Smart-Home

IP-Kameras für Outdoor und Indoor: Escam, Nest, Netgear & Fazit

Escam QF608

Der chinesischer Anbieter Escam bietet mit seiner QF608 eine reine Outdoor-IP-Kamera an. Sie erfordert eine feste Installation an einem Stromanschluss, lässt sich dann aber per WLAN im Heimnetz anmelden. 

Die Full-HD-Kamera ist mit zwei 10-Watt-LED-Flutlichtstrahlern bestückt, die den ausgeleuchteten Bereich bei Dunkelheit in gleißendes Licht tauchen und schon allein damit zur Abschreckung beitragen. Dank einer ins Kameramodul integrierten Infrarot-LED kann das Gerät bei entsprechender Einstellung aber auch Nachtaufnahmen ohne Flutlicht vornehmen. 

© Escam

IP-Kameras für Outdoor: Escam QF608

Ersteinrichtung und Konfiguration werden dadurch etwas erschwert, dass manche Übersetzungen in der für Android und iOS erhältlichen App nicht besonders gut gelungen sind. So verbergen sich unter dem Schlagwort „Datensatzeinstellung“ die verschiedenen Speicheroptionen – so kann die Kamera rund um die Uhr oder nach Aktivierung der Bewegungserkennung aufzeichnen. 

Dabei lassen sich die Erkennungszonen für drei Segmente des überwachten Bereichs ein- oder ausschalten. Wahlweise kann die Bewegungserkennung oder auch der Versuch, das Gerät abzuschrauben, zusätzlich einen sehr lauten Sirenenalarm auslösen. 

Zur Aufzeichnung dient eine in der Kamera eingesetzte SD-Card – zum Testzeitpunkt unterstützte die QF608 keinen Cloud-Speicher. Es ist jedoch möglich, die Aufzeichnungen per FTP auf einem NAS zu speichern – was sich auch empfiehlt, damit die Aufnahmen noch komplett zugänglich sind, sollte ein Dieb die Kamera doch mitnehmen.

Vorteile: Escam QF608

  • robuste Outdoor-Kamera
  • gute Bildqualität, dank Infrarot- LED auch bei Dunkelheit
  • sehr helle Flutlicht-LEDs, sehr laute Sirene
  • Stromversorgung über 230-Volt-Netzanschluss

Nachteile: Escam QF608

  • Keine Unterstützung von Cloud-Speicherdiensten
  • zum Teil schlechte Übersetzungsqualität in der App

connect-Testurteil: gut (410 von 500 Punkten)    

Nest Cam IQ

Seit Februar 2018 ist das ehemalige Start-up Nest Teil von Google. Das zwischenzeitlich vergangene Jahr haben die Ingenieure genutzt, um die IP- Kameras von Nest wie das hier getestete Indoor-Modell Nest-Cam IQ tiefer ins Gesamtsystem Google Home zu integrieren. Somit unterstützt das System mittlerweile nicht nur Alexa und IFTTT, sondern auch den Google Assistant.

Die Kamera klinkt sich per WLAN ins Heimnetz ein und unterstützt dabei WLAN 11n auf 2,4 GHz und 11ac auf 5 GHz. Mit 349 Euro ist die Nest Cam IQ kein Schnäppchen – allerdings bietet sie dafür auch sehr starke Hardware: Ihr hochauflösender 4K-Bildsensor liefert exzellente Bildqualität sowohl tagsüber als auch im Nachtsicht-Modus.

© Nest

IP-Kameras Indoor: Nest

Der in der Kamera integrierte 6-Kern-Prozessor ermöglicht Funktionen wie den 12-fach-Digitalzoom „Supersight“ sowie im Zoom-Modus die Nachverfolgung von Personen innerhalb des Aufnahmebereichs. Auch eine zuverlässige Gesichtserkennung ist möglich. 

Sie setzt allerdings – ebenso wie die Speicherung von Videoaufnahmen – ein Abo des Cloud-Dienstes „Nest Aware“ voraus, das je nach Aufnahmedauer und Aufbewahrungszeitraum ab 5 Euro/Monat beginnt. 

Alarmmeldungen werden per Bewegungserkennung ausgelöst, dennoch zeichnet die Kamera rund um die Uhr auf, was bei der späteren Auswertung hilfreich sein kann. Dabei lassen sich auch Zonen sperren, sodass beispielsweise Haustiere keine Benachrichtigung auslösen.

Vorteile: Nest Cam IQ

  • sehr gute Bildqualität
  • hochauflösender Digitalzoom mit Personen-Verfolgung
  • Aufzeichnung rund um die Uhr
  • Gesichtserkennung, Bewegungserkennung mit Zonen
  • Unterstützung für Alexa, Google Assistant/Google Home, IFTTT

Nachteile: Nest Cam IQ

  • recht teuer
  • fortgeschrittene Funktionen nur mit Cloud-Abo „Nest Aware“

connect-Testurteil: gut (412 von 500 Punkten)    

Mehr lesen

Wasser marsch im Smart Garden

Wer im Garten nicht jeden Tag mit Schlauch oder Gießkanne hantieren möchte, kann ein smartes Bewässerungssystem einsetzen. Das müssen Sie beachten.

