Highend-Smartphone mit Stift

Samsung Galaxy Note 10 und Note 10+ im ersten Test

Samsung hat mit dem Galaxy Note 10+ eines der größten Smartphones des Jahres 2019 vorgestellt. Der Highender bietet neben dem Stift viele weitere technische Finessen. Connect konnte Note 10 und Note 10+ bereits in die Hand nehmen.

Samsung Galaxy Note 10

© connect

Links das Galaxy Note 10+ (1099 Euro), rechts das Note 10 (949 Euro).

Pro

  • Elegantes Design mit frontfüllendem Display
  • top Verarbeitung mit IP 68
  • brillante OLEDs liefern tolle Darstellung
  • das kleine Note 10 ist ein kompakter Handschmeichler
  • Stiftbedienung tief im System integriert
  • drahtloses Aufladen und bei Plus-Modell Schnellladen mit 45 Watt

Contra

  • keine Klinkenbuchse
  • kleines Note 10 ohne Speichererweiterung
  • hoher Preis

Fazit

Mit der neuen Note-Serie hat Samsung zwei Smartphones im Portfolio, die kaum Angriffsfläche bieten und stattdessen bei Software und Ausstattung ganz weit oben mitspielen.

Mit einer Vorder- und Rückseite aus kratzfestem Gorilla Glas 6, das von einem schmalen Metallrahmen eingefasst wird, erinnert das Note 10+ nicht nur optisch an das Galaxy S10 5G, auch die Abmessungen sind fast gleich. Den großen Unterschied markiert das kantige Design: Die Ecken sind nicht so rund und der Metallrahmen ist oben und unten plan geschliffen, sodass man das Phone mit viel Fingerspitzengefühl auch senkrecht aufstellen kann. Beide Smartphones gehören in die Schwergewichtsklasse und haben eine Größe, die man mögen muss. 

Die kleinere Note-Version ohne „Plus“, das Note 10, ist im Vergleich deutlich kompakter und leichter, ein Handschmeicher, der mit dem Galaxy S10 vergleichbar ist. Beide Note-Modelle haben den Fingerabdrucksensor direkt im Display integriert (Ultraschall), sind nach IP68 zertifiziert und können drahtlos aufgeladen werden (das Note 10 mit 12 Watt, das Plus mit 15 Watt). 

Die Preise haben es in sich: Das Note 10 kostet 949 Euro mit 256 GB Speicher, das Note 10+ startet bei 1099 Euro (256 GB), für die Version mit doppelt so viel Speicher werden 1199 Euro fällig. Vom Note 10+ wird es auch eine 5G-Variante geben, die mit 256 GB ebenfalls 1199 Euro kostet. Der Verkauf in Deutschland startet am 23. August 2019. Beide Smartphones sind Dual-SIM-fähig, beim Plus-Modell ist der Steckplatz hybrid, man kann stattdessen auch eine micro SD einlegen. Das bedeutet: Dem kleinen Note 10 fehlt eine Speichererweiterung.

Samsung Galaxy Note 10

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Der Rahmen ist unten und oben plan geschliffen. Unten rechts ist der S Pen magnetisch verankert.

Die technischen Daten zum Galaxy Note 10

  • Display: 6,3 Zoll, 2280x1080 Pixel, 401 ppi
  • CPU: Exynos 9825 (2,7 GHz + 2,4 GHz + 1,4 GHz)
  • Speicher: 8 GB RAM, 256 GB UFS-3.0-Speicher, kein Micro-SD
  • Akku: 3.500 mAh, Schnellladen bis zu 25 Watt, drahtlos Laden bis zu 12 Watt
  • Hauptkamera: Triple-Kamera (12 MP mit variabler Blende F1.5, F1.8, F2.4; 16 MP Ultraweitwinkel, F2.2; 12 MP Tele, F2.1, 2-facher Zoom)
  • Frontkamera: 10 MP, F2.2
  • Größe und Gewicht: 151 x 71,8 x 7,9 mm, 167 g
  • Farben: Silber, Schwarz, Pink
  • Sonstiges: S-Pen mit Gestensteuerung, Fingerabdrucksensor im Display, IP68-Zertifizierung, Android 9 mit One UI, Dual-SIM

Die technischen Daten zum Galaxy Note 10+

  • Display: 6,8 Zoll, 3040x1440 Pixel, 498 ppi
  • CPU: Exynos 9825 (2,7 GHz + 2,4 GHz + 1,4 GHz)
  • Speicher: 12 GB RAM, 256/512 GB UFS-3.0-Speicher, Micro-SD-Slot
  • Akku: 4.300 mAh, Schnellladen bis zu 45 Watt, drahtlos Laden bis zu 15 Watt
  • Hauptkamera: Triple-Kamera (12 MP mit variabler Blende F1.5, F1.8, F2.4; 16 MP Ultraweitwinkel, F2.2; 12 MP Tele, F2.1, 2-facher Zoom), ToF-Sensor
  • Frontkamera: 10 MP, F2.2
  • Größe und Gewicht: 162,3 x 77,1 x 7,9 mm, 198 g
  • Farben: Silber, Weiß, Schwarz, Pink
  • Sonstiges: S-Pen mit Gestensteuerung, Fingerabdrucksensor im Display, IP68-Zertifizierung, Android 9 mit One UI, Dual-SIM
Samsung Galaxy Note 10 mit S Pen Menü

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Wenn man den S Pen unten rechts herauszieht, öffnet sich ein Menü mit vielfältigen Interaktionsmöglichkeiten.

