Smartphone

Samsung Galaxy Fold im Test

Das Samsung Galaxy Fold könnte mit seinem biegsamen Flexdisplay eines Tages als Technologievorreiter in die Smartphonegeschichte eingehen. Dazu muss aber im connect-Test alles gut klappen.

© Samsung / Montage: connect

Samsung Galaxy Fold im Test: Offen für Neues

Pro

  • serienreifes Faltdisplay
  • 18,5-cm-OLED-Bildschirm
  • Highendchip und viel Speicher
  • praxisgerechtes Bedienkonzept mit cleveren Zusatzfunktionen
  • vielseitige Triple-Kamera
  • überzeugende Ausdauer
  • 5G-und WiFi-6-Unterstützung
  • induktives, bidirektionales Laden
  • exzellente Akustik und starke Funkleistungen im Testlab

Contra

  • Handlichkeit
  • sichtbare Falte im Flexdisplay
  • Cover-Bildschirm sehr klein
  • Single-SIM, kein Speicherslot
  • hoher Preis

Fazit

connect-Testurteil: gut (414 von 500 Punkten)
82,8%

Mit dem Galaxy Fold schlägt Samsung ein völ­lig neues Smartphonekapitel auf. Dabei geht es auch um die innovative Definition des „Klapp-­Handys“. Möglich macht‘s der technische Fortschritt. 

Die selbstleuchtenden OLED-­An­zeigen können heute so dünn und biegsam gefertigt werden, dass sie sich für den Einbau in marktfähige mobile Endgeräte eignen. 

Diese Pionierleistung ist Samsung mit dem 5G­-fähigen Galaxy Fold gelungen. Warum machen die Koreaner das? Offensichtlich, weil sie es können. 

Und: Weil größere Smartphones an­gesagt sind. Phones mit üppigeren Bilddiagonalen erleichtern unter­wegs den Verzicht auf Zweitgeräte wie Tablets. 

Sie steigern das Enter­tainmenterlebnis, die Gaming­-Ex­perience und auch die Produktivität beim Arbeiten und Kommunizieren. Samsungs Flexdisplay legt dies­bezüglich mit einer Bilddiagonale von 18,5 Zentimetern (7,3 Zoll) die Messlatte besonders hoch. 

Ansons­ten gibt sich die klappbare XXL­-Anzeige im heute ungewöhnlichen, fürs mobile Kinovergnügen weniger ge­eigneten 4,2:3­-Format unspektakulär.

Pixeldichte (362 ppi) und Lichtausbeute sind noch okay. Bei den Kontrasten in dunkler Umgebung und in Innenräumen gibt‘s einen klaren „Daumen nach oben.“ Letztlich ließ sich der mittige Knick im Hauptdisplay nicht ka­schieren. 

Vor allem aus schrägeren Perspektiven und bei dunklen Hin­tergründen wird die auch mit den Fingern fühlbare Falte sichtbar. Auf­grund der hohen mechanischen Be­anspruchung im Knickbereich empfiehlt sich allemal ein sorgsamer Umgang. Aber das versteht sich an­gesichts des stolzen Preises von 2100 Euro ohnehin fast von selbst. 

© Samsung

Der aufwendige Klappmechanismus des Galaxy Fold: Das robuste Scharnier mit seinen ineinandergreifenden Zahnrädchen funktionierte in unseren Tests tadellos.

Die geforderte Praxistauglichkeit war in unseren Tests gegeben: Der Klappmechanismus läuft nicht zu schwer, aber auch nicht zu leicht. Das Zahnradscharnier bewegt sich geräuschlos und stärkt das Vertrauen in dessen Langlebigkeit. 

Auch beim Display scheinen die Optimierun­gen nach der Kritik an den ersten Geräten vom Frühjahr zu greifen. Die Displayschutzfolie ist nun unter dem Gehäuserahmen fixiert.

Zusätz­liche Stege zwischen den beiden Ge­häusehälften oben und unten schüt­zen Folie wie Scharnier vor Verfor­mungen und unerwünschten Eindringlingen wie Staubkörnern. Eine diesbezügliche IP-­Zertifizierung kann das Fold nicht vorweisen. 

Das top verarbeitete Gehäuse des 275 Gramm schweren, in Schwarz oder Silber erhältlichen Fold besteht aus einem magnetischen Metallrahmen und spiegelndem Glas.

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Auch im Hochformat einsetzbar 

Wer nur mal schnell seine Nachrich­ ten checken, ein Telefonat führen oder ein Foto erstellen möchte, kann das Galaxy Fold im geschlossenen Zustand nutzen. Zugeklappt steigt die Dicke auf knapp 17 Millimeter an, was neben dem Gewicht das Handling erschwert. 

Für einen ungehinderten Informationsfluss steht auf der Vorderseite ein zweites AMOLED-­Display mit höherer Pixeldichte (399 ppi) bereit. 

Im Ver­gleich zum Hauptbildschirm wirkt die 21:9­-Cover­-Anzeige mit ihren 11,5 Zentimetern sehr klein. Folg­lich erfordern die winzigen Touch­ -Bedienelemente im wahrsten Wort­sinn viel Fingerspitzengefühl. Das gilt beispielsweise bei der Dreifach­kamera für die Schaltflächen zur Wahl der gewünschten Optik.

