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Technics Ottava SC-C30 im Test

Design-HiFi at its best. Musik flutet den Raum, schöner Klang, Stereo aus einer einzigen Skulptur. Technics zeigt es mit dem C30 vorbildlich und öffnet die Tor weit für HiRes und Co. Lesen sie hierzu unseren Test.

© Technics

Technics Ottava SC-C30 im Test

Pro

  • großes Klangbild
  • erstaunliche Klangraft

Contra

  • kabelloser Musikgenuss über Google Home

Fazit

stereoplay Testurteil: 68 Punkte, Klang: 46, Preis/Leistung: überragend

Das mag die Marketing-Strategen so antreiben? Die neue All-in-One-Lautsprecher-Serie von Technics heißt „Ottava“. Zwei Möglichkeiten: Man hat sich verschrieben und meint in Wirklichkeit die kanadische Stadt Ottawa. 

Oder man hat sich tatsächlich auf das seltene Gewichtsmaß aus Portugal und Brasilien kapriziert. Vielleicht kokettiert man auch mit der gleichnamigen Hängeleuchte von Ikea.

Die Wahrheit im Namen 

Nein. Die Wahrheit ist einfach – Ottava ist das italienische Wort für die Oktave. Also doch ein musikalischer Bezug. Da gibt es beispielsweise einen ganz großen Player/Streamer, mit Top-Lader und zwei echten Stereo-Lautsprechern an der Seite. Immer noch kompakt, aber edel und preislich gehoben. 

Ganz programmatisch setzt Technics noch ein „de luxe“ an die Komponente. Auch wir haben uns für einen gehobenen Preis entschieden – den All-in-One-Stereospezialisten Ottava C30, der immerhin mit 600 Euro in den Büchern steht. Und zu den schönsten und im Design edelsten Vertretern dieser Gattung gehört. Wir sind beeindruckt vor dem ersten Ton.

Den C30 haben die Japaner erst bei der High-End-Messe in München aus dem Sack gelassen. Wir waren sofort angefixt. Die Form ist edel-geschwungen. Das ist ein Highlight im Wohnraum, ohne Frage. Schnell stellt sich ein Besitzer die Frage: Muss es nur einer sein? Zwei C30 lassen sich mit einem der nächsten Software-Updates zu einem Stereopaar verkuppeln. 

Der Kleine will nicht nur spielen, er meint es ernst. Man kommt hinein per USB, aber auch per Ethernet. Bedeutet: Ich kann meine hauseigene Musiksammlung von der NAS zuspielen. Leider zwingt Technics uns beim kabellosen Musikgenuss Google Home auf. Bitte den Code in der Bedienungsanleitung scannen und Google Home auf dem Smartphone installieren. 

© Technics

Wer verfügt über so ein Wohnzimmer? Grau trifft Edelschwarz, dazu ein weißes Fahrrad an der Wand. Nicht realistisch. Doch der Technics C30 klingt höchst real – auch konfigurierbar als Stereo-Doppelpack.

Aber der C30 versteht uns auch per Apple AirPlay. Dazu gibt es noch Spotify und Chromecast. Wer alle möglichen Klangeinstellungen ausschöpfen will, lädt sich auch das hauseigene „Technics Audio Center“ herunter. Alles komplex, aber es läuft. Und hinterlässt das gute Gefühl, dass man diesen Initiationsritus nur einmal über sich ergehen lassen muss.

FLAC plus DSD 

Jetzt wird es spannend. Denn die meisten Konkurrenten sparen an den möglichen auslesbaren Formaten. Nicht so Technics. Hier wird das ganz große Angebot aufgetischt. Wir stemmen FLAC bis 384 Kilohertz und 24 Bit, selbst DSD wird bis 11,2 Megahertz konvertiert. Das ist enorm und verdient ein Extralob. 

Auch der Innenaufbau zeigt Ambition. Es gibt zwei Tieftöner mit 6,5 Zentimetern in der Diagonale, dazu je zwei Hochtöner mit 1,6 Zentimetern – alles eher klein aber fein. Für den Bass wurde ein eigener Subwoofer mit zwölf Zentimetern abgestellt. Das könnte gut klingen, aber ohne die richtige Kontrolle auch zum Chaos führen. 

Deshalb hat Technics das Kürzel LAPC erdacht – das steht für „Load Adaptive Phase Calibration“. Die Membranen werden also nicht nur mit Kraft befeuert, sondern zugleich auch an die Kandare genommen. Die Kraftzufuhr selbst ist nicht protzig, sondern praktisch: 

Die Stereo-Speaker werden mit je 15 Watt bedacht, 30 Watt gehen an den Woofer. In das Kraftgeflecht mischt sich auch die hauseigene „Space Tune“-Raumkalibrierungssoftware – der Kleine soll den Raum fluten und mehr Informationen erschaffen, als die Augen erahnen lassen.

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Praktischer Begleiter 

Alles nur Versprechen, alles nur schöne Aussagen? Was hat der kleine C30 wirklich unter der Haube? Ein zweites Exemplar und die Pairing-Software standen noch nicht zur Verfügung. Dann eine Überraschung. Ein C30 allein erschafft ein wirklich großes Klangbild. 

Nicht die höchsten 3D-Gefühle, aber immerhin. Wir sind jung, wir sind in den modernen Medien aufgewachsen und suchen einen schönen, praktischen Klangbegleiter – der C30 erfüllt diese Ansprüche, als wäre er ein Archetyp. Es strömte in unserem Hörraum angenehm, die Abstimmung setzte auf Samt, der Bass erschien in kultivierter Kontrolle. Aber er vermittelt Freude. 

Alles sehr sittsam und tendenziell warm – auch bei schwierigen und historischen Aufnahmen, selbst bei kühlen frühen CDs, nie herrisch oder hart, selbst bis zu hohen Pegeln hinauf. Technics hat hier erstaunliche Klangkraft in ein überaus kompaktes Gehäuse integriert. Wer mehr will, legt sich einen zweiten Mitspieler zum echten Stereo-Set zu.

Fazit

Hier erklingt ein überaus schlaues All-in-One-System. Wir können erstaunlich viele Musikformate zufüttern. Bis hin zu DSD. Die Bedienung ist elegant, der Klangeindruck vermittelt Größe und Eleganz – und eine erstaunliche Dynamik.

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