Kombitest Vor/Endverstärker Spectral DMC 15/DMA 160

15.3.2007 von Redaktion connect

Die Verstärker von Spectral zählen zu den breitbandigsten, also impulsschnellsten der Welt. Auch die neueste Kombi der Kalifornier dreht wieder voll auf.

ca. 1:30 Min
Vergleich
Spectral Kombination
Spectral Kombination
© Archiv

Beim Namen Keith Johnson horchen Kenner der High-End-Szene auf. Der Professor für elektronische Schaltungen an der Universität Stanford ist nicht nur ein Urgestein der High Fidelity (und der Mann, der mit Michael Pflaumer das HDCD-Verfahren erfand, das der CD zu 20 Bit Genauigkeit verhilft), sondern auch Aufnahmeleiter und Mitbesitzer des audiophilen Labels Reference Recordings. Um die Qualität seiner Aufnahmen zu steigern, entwickelte der Klangfanatiker beispielsweise die A/D- und D/A- Wandler Microsonics Model One und Two.

Auch mit dem Abhör-Equipment war er zu Beginn seiner Karriere überhaupt nicht zufrieden. Er wollte ausschließlich die Aufnahme hören. Das führte dazu, dass er zu Spectral stieß. Der Besitzer dieser Verstärkerschmiede, Rick Freyer, hatte denselben Ansatz: Nur die Aufnahme soll zu hören sein, und keinerlei geschmäcklerisches Sound-Design.Dafür müssen nach Meinung von Johnson und Freyer  Verstärker eine möglichst schnelle Anstiegszeit besitzen, damit sie feine Impulse nicht verschleifen. Nur, wenn die Schaltung entsprechend flink arbeitet, so die These, kann sie kurz aufeinander folgende Impulse darstellen, statt sie zu einem Knäuel zu verquicken. Da die physikalische Basis hierfür ein extrem ausgedehnter Frequenzgang ist, bleiben Spectrals Kreationen weit über den eigentlichen Hörbereich von 20 Kilohertz hinaus linear, nämlich bis zu 1 Megahertz.

DMC 15/DMA 160 Rückansicht
Teflon-isolierte Cinchbuchsen zieren die Voerstuf. Der Endverstärker lässt sich per SChalter von asymmetrisch auf symmetrisch verändern.
© Julian Bauer

Doch diese Breitbandigkeit hat Tücken. Schaltungen mit großer Bandbreite sind naturgemäß besonders empfindlich gegen hochfrequente Störstrahlungen. Spectral-Gehäuse sind deshalb wahre Bollwerke mit besonders starker Schirmwirkung. Echte Kunst hingegen ist das Layout der Schaltungen. Johnsons Credo ist einfach, aber schwer umzusetzen: Die Bauteile dürfen sich nicht beeinflussen, und trotzdem soll der Signalweg möglichst kurz sein. Schließlich wirkt jede Leiterbahn auch als Antenne, die Störungen auffangen kann.

Dass die Verbindung aus direkt-kraftvoll spielender Vorstufe sowie elegant-feingliedriger und extrem offener Wiedergabe des Endverstärkers aufgeht, verwunderte die Tester nicht. Johnson hat hier eine herausragende Kombination geschaffen, die mit einer sehr leuchtenden, tendenziell eher hellen Spielweise Aufnahmeunterschiede wie auf dem sprichwörtlichen Silbertablett serviert und dabei richtig viel Musikspass vermittelt. Es ist die einzigartige Plastizität in der Abbildung, die förmlich zu Spaziergängen in (guten!) Aufnahmen einlädt. Sie macht diese "schnellen" Spectral-Verstärker so besonders.

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