab. Ungeachtet dessen können wir für den Kauf des Nokia 8.1 grünes Licht geben.

Der Vertreter des Android-One-Lagers hat im Test mit durchgängig guten Leistungen überzeugt. Hält Google zudem sein Update-Versprechen, kann man mindestens zwei Jahre lang mit einer schlanken, modernen und performanten Systemsoftware samt monatlicher Sicherheitsaktualisierungen „arbeiten“.

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