Smartphone

Nubia Z17S im Test

Die ZTE-Tochter Nubia kennt in unseren Breiten kaum einer. Das soll sich mit dem neuen Topmodell ändern: Das Z17S startet mit einem selbstbewussten Preis. Ob es den wert ist, zeigt der Test.

Nubia Z17S

© Nubia

Nubia Z17S

EUR 558,94

Pro

  • attraktiver Look
  • hochwertige Verarbeitung
  • brillantes und kontraststarkes LC-Display
  • gute Benutzeroberfläche
  • 108 GB interner Speicher
  • Dual-Kamera mit guter Bildqualität
  • Dual-SIM-Funktion

Contra

  • relativ schwache Ausdauer
  • kein Wasserschutz
  • kein drahtloses Laden
  • kein Wechselspeicherslot
  • alte Android-Version

Fazit

connect-Testurteil: gut (406 von 500 Punkten); Preis-Leistung: ausreichend
81,2%

Nur wenigen Smartphone-Fans wird Nubia ein Begriff sein. Kein Wunder, schließlich ist es in den letzten Jahren sehr still um die Tochter des Netzwerkausrüsters und Smartphone-Herstellers ZTE geworden. Jetzt wollen es die Chinesen wissen und gehen zum Angriff über: Das Z17S ruft mit 599 Euro einen stolzen Preis auf – dafür wollen potenzielle Käufer natürlich auch Leistung sehen. Ob Nubia liefern kann? Schauen wir mal.

Edler Look mit kleinen Mankos

Der erste Eindruck stimmt auf jeden Fall. Einmal aus seinem Karton befreit, hält der Tester ein modern designtes Smartphone mit glänzendem Metallrahmen sowie Glas auf der Vorder- und Rückseite in der Hand. In der liegt es mit einem Gewicht von 177 Gramm richtig satt und gefällt darüber hinaus mit seinem schicken blauen Spiegellook, „Aurora Blue“ heißt die Farbe. Die Verarbeitung ist tadellos, die seitlichen Tasten sind spielfrei und die Übergänge zwischen den gewölbten Glasrändern und dem Metallrahmen sauber. 

Wegen der Glasflächen auf Vorder- und Rückseite sollte man mit feuchten Händen allerdings Vorsicht walten lassen, sonst flutscht einem das gute Stück noch aus der Hand. Und auf der Rückseite hätte dem Z17S eine bessere Antifingerprint-Beschichtung gutgetan, bereits nach kurzer Zeit ist die Glasfläche übersät mit unschönen Fingerabdrücken. 

Auf unserer Wunschliste steht zudem ein Schutz gegen Staub und Wasser, denn damit kann das Nubia leider nicht dienen. Den Chinesen ist es dafür gelungen, das Display nahezu randlos einzufügen. Der 18:9-Screen misst 5,7 Zoll in der Diagonalen und bietet mit 1080 x 2040 Pixeln erweiterte Full-HD-Auflösung. Bei der Anzeige hat sich Nubia für ein hochwertiges Exemplar entschieden, denn sowohl die Strahlkraft von 437 cd/m2 als auch die Kontrastwerte bei den Displaymessungen zeichnen die LCD-Anzeige aus. Das spiegelt sich dann auch in der Darstellungsqualität wieder, die mit scharfen Details und neutralen Farben punkten kann. Letztere lassen sich zudem im Einstellungsmenü den eigenen Vorlieben anpassen.

Testsiegel connect gut

© WEKA Media Publishing GmbH

Testsiegel connect gut

Die Benutzeroberfläche

Mit „Nubia UI5.1“ für das leider ältere Android-7.1.1-System haben die Chinesen ein optisch eigenständiges User Interface am Start, das sich von den üblichen Benutzeroberflächen unterscheidet. So erreicht man etwa die Schnelleinstellungen, die stark an Apples iPhone-Lösung erinnern, über einen Wisch von unten nach oben. Ein Wisch von oben nach unten öffnet dagegen die Benachrichtigungen.

Zudem gibt es zahlreiche weitere Wisch- und Touchgesten, die Funktionen wie etwa die Suche öffnen oder auch die Helligkeit anpassen. Dazu gesellt sich die praktische Splitscreen-Darstellung, dank der sich zwei Apps zur gleichen Zeit einsetzen lassen. Auch bietet das Nubia die Möglichkeit, Apps wie Whatsapp oder Facebook mit zwei unterschiedlichen Accounts zu nutzen.

Die Bedienung des Z17S gelingt vom Start weg intuitiv und problemlos. Wer allerdings alle Gesten lernen möchte, der sollte einige Zeit einplanen. Dafür geht danach im Alltag manches schneller.

Nubia Z17S - Screenshots

© Screenshot WEKA / connect

(links) Der Homescreen lässt sich umfangreich an die eigenen Vorlieben anpassen.(mitte) Ein Wisch von unten nach oben öffnet die übersichtlich gestaltete Ansicht für die Schnelleinstellungen. (rechts) Über die Funktion „Splitscreen“ kann man zwei Apps gleichzeitig nutzen.

