Highend-Smartphone mit Popup-Kamera

OnePlus 7 Pro im ersten Test

Das OnePlus 7 Pro ist das einzige Smartphone in Deutschland mit einer herausfahrbaren Selfie-Kamera. Die symmetrische Darstellung auf dem OLED ist eine Wucht. connect konnte den Highender bereits für einen ersten Test in die Hand nehmen.

OnePlus 7 Pro mit herausgefahrener Kamera

© connect

Die Kamera poppt innerhalb von 0,5 Sekunden auf, etwa wenn man die Kamera-App startet und den Selfie-Modus aktiviert.

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Pro

  • innovative Popup-Selfie-Kamera
  • ermöglicht frontfüllendes Display ohne Notch
  • OLED mit 90 Hertz Bildwiederholrate
  • erstklassiges Design, Verarbeitung top
  • vielversprechende Triple-Kamera
  • moderner Chipsatz Snadragon 855
  • Betriebssystem mit vielen Extras
  • Stereo-Lautsprecher

Contra

  • groß und schwer
  • keine IP-Zertifizierung
  • drahtloses Aufladen wird nicht unterstützt

Fazit

Eine IP-Zertifizierung fehlt, genauso wie der Drahtlos-Ladestandard Qi. Aber: Das Display ist bombastisch und das Preis-Leistungsverhältnis sehr gut. Mehr Highend für weniger Geld gibt es nicht.

Oneplus ist längst kein Startup mehr, sondern ein etablierter und überaus erfolgreicher Smartphone-Hersteller. Sechs Jahre nach der Gründung ist man in Indien bei Highend-Smartphones auf Platz 1 vor Apple und Samsung, in Europa besetzt man Platz 4 im Android-Segment. Allein in Deutschland lag das Wachstum 2018 bei 98 Prozent, erklärt Barbara Mieth von Oneplus im Gespräch mit connect. Diese Zahlen muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen – Unternehmen wie LG oder Sony dürfen davon noch nicht einmal träumen.

2019 probiert Oneplus eine neue Strategie aus. Mit dem Oneplus 7 steht man weiter in der Tradition, Top-Technik zum günstigen Preis anzubieten, setzt mit dem Oneplus 7 Pro aber technisch noch einen drauf und versucht, in der margenstarken Premium-Klasse Fuß zu fassen. Hier kann nur bestehen, wer den Käufern besondere technische Innovationen bietet. 

  • Das Oneplus 7 wird ab Juni mit 6/128 GB und 8/256 GB für 559 Euro beziehungsweise 609 Euro verkauft
  • Das Oneplus 7 Pro gibt es in drei Varianten (6/128 GB, 6/256 GB, 12/256 GB) ab dem 21. Mai für 709/759/829 Euro
OnePlus 7 Pro

© Hersteller

Das 6,7 Zoll große OLED eignet sich perfekt zum Spielen.

Popup-Kamera für Selfies im Rahmen

Für die Chinesen sind technische Innovationen kein Problem, weltweit betreibt man 4 Forschungs- und Entwicklungszentren, und in einem davon wurde die Popup-Selfie-Kamera entwickelt, die oben links im Rahmen steckt und innerhalb von nur 0,5 Sekunden aufpoppt, wenn man die Selfie-Ansicht in der Kamera-App startet oder das Display bei aktivierter Gesichtserkennung einschaltet. Der Mechanismus machte auf den ersten Blick einen robusten Eindruck, nach Angaben von Oneplus wurde er so getestet und konstruiert, dass die Optik mindestens 300.000 mal störungsfrei ein- und ausfahren kann. Die Verarbeitung des Phones ist sehr gut, auch das Design mit Glasrückseite und Metallrahmen, das in einer Reihe mit dem Galaxy S10 und dem P30 Pro steht, überzeugt. Das Phone ist allerdings größer und schwerer als die genannten Konkurrenten, Maße von 163 x 76 x 9 Millimeter und ein Gewicht von 210 Gramm dürften für so manchen Nutzer eine Grenze überschreiten. 

Unverständlich ist, warum Oneplus beim 7 Pro auf eine IP-Zertifizierung verzichtet - die gehört in dieser Preisklasse einfach dazu. Das ist einer der wenigen klaren Kritikpunkte.

OnePlus 7 Pro

© Hersteller

Das OnePlus 7 Pro wird ab dem 21 März in "Mirror Grey" (links) und "Nebula Blue" (rechts) verkauft. Die dritte Farbe ist "Almond".

Exzellentes Display ohne Notch

Die Konstruktion der Popup-Kamera hat den Vorteil, dass man ein Display bauen kann, das eine symmetrische Darstellung bietet, ohne störende Notch oder ein „Loch“ für die Kamera. Wer glaubt, dass das nicht so wichtig ist, irrt gewaltig. Die frontfüllende Darstellung auf dem Oneplus 7 Pro ist bombastisch, zumal das an den langen Rändern gerundete OLED mit 6,7 Zoll mehr Fläche bietet als bei einem S10+ oder P30 Pro. Das hochauflösende Panel (3120 x 1440 Pixel) stammt von Samsung und bietet eine exzellente Darstellungsqualität. Eine Besonderheit ist die hohe Bildwiederholrate von 90 Hertz, was über dem Standard von 60 Hertz liegt und bei sich schnell bewegenden Bildschirminhalten (Scrollen durch die Timeline bei Twitter oder Facebook) eine fließendere Darstellung ermöglicht. 

Triple-Optik mit 48-Megapixel-Sensor

Die Hauptkamera wurde ebenfalls von Grund auf neu entwickelt, OnePlus setzt hier wie Huawei/Honor auf Sonys hochauflösenden 48-Megapixel-Sensor (F1.6), flankiert von einer Ultra-Weitwinkel-Optik (16 Megapixel) und einer Tele-Brennweite mit einem dreifachen optischen Zoom (8 Megapixel). Die Hauptkamera ist optisch stabilisiert und beherrscht das sogenannte „Quad-Binning“ mit dem das Huawei P20 Pro 2018 für Furore sorgte. Dabei werden vier Pixel auf dem Sensor zu einem größeren Pixel verschmolzen, was die maximale Auflösung verringert (auf 12 Megapixel), aber im Gegenzug die Lichtempfindlichkeit drastisch erhöht. Oneplus betont denn auch, dass man den Nachtmodus - der auf dem Vorgänger Oneplus 6T (zum Test) nicht überzeugen konnte - drastisch verbessert habe. Das klingt sehr vielversprechend. Im DxO-Test erreicht das OnePlus 7 Pro 111  Punkte und liegt nur einen Punkt hinter dem Huawei P30 Pro (zum Test). Wir sind gespannt auf unsere eigenen Fotos und die Ergebnisse aus dem connect Testlab.

Das technische Prinzip hinter Quad Binning

© connect

Das technische Prinzip hinter Quad Binning: ​Bei einem hochauflösenden Sensor (mindestens 40 Megapixel) liegen jeweils vier Pixel einer Farbe direkt nebeneinander. Das vermindert die (Farb)auflösung, ermöglicht es aber, bei Aufnahmen mit 10 oder 12 Megapixel deutlich mehr Licht einzufangen, um die Qualität von Fotos im Dunkeln zu steigern.

Die technischen Daten im Überblick

  • Größe und Gewicht: 163 x 76 x 9 mm, 210 Gramm
  • Display: OLED, 6,7 Zoll, 3120 x 1440 Pixel, 90 Hz
  • Akku: 4000 mAh, Schnellladen mit 30 Watt, 
  • Speicher und Chipsatz: 128/256 GB UFS 3.0, 6/8/12 GB RAM, Snapdragon 855
  • Hauptkamera: Triple-Optik mit Weitwinkel (48-Megapixel, F1.6), Ultra-Weitwinkel (16 Megapixel) und 3fachem optischem Zoom (8 Megapixel, F2.4)
  • Fingerabdrucksensor: im Display integriert, optische Abtastung
  • Frontkamera: herausfahrbare Optik, 16 Megapixel
  • Extras: Stereo-Lautsprecher, 30-Watt-Netzteil (Warp Charge)
OnePlus 7 Pro

© Hersteller

Charakteristisch für die Rückseite des OnePlus 7 Pro ist zum einen die Triple-Optik, zum anderen die leicht spiegelnde Glasoberfläche.

Oxygen OS mit neuen Software-Funktionen

Der Fingerabdrucksensor ist im Display integriert, es handelt sich um eine optische Abtastung. Technisch ist das Phone auf der Höhe der Zeit, softwareseitig kommt das Betriebssystem Oxygen OS hinzu, das auf der neuesten Android-Version 9 aufsetzt und viele Extras enthält. Die wichtigsten Neuerungen:

  • Screen Recording mit interner und externer Audio-Aufnahme, man kann also ein Spiel oder eine Aktion mitschneiden und dabei kommentieren. 
  • Der „Zen-Modus“ versetzt das Gerät für einen definierten Zeitraum in eine Art Koma: Man kann nur noch Notrufe absetzen und Fotos machen, alle anderen Funktionen sind gesperrt, und diese Sperre lässt sich nicht umgehen, wenn der Modus einmal aktiviert wurde. 
  • Ebenfalls neu und innovativ ist, was OnePlus sich als Ersatz für die beim 7 Pro fehlende Benachrichtigungs-LED hat einfallen lassen: Ein Pixel-Streifen an den Rändern des OLED leuchtet im Intervall auf und signalisiert so, wenn es Neuigkeiten gibt. 

Fazit

Auf der langen Ausstattungsliste haben wir nur zwei Dinge vermisst: Eine IP-Zertifizierung und den drahtlosen Ladestandard Qi. Vor allem letzteres schmerzt und ist ein klarer Wettbewerbsnachteil. Wer darauf verzichten kann, sollte sich das Phone unbedingt anschauen. Das Display ist bombastisch, das Preis-Leistungsverhältnis sehr gut. Mehr Highend für weniger Geld gibt es nicht.

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