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Testbericht

stereoplay Messtechnik: Immer an der Wand entlang

Zum Trost leidet der Klang in der Praxis nicht so dramatisch, wie die Messungen glauben machen.

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Peter Schüller (Leitung Testfactory)

Direkt vor einer Wand betrieben, haben alle Lautsprecher mit einem grundsätzlichem Problem zu kämpfen: Der von der nahen Grenzfläche zurückgeworfene Schall überlagert sich dem Direktschall und führt je nach Wellenlänge der abgestrahlten Frequenz unweigerlich zu mehr oder weniger ausgeprägten Auslöschungen und Überhöhungen - und eben nicht wie allgemein kolportiert nur zu einer gleichmäßigen Verstärkung im Bass und Grundton, der man konstruktiv oder mittels Equalizer mit entsprechender Pegelabsenkung in diesem Bereich leicht beikommen könnte.

Wie die in der Bildergalerie stehenden Grenzflächen-Messungen unter 4 verschiedenen Winkeln (senkrecht zur Wand = rote Kurve, entspricht bei den meisten Modellen der normalen axialen Abstrahlrichtung; 30°, 60° sowie 90° seitlich, also in Wandrichtung) belegen, ist die Sache viel komplizierter: Zunächst erfolgt tatsächlich eine Bassverstärkung, jedoch gefolgt von einem starken Pegeleinbruch, der sich je nach Abstand der akustischen Quelle von der Wand - respektive der Tiefe des Lautsprecher-Gehäuses - und je nach Abstrahlrichtung zwischen 200 und 1000 Hertz einstellt, einem tonal sehr empfindlichen Bereich. Prinzipiell vermeiden lassen sich diese Welligkeiten nur durch bündig in die Wand eingelassene Lautsprecher.

Möglichst breite - wie die Revel Ultima Gem 2 - und/oder flach auslaufende Boxen - wie die Thiel Power Point - können die Effekte mildern. Zum Trost leidet der Klang in der Praxis nicht so dramatisch, wie die Messungen glauben machen: In normaler Hörposition entscheidet auch der Diffusschallanteil durch Reflexionen des vom Lautsprecher in alle Richtungen abgestrahlten und sich im ganzen Raum ausbreitenden Schalls darüber, wie eine an der Wand betriebene Box klingt.

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