Top Performance, knappe Ausdauer

Als Power-Unit setzt Nubia auf das letztjährige Topmodell aus dem Hause Qualcomm, den Snapdragon 835. Keine schlechte Wahl, denn das 64-Bit-SoC (System-on-a-Chip) bietet acht bis zu 2,45 GHz schnelle Kerne in modernster 10-nm-Technik. Die Chinesen kombinieren die Einheit mit satten 8 GB Arbeitsspeicher – dass mit diesen Voraussetzungen die Performancetests gut laufen, ist kein Wunder. Der für den Käufer frei verfügbare Speicher liegt bei 108 Gigabyte – erweitern lässt er sich zwar nicht, doch das üppige Platzangebot dürfte für die meisten Anwender locker ausreichen. 

Unter dem schicken Display verbirgt sich nicht nur die Antriebseinheit, sondern auch ein Lithium-Ionen-Polymer-Akku mit einer Kapazität von 3100 mAh. Dank des mitgelieferten 18-Watt-Netzteils lässt sich das Z17S zügig betanken. Das ist leider auch notwendig, denn im Displaybetrieb erreicht das Nubia im Labor lediglich 6:43 Stunden – ein nur durchschnittlicher Wert.

Runde Ausstattung, guter Sound 

Besser sieht es in der Abteilung Connectivity aus. Das Z17S beherrscht den schnellen Datentransfer per LTE und 5-GHz-WLAN. Die Sende- und Empfangqualität erreichte in unseren Labormessungen zudem durch die Bank die Verbalnote „gut“. Dazu gesellen sich die Kurzstreckenfunkstandards NFC, Bluetooth in der Version 4.1 sowie ein moderner USB-C-Anschluss. Komplettiert wird das Ganze von einem gut funktionierenden Fingerprintsensor auf der Rückseite und einer Dual-SIM-Funktion. Die lässt sich in den Einstellungen unter „Dual-Karten und Funknetze“ bequem konfigurieren. 

Wir hätten uns allerdings noch eine traditionelle Kopfhörerbuchse im 3,5-mm-Format gewünscht, die leider fehlt. Wenigstens legt Nubia dem Z17S einen entsprechenden Adapter für die USB-C-Schnittstelle bei. Nach einem Headset kann der Käufer dagegen lange suchen – das hat Nubia eingespart. Doch statt einem billigen Beipack-Lauscher empfiehlt es sich ohnehin, höherwertige Kopfhörer anzudocken. Denn der Audioausgang kann mit ausgezeichneten Laborwerten für Klirr (0,02 Prozent) und Rauschabstand (107 dB) überzeugen. 

Auch der gute und attraktiv gestylte Musicplayer gefällt. Als Besonderheit bringt das Nubia „DTS Headphone:X“ als Klangaufpolierer mit. Es bietet verschiedene Voreinstellungen für bestimmte Kopfhörertypen und sogar für spezielle Modelle. Als Ghettoblaster eignet sich das Gerät mangels Stereo-Lautsprechern dagegen weniger.

Nubia Z17S - Screen Kameramodi

© Screenshot WEKA / connect

Unter „Kamera-Familie“ fasst Nubia 15 verschiedene Spezialmodi für Fotos und Videos zusammen. Zudem gibt es einen direkt anwählbaren Pro- und Porträt- Modus mit Bokeh-Effekt.

Dual-Kameras - vorn und hinten

Das Hauptkamera-Duo besteht aus einem 12-MP-Dual-Pixel-Sensor (Blende f/1.8) und einem 23-MP-Sensor (Blende f/2.0) aus dem Hause Sony, während auf der Front zwei 5-Megapixel-Exemplare zum Einsatz kommen. Hier wie da wird die zweite Knipse genutzt, um Bokeh, also die gezielte Unschärfe im Bildhintergrund, im Porträtmodus zu erzeugen. Dort setzt Nubia auch auf künstliche Intelligenz, um etwa die Gesichtskonturen des Motivs zu erfassen, was in der Praxis recht gut klappt. 

Neben dem Porträt- und dem Pro-Modus gibt es mit „Kamera-Familie“ gleich ein ganzes Sammelsurium an 15 verschiedenen Modi zu entdecken. Hier können sich Fotokünstler austoben, finden sie doch Voreinstellungen für Macro-Aufnahmen, Langzeitbelichtungen oder die Möglichkeit, mit „Fotoklon“ sich bewegende Objekte mehrfach in dieselbe Szene einzubauen. Die Bezeichnungen der Betriebsarten sind leider nicht immer selbsterklärend und auch die teils merkwürdigen Übersetzungen helfen nicht weiter. Zum Glück gibt es für die meisten aber eine Hilfe-Funktion. Wählt der Nutzer „DNG“, ein verlustfreies Rohdatenformat, kann auch der 23-MP-Sensor für Aufnahmen genutzt werden. Hier kann man dann zwischen beiden Sensoren hin- und herschalten. Die Bildqualität des Z17S ist unter allen Lichtbedingungen gut, erreicht allerdings nicht ganz das Niveau der Kameras aus der High-End-Klasse. Dennoch eine überzeugende Vorstellung.

Fazit: Es gibt noch einiges zu tun 

In der Summe kann sich das Nubia Z17S mit den erreichten 406 Punkten wirklich sehen lassen. Viele Dinge haben die Chinesen bereits jetzt gut gelöst, darunter Design, Verarbeitung, Display, Kamera und Bedienung. Vor allem die Ausdauer sollte in Zukunft aber deutlich verbessert werden. Das wünschen wir uns auch für die nicht immer stimmigen, dafür immer wieder witzigen Übersetzungen der an sich gelungenen Nutzeroberfläche.

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