Netgear Arlo Pro 2

Die aus der Firma Netgear ausgegliederte Smart-Home-Abteilung Arlo bietet mit der Pro 2 einen verbesserten Nachfolger der Arlo Pro an. Neu ist der Bildsensor, der auf Full HD und 140°-Sichtfeld erweitert wurde. Zudem kann die Neue auch schon die drei Sekunden vor der Auslösung ihres Bewegungsmelders aufzeichnen. 

Neben der hier getesteten Kombi aus Basis und einer Kamera (370 Euro) gibt es auch Sets mit zwei (570 Euro), drei (850 Euro) oder vier (1050 Euro) Kameras. Wie beim Vorgänger eignen sich die Kameras für den Indoor- und Outdoor-Betrieb. Als Wetterschutz gibt es im Zubehörsortiment eine Gummihülle.

© Netgear

IP-Kameras für Outdoor und Indoor: Netgear

Ein 2440-mAh-Akku versorgt die Kameras bei typischem Gebrauch für einige Monate mit Strom, alternativ ist auch eine permanente Speisung via Micro-USB-Kabel oder über ein optionales Solarpanel möglich. Die Arlo-Kameras halten über eine WLAN-Direktverbindung Kontakt zur Basis, die ihrerseits per WLAN oder Ethernet-Kabel mit dem Internet verbunden ist. 

Zusätzlich zur für Android und iOS erhältlichen App ist auch webbasierter Zugriff möglich. Zum Archivieren der Aufnahmen in der Cloud ist ein Basisplan mit sieben Tagen Speicherdauer inklusive, gegen Aufpreis lässt sich die Aufbewahrungsfrist verlängern. 

Kameras mit permanenter Stromversorgung können auch rund um die Uhr aufzeichnen. Und statt der Cloud kann auch ein an der Basis angeschlossener USB-Stick die Aufnahmen speichern.

Vorteile: Netgear Arlo Pro 2

  • gute Bildqualität, dank Infrarot-LEDs auch bei Dunkelheit
  • Zugriff per App oder via Web
  • großer Funktionsumfang
  • Speicherung auch auf an der Basis eingestecktem USB-Stick
  • Cloud-Basisplan mit 7 Tagen Aufbewahrungsdauer enthalten

Nachteile: Netgear Arlo Pro 2

  • recht teuer
  • Reichweite von Kameras zur Basis begrenzt

connect-Testurteil: sehr gut (426 von 500 Punkten); connect-Testsieger

Fazit

Sieger nach Punkten in diesem Vergleich ist die von Arlo überarbeitete und verbesserte Pro 2. Sie überzeugt mit großem Funktionsumfang und einem fairen, im Kaufpreis enthaltenen Cloud-Basisplan. 

Auch das „Wirefree Camera Kit“ von D-Link und die Nest Cam IQ machen einen guten Eindruck – ihnen fehlt nur noch ein wenig Finetuning zur Note „sehr gut“. 

Die Escam QF608 überzeugt als durchdachte reine Outdoor-Kamera mit hellem Flutlicht. Schön wäre jedoch, wenn ihr Hersteller noch eine Cloud-Option ergänzen würde.

Lesetipp: Smart-Home-Versicherung: Sinnvoll oder nutzlos?

 Auch die Eufycam E von Anker könnte eine noch bessere Bewertung erzielen, sobald – wie vom Anbieter versprochen – derzeit noch fehlende Funktionen wie Cloud- und Smart-Home-Anbindung nachgeliefert werden. 

Die Indoor-Kamera von Blink gefällt mit Minimalismus – allerdings könnte sie doch ein paar mehr Funktionen vertragen.

Mehr zum Thema

WLAN-Router

Mit unterschiedlichen Strategien machen sich WLAN-Router auf die Jagd nach Spitzen-Datenraten. Wir haben aktuelle Geräte durch unser anspruchsvolles…
Sicherheit fürs Heim

Anker verkauft am 27. Januar IP-Kameras auf Amazon zu deutlich reduzierten Preisen. Lohnt sich das Angebot? Ein Modell hat connect getestet.
Mit Nachtsicht und Personenerkennung

Eine IP-Kamera überwacht das Zuhause. Die Anker Eufy Cam 2 bietet für 400 Euro zwei Full-HD-Kameras, die mit Alexa und Homekit kompatibel sind.
Die Haustür gefahrlos im Blick

In Corona-Zeiten gilt es, Kontakte zu minimieren. Die akkubetriebene Video-Türklingel von Eufy zeigt unkompliziert auf dem Smartphone, wer vor der Tür…
Raumüberwachung

Anker legt zwei günstige WLAN-Kameras mit Personenerkennung und Nachtsicht in die Regale. Laut Hersteller unterstützen sie Apple Homekit, Alexa und…