Display und Prozessor

Das Display ist auf beiden Smartphones ein Knaller, aber besonders das 6,8 Zoll große OLED auf dem Note 10+ entpuppt sich als Hingucker – es ist der größte Smartphone-Touchscreen, den Samsung im Portfolio hat. Obwohl das Phone praktisch genauso groß ist wie das S10+ 5G, kitzelt Samsung 0,1 Zoll mehr heraus, sodass die Vorderseite nur noch aus Display besteht, die schmalen Ränder fallen kaum ins Gewicht. Die mittige Anordnung der Frontkamera hat uns gut gefallen, auch weil der Durchmesser nur ein paar Millimeter misst und der kleine schwarze Punkt auf dem Display kaum stört. Dass die Auflösung beim kleineren Note 10 niedriger ist, fällt nicht einmal dann auf, wenn man sich beide Phones dicht vor die Augen hält. Helligkeit und Blickwinkelstabilität sind Samsung-typisch top.

Unter dem Display werkelt mit dem Samsung Exynos 9825 eine neue Prozessorgeneration, die im 7-Nanometer-Verfahren gefertigt wurde und damit besonders viel Leistung bei gleichzeitig niedrigem Stromverbrauch verspricht. Der maximale Takt liegt bei 2,7 GHz. Das SoC kommt in Deutschland mit 8 GB RAM (Note 10), beziehungsweise 12 GB RAM (Note 10+) – das verspricht Leistung satt. 

Galaxy Note 10 mit S Pen

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In den Einstellungen kann man festlegen, welche Aktionen mit dem S Pen verknüpft werden.

Kamera und Klinkenbuchse

Das Kamerasystem übernehmen die beiden Note-Modelle vom S10 5G: Der Standard-Weitwinkel mit 12 Megapixel wird flankiert von einer Ultra-Weitwinkeloptik mit 16 Megapixel und einer Tele-Brennweite mit 2-fachem Zoom und 12 Megapixel. Hinzu kommt (nur beim Note 10+) ein ToF-Sensor für präziseres Bokeh und Abstandsmessungen. Die Bildqualität dürfte sich auf dem Niveau des S10 5G bewegen, was bedeutet: Gute Qualität bei guten Lichtverhältnissen, wenn es dunkler wird, haben dagegen Konkurrenten wie das OnePlus 7 Pro und das Huawei P30 Pro qualitativ die Nase vorn. Das gilt auch für den Zoom, der statt einer dreifachen (7 Pro) oder fünffachen (P30 Pro) nur eine zweifache Vergrößerung bietet. 

Im Unterschied zum S10 5G und zum Note 9 hat Samsung auf eine Klinkenbuchse verzichtet, außerdem fällt die Taste für den smarten Assistenten Bixby weg – letzteres werden die meisten Nutzer wahrscheinlich nicht vermissen. Hochwertige AKG-Kopfhörer gehören weiterhin zum Lieferumfang, nur diesmal eben mit USB-C- statt Klinkenstecker. Wichtig: Ein USB-C-auf-Klinke-Adapter gehört nicht zum Lieferumfang. 

Galaxy Note 10+ und Note 10

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Links das Note 10+ in weiß, rechts das Note 10 in glänzendem Silber. Dem kleineren Modell fehlt der ToF-Sensor.

Samsung One UI mit Stift

Beim Betriebssystem bietet Samsung mit seiner ausgereiften und optisch ansprechenden Benutzeroberfläche One UI 1.5, die auf Android 9 aufsetzt, ein gewohnt hohes Niveau. Das Alleinstellungsmerkmal ist der S Pen, der rechts unten im Gehäuse verankert ist und auf leichten Druck etwa einen Zentimeter herausfedert, sodass man ihn bequem ziehen kann. Daraufhin öffnet sich ein Menü, das mit seinen zahlreichen Funktionen deutlich macht, wie tief Samsung den Stift im System integriert hat. Besonders gut gefallen hat uns hier die Texterkennung, die im Vergleich mit dem Note 9 verbessert wurde und handschriftliche Notizen zuverlässig umwandelt.

Ein neues und von Samsung stark beworbenes Feature ist S Pen Air Actions, bei dem das Smartphone gesteuert wird, ohne das Display zu berühren. Die Interaktion erfolgt mittels Gesten, die mit dem Stift über dem Display in die Luft gezeichnet werden. Das Ganze ist aber weit weniger präzise als die direkte Berührung – warum man mit dem Stift vor dem Display herumfuchteln soll, statt es direkt anzutippen, bleibt das Geheimnis von Samsung. Wesentlich sinnvoller erscheint uns da die Möglichkeit, die Selfie-Kamera mit dem Stift aus ein paar Metern Entfernung auszulösen. Gut gefallen hat uns außerdem "Screen Off Memo", das das Schreiben einer schnellen Notiz auf dem deaktivierten Display erlaubt. 

Fazit: Der Stift ist teuer

Mit der neuen Note-Serie hat Samsung zwei Smartphones im Portfolio, die kaum Angriffsfläche bieten und stattdessen bei Software und Ausstattung ganz weit oben mitspielen. Wie gut die Kamera ist, muss sich allerdings noch zeigen. Die Preise sind gepfeffert, folgen aber einem Branchentrend. Eine attraktive Alternative kommt vom Hersteller selbst mit der S10-Serie. Die ist im Schnitt 300 Euro günstiger und abgesehen vom fehlenden Stift und vom kleineren Speicher gibt es kaum Unterschiede.

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