Menü

Testverfahren So testet connect Smartphones

von
Testfactory
Weka Media Publishing
Anzeige
Smartphones werden immer komplexer und haben sich längst als Surf-Maschinen etabliert. Das aufwändige Smartphone-Testverfahren von connect berücksichtigt mehrere hundert Kriterien, um zu verlässlichen und vergleichbaren Ergebnissen zu kommen.

Die Smartphone-Tests sind in die vier Kategorien Ausdauer, Ausstattung, Handhabung und Messwerte aufgeteilt. Auf die Ausstattung entfallen 170, auf die Handhabung 140 Punkten der 500 erreichbaren Punkte. Die Ausdauer wird mit 100 von 500 Punkten veranschlagt. Auf die Messwerte entfallen 90 Punkte.

Ausdauer: Beim Telefonieren

Bei der Bewertung der Ausdauer werden zwei Nutzungsvarianten getrennt betrachtet. Für die Gesprächszeit wird die Ausdauer in D-, E- und UMTS-Netzen gemessen. Zur Bewertung wird ein gewichteter Mittelwert berechnet.

Der Funkmessplatz besteht aus dem CMU200 und weiteren Komponenten.
Der Funkmessplatz besteht aus dem CMU200 und weiteren Komponenten. ©

Ausdauer: Bei Displaynutzung

Die zweite Nutzungsvariante ist die Displaynutzung. Mit ihr wird beurteilt, wie lange das Smartphone bei typischen Arten der Displaybedienung durchhält. Sie schließt Lesen, Schreiben, Surfen und viele andere Aufgaben ein. Sie liefert eine Orientierung darüber, wie lange das Smartphone am Stück aktiv genutzt werden kann, bevor der Akku wieder ans Ladegerät muss. Bei konservativem Einsatz mit wenig Bildschirmbewegung und seltenen Datenverbindungen werden hier logischerweise höhere Werte erreicht.

Kaufberatung: Die besten Smartphones im Test

Ausstattung: Display steht im Zentrum

Ein Feature, das bei der Beurteilung der Ausstattung mittlerweile eine große Rolle spielt, ist das Display. Nicht nur, dass die Bedeutung der Anzeige stark in die Gesamtpunktzahl einfließt – der Bildschirm muss nun auch hohe Ansprüche in Bezug auf Größe, Auflösung und Qualität erfüllen, um die volle Punktzahl zu bekommen.

Die Messgeräte für Sprachtelefonie stammen von Head Acoustics.
Die Messgeräte für Sprachtelefonie stammen von Head Acoustics. ©

Auch in Bezug auf den Browser spielt die Displayauflösung eine große Rolle bei der Bewertung. Schließlich muss der Vermittler des World Wide Web Internetseiten nicht nur richtig umsetzen können, er braucht auch die nötigen Pixel, um sie möglichst komplett darzustellen. Ob es mit der Umsetzung klappt, prüfen wir anhand einer größeren Anzahl an Web-Standards – schließlich soll das Internet idealerweise ohne Einschränkungen im Browser zu sehen sein.

Multimedia-Ausstattung: Qualität statt Quantität

In die Bewertung der Multimedia-Ausstattung geht der Kopfhörerausgang ein. Schließlich nützt der beste Audio- oder Videoplayer nichts, wenn der am Gerät ausgegebene Klang dünn, blechern oder gar verzerrt ist. So wie auch bei der Kamera neben den reinen Features die Qualität mitbeurteilt wird. Dazu wird neben den üblichen Praxistestfotografien ein vorgegebenes, fest installiertes Motiv einmal im Dunkeln mit Blitz fotografiert und einmal im hellerleuchteten Raum ohne Blitz. Mithilfe der ausgebildeten Fotografen im Redaktionsteam haben wir Einstufungen entwickelt, die zur Beurteilung der Bilder dienen. Hier bekommt also die Qualität der Ausstattung mehr Gewicht als die reine Quantität. Dass neuere Standards wie NFC, LTE und Ähnliches nun ebenfalls erfasst werden, versteht sich von selbst.

Handhabung: Bedienung, Format und Systemgeschwindigkeit

Goßen Wert legt connect auf die Handlichkeit der Smartphones. Der Grund dafür: Gerade bei Touchscreen-Modellen der Oberklasse neigen manche Hersteller dazu, eher ungünstig gestaltete Benutzeroberflächen durch große Bildschirme besser bedienbar zu machen.

Weil beim Telefonieren, bei der mitunter nötigen Einhand-Bedienung aber allzu ausladende Gehäuse Probleme bereiten und weil ein dickes Smartphone im Sakko oder in der Hosentasche ganz schön stören kann, sind harte Maßstäbe hier durchaus berechtigt.

Kaufberatung: Die besten Smartphones bis 200 Euro

Das gilt umso mehr, als auch die Größe des Displays in die Beurteilung des User Interfaces eingeht. Bewertet wird natürlich auch die Systemgeschwindigkeit, denn schließlich führt ein zu langsam reagierendes User Interface zu häufigen Fehleingaben, während ein schnelles den Smartphone-Spaß auf eine neue Stufe hebt. Differenziert betrachtet wird auch die Verarbeitung – die Bandbreite von Low-Budget-Modellen mit dünnen Plastikschalen bis zu edlen Unibody-Metallgehäusen ist sehr groß.

Messwerte: Das verlagseigene Labor

Bei der Beurteilung technischer Eigenschaften setzen wir weiterhin auf unser verlagseigenes Labor, die TESTfactory. Das hat zur Erfüllung unserer Neugier inzwischen drei Messsender des Typs Rohde & Schwarz CMU200 am Start – dieser Apparat kostet in der Grundausstattung um die 60.000 Euro.

Messung der Sende- und Empfangsqualität in einem abgeschirmten, reflexionsarmen Raum.
Messung der Sende- und Empfangsqualität in einem abgeschirmten, reflexionsarmen Raum. ©

Der erste Messsender dient in einem schallisolierten, reflexionsarmen Raum zur Erhebung der akustischen Qualitäten beim Telefonieren, der zweite kommt für Strommessungen zur Ausdauerbestimmung zum Einsatz. Mit dem dritten messen wir die Sende- und