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Durchdachtes Bedienkonzept 

Insgesamt lief die Bedienung wie am Schnürchen. Das gilt auch für die von Samsung neu ersonnenen Funk­tionen. Dazu zählte bei den ausprobierten Apps die reibungslose Über­nahme der Bildschirminhalte oder auch die Fortführung der Musik­ und Videowiedergabe beim Wechsel von der Cover­-Anzeige auf das Flex­display und umgekehrt. 

Passionier­te Multitasker können drei aktive Anwendungen parallel auf der XXL­-Anzeige anordnen. Die Samsung­ty­pische teilbare Tastatur erleichtert das Schreiben im „Tablet“­-Modus. Auf dem Galaxy Fold läuft das noch aktuelle Android 9 in Kombination mit der hauseigenen Oberfläche One UI 1.5. 

Softwareseitig sind Samsung­spezifische Extras an Bord. Dazu gehört die Möglichkeit, Dateien mit Passwort und Fingerabdruck zu schützen oder auch deren mittler­weile deutsch sprechende Sprach­assistentin Bixby. 

Die Fotoqualität der Triple­Haupt­ kamera bewegte sich – unabhängig von der verwendeten Optik  –  auf gutem, bei Tageslicht sogar auf sehr gutem Niveau. Ein vergleichbares Bild ergab sich bei den mit der Cover­Kamera oder der  Dual­Front­ kamera erstellten Selbstportraits.

© Samsung / Montage: connect

Dual-Front-Kamera mit 10 MP (80 Grad Sichtfeld) und 8 MP-RGB-Tiefensensor

Leistung und Speicher satt

Für eine vorbildliche Performance und herausragende Benchmarkwerte sorgt Qualcomms aktueller High­end­-Systemchip. Dem Snapdragon 855 stehen beachtliche 12 GB Arbeitsspeicher und rund 460  GB frei nutzbarer Platz zur Seite. Für Speichererweiterungen und eine zweite Nano-­SIM­-Karte ist kein Platz. 

Wohl aber für den Qualcomm Modemchip X50. Damit kann das Galaxy Fold auch im Band um 3,5 GHz (Sub-­6) funken und somit die partiell bereits verfügbare erste Aus­baustufe der neuen 5G­-Mobilfunk­netze nutzen. Im Heimnetzwerk hilft schnelles WLAN nach dem Standard 802.11ax  (WiFi 6) dem Datentrans­fer auf die Sprünge. 

Ebenfalls top: Die Hightechkom­ponenten und das große Flexdisplay beeinträchtigen die Ausdauer nicht. Bei unseren Messungen im ausgeklappten Zustand kam das Fold im Praxismix auf hervorragende 10 Stunden und 19 Minuten. 

Geladen werden die beiden Akkus mit einer Gesamtkapazität von 4235 mAh und übergreifendem Energiemanagement über den beigelegten 15-­Watt­-Netzadapter oder kabellos über ein geeignetes Qi­-Ladepad. 

Über die im Fold­-Phone integrierte Spule kön­nen auch Gadgets wie Samsung Smartwatches und die ebenfalls mit­ gelieferten, hochwertigen Blue­tooth-­In­-Ear­-Hörer (Galaxy Buds, 149 Euro) bei  Bedarf frische Energie tanken.

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Grünes Licht aus dem Labor 

Der positive Gesamteindruck wurde im Testlab untermauert. Die Funk­ eigenschaften überzeugten durch­weg. Im 3G-­Netz gab es dafür sogar die Note „sehr gut“. Mit den Ergeb­nissen der Akustikmessungen war das Labor ebenfalls hochzufrieden. 

Beispiel: Beim Telefonieren sorgt der weiter als üblich von der Gehäuse oberkante entfernte und da­mit akustisch günstiger platzierte Cover­Lautsprecher für eine kräf­tigere Stimmenwiedergabe – eine von vielen Finessen, die das Galaxy Fold ohnehin auszeichnen. 

Kurzum: Hier bekommen Technikbegeisterte, was sie suchen: Ein Smartphone mit echten Alleinstellungsmerkmalen. Da unser aktuelles Punkteraster die Vorzüge eines großen Flexdisplays nur teilweise berücksichtigt, die Nachteile bei Größe und Gewicht aber voll einfließen, haben wir in diesem Fall aus Gründen der Fair­ness auf eine Einordnung in unsere Bestenliste verzichtet.

© WEKA Media Publishing GmbH

Testsiegel connect gut

Fazit

Für 2100 Euro die Gesamtnote „gut“. Das klingt zunächst er- nüchternd. Woran liegt es? An den nach heutigem Stand der Technik konstruktionsbedingt kaum vermeidbaren Nachteilen in der Größe und im Gewicht, was zu harten Punktabzügen in der Handlichkeit führte. 

Ansonsten schlug sich das erste serienreife Phone mit faltbarem XXL- Display prächtig. Nüchterne Testergebnisse können ohnehin nur ansatzweise beschreiben, was Technologievorreiter leisten. Mit dem Galaxy Fold hat Samsung einen großen Schritt gemacht. Klar ist auch: Künftige Foldables müssen noch „smarter“ und günstiger werden.

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