Import-Smartphone

Xiaomi Mi Note 2: Kamera, Software, Ausdauer

Inhalt
  1. Xiaomi Mi Note 2 im Test
  2. Xiaomi Mi Note 2: Kamera, Software, Ausdauer

Auch die Kamera kann nicht überzeugen: Dank Sonys 23-Megapixel-Sensor IMX318 mit Hybrid-Autofokus (Phasen- und Kontrastmessung) gelingen zwar hochauflösende Fotos, die auch nicht verwackeln, wenn sie schnell aus der Hüfte geschossen sind. Die Artefakte, die sich mitunter sogar bei guten Lichtverhältnissen ins Bild schleichen, machen aber klar, dass hier kein Kameraprimus am Werk ist, der mit dem Huawei P10 oder Samsungs Galaxy-Modellen mithalten kann. Bei einem hohen Kontrastumfang oder wenig Licht fällt die Qualität merklich ab.

Dazu passt auch die Kamerasoftware, die vergleichsweise wenige Zusatzfunktionen bietet. Wer großen Wert auf die Kamera legt, ist beim Mi Note 2 an der falschen Adresse.

Umfangreiches Software-Paket 

Xiaomi setzt bei seinen Smartphones auf die eigene Oberfläche MIUI, die zwar auf Android basiert, aber so stark verändert wurde, dass Google kaum noch darunter erkennbar ist. Der Android-typische App-Drawer fehlt, alle Apps, Einstellungen und Extras sind wie beim iPhone über den Startbildschirm erreichbar. Zu entdecken gibt es jedenfalls eine ganze Menge, etwa eine erweiterte App-Verwaltung (inklusive App-Sperre), eine Sicherheitszentrale, außerdem eine umfangreiche Gestensteuerung und die Möglichkeit, eine App mit zwei​ Accounts parallel zu nutzen. Hinzu kommen zahlreiche Dienste, denen Xiaomi seine Popularität in China zu einem nicht unwesentlichen Teil verdankt: Instant Messaging, ein digitales Portemonnaie und die Mi Cloud mit Online-Speichermöglichkeiten für Fotos, Videos, Notizen und viele andere Daten. Alles präsentiert sich gut verpackt in einer stimmigen Benutzeroberfläche, die über einen Theme Manager umfangreich angepasst werden kann. Allerdings lassen sich viele Apps und Dienste hierzulande gar nicht nutzen, weil Xiaomi sie nur auf dem chinesischen Markt anbietet.​

Oberfläche

© Screenshot WEKA / connect

Der Hersteller hat Android so tiefgreifend verändert, dass es kaum noch wiederzuerkennen ist und bietet viele Extras und Zusatzfeatures, die wir gerne auch bei anderen Herstellern sehen würden.

Ein weiterer Nachteil betrifft die Aktualiät der Software: MIUI wird zwar gut gepflegt und regelmäßig mit Updates versorgt, die Tiefe der Anpassungen führt aber dazu, dass die Software-Ingenieure lange zögern, bevor sie den Sprung auf eine neue Android-Version wagen. Hinzu kommt, dass die chinesischen Betriebssystem-Varianten bei der Entwicklung priorisiert werden. Konsequenz: Die internationale Version des Mi Note 2 läuft mit Android 6 als Systembasis.

Ausdauer schwach, Empfang gut 

Die Akkulaufzeit ist eine kleine Enttäuschung. Mit einer Laufzeit von 6:46 Stunden in unserem verschärften Ausdauermessverfahren bringt das Mi Note 2 einen zwar noch gut durch den Tag, angesichts eines 4000-mAh-Energiespenders hätten wir aber deutlich mehr erwartet. Besser sieht es bei den Funkeigenschaften aus: Hier erzielt das Xiaomi durch die Bank gute Ergebnisse und unterstützt auch alle in Deutschland gebräuchlichen Frequenzen – für ein China-Importgerät nicht selbstverständlich. Gegen einen Kauf sprechen aber in unseren Augen dennoch zwei Argumente: die problematische Abwicklung bei einem Gewährleistungsfall und die nur durchschnittliche Kamera. Samsungs Galaxy S7 Edge​ kommt ohne die genannten Schwächen und ist nur unwesentlich teurer.

Wenn SIe das Xiaomi Mi Note 2 dennoch kaufen wollen, ist dies beispielsweise über Gearbest möglich.

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