Testbericht

Porsche Design P'9611

15.11.2007 von Redaktion connect und Wolfgang Bauernfeind

Porsche zu fahren ist für viele ein Traum. Ein Stückchen dieses Traums kann man sich jetzt ins Auto holen: Das Navi Porsche Design P'9611 ist das am besten verarbeitete und wertigste Navigationsgerät, das die connect-Tester bisher in den Händen hielten.

ca. 3:10 Min
Testbericht
  1. Porsche Design P'9611
  2. Datenblatt
  3. Wertung
Porsche Design P'9611
Porsche Design P'9611
© Archiv
Halterung
Die Löcher an den Seiten dienen als Austrittsöffnungen für die Töne des Lautsprechers im Inneren.
© Archiv

Porsche - dieser Name steht für einen starken Antritt, straffen Durchzug und unverwechselbares Design, sprich: für Sportwagen-Faszination in Reinkultur. Diesem guten Ruf will auch das erste Porsche-Navi namens Porsche Design P'9611 (795 Euro) gerecht werden. Die Voraussetzungen dazu sind gut, denn das P'9611 liegt gleich mit einer absolut wertigen Schwere in der Hand. Und die Porsche-Designer haben es außerdem geschafft, ein Navigationsgerät zu kreieren, das nach Renntechnik aussieht - die Kombination aus gummierten Oberflächen und Alu-Finish wirkt so sportlich wie edel. Das Design erstreckt sich auch auf die Halterung: Ein dicker gummierter Arm präsentiert einem das Navi wie auf dem Silbertablett.

Dieser Haltemast hat es in sich, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn in seinem Inneren sitzt ein potenter Lautsprecher, der alle Audiosignale gut verständlich und laut wiedergibt. Dabei bleibt der Speaker unsichtbar, die Töne treten durch kleine Löcher nach außen. Wackeln kennt die Halterung nicht, Flexibilität schon - dafür sorgt ein Kugelgelenk am Ende des Armes. Da das Stromkabel direkt am Haltesockel sitzt, kann man das Navi schnell herausnehmen, um es vor Langfingern zu sichern.

Außen Porsche, innen Navigon

Zieleingabe
Bei der Zieleingabe gibt es einige Buttons, die großen Fingern nicht besonders entgegenkommen.
© Archiv

In der Gummierung auf der Rückseite liest man "directed by Navigon" - das Porsche-Navi basiert weitgehend auf dem 7110 des deutschen Herstellers. Die Bedienoberfläche wurde jedoch an die Porsche-Optik angepasst: Die Buttons glänzen im Alu-Look, sonst herrschen dezente schwarzgraue Farbverläufe. Die Bedienung macht einfach Spaß - dem stylishen Finish und dem großen 4,3-Zoll-Display sei Dank. Nicht so super sind allerdings die kleinen Buttons der Scroll-Leisten, und bei der Zieleingabe mag mancher die Buchstabenausblendung vermissen. Dafür bietet das Navi schon nach wenigen Buchtaben eine Auswahl an Orten.

Fast alles drin und dran

Ausstattungsseitig fällt beim Vergleich mit dem 7110 nur eines auf - dem P'9611 fehlt die Sprachsteuerung. Ansonsten wird hier aus dem Vollen geschöpft. So ist eine Bluetooth-Freisprechanlage an Bord, die dank des Lautsprechers im Haltesockel eine Top-Verständlichkeit bietet. Der User kann das Telefonbuch des Handys über die Software einsehen, Namen über Texteingabe suchen und Sonderziele anrufen. Für vier Schnellwahlnummern liegen eigene Buttons bereit. Für die normale Rufnummerneingabe gibt's extragroße Tasten. Ausgefeilt geht es auch in der Kartenansicht weiter. Hohen Nutzwert bieten die Infofelder für Entfernung und Zeit zum Ziel, Ankunftszeit und Geschwindigkeit. Fährt man einmal schneller als erlaubt, so warnt einen das Navi akustisch und optisch.

POIs
Nützliche POIs, die direkt auf der Route liegen, kann man sich in einer eigenen Ansicht anzeigen lassen.
© Archiv

Damit man in der Hektik der Großstadt die Übersicht behält, gibt's einen Spurassistenten: Pfeile zeigen alle Fahrbahnen an, die zu befahrenden werden hervorgehoben. Einen Schritt weiter geht der "Reality View": An vielen großen Autobahnkreuzen wird ein Bild eingeblendet, das die Situation realistisch darstellt. Missverständnisse ausgeschlossen! Weiterhin kann man sich zum Beispiel eine Liste mit Sonderzielen (POIs) auf der Route anzeigen lassen. Art und Distanz zu den POIs werden übersichtlich dargestellt. Ein Druck auf einen der POIs, und man wird dort hingelotst. Ebenso intuitiv geht man mit den TMC-Infos um. Alle Meldungen ruft man sich schnell in einer Liste auf. Anschließend steht es einem frei, nach Staus, Behinderungen oder Unwettermeldungen zu filtern oder sich nur streckenrelevante Hindernisse anzeigen zu lassen. Ausführliche Infos und die Position auf der Karte gibt's natürlich dazu.

Top: Übersicht und Zielführung

Reality View
Autobahnkreuze stellt das Navi in einer realistischen Ansicht dar. So weiß man hundertprozentig, wo es langgeht.
© Archiv

Trotz der Ausstattungsvielfalt verliert man nie den Überblick, denn alle Funktionen sind sehr gut eingebettet und auffindbar. Die Buttons für Freisprecheinrichtung und MP3-Player sind immer erreichbar; man kann blitzschnell zwischen den Anwendungen wechseln. Bisher sahnten Navigon-Geräte stets Bestnoten bei der Zielführung ab. Das P'9611 macht da keine Ausnahme. Die Routenwahl bewegt sich sehr nahe am Optimum: Man wird auf dem schnellsten Wege durch Stadt und Land gelotst, ohne geschwindigkeitsbeschränkte Straßen befahren zu müssen. Flüssig und ohne Positionierungsfehler bewegt sich das Fahrzeugsymbol fort. Das Timing der Sprachanweisungen ist ebenfalls nahezu perfekt. Die freundliche Stimme lässt einen nicht im Stich, auch wenn es um Spurwechsel oder aufeinanderfolgende Abbiegepunkte geht. Dass die Berechnungsdauer für Strecken etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt, mag man dem Porsche verzeihen.

Fazit

Das P'9611 liegt in der Endwertung fast gleichauf mit dem Navigon 7110, der Punktunterschied resultiert lediglich aus der fehlenden Sprachsteuerung. Die Preisdifferenz von 300 Euro ist ebensoleicht erklärt: Image und hochwertige Verarbeitung haben ihren Preis.

Video zum Porsche Design P'9611 - klicken Sie hier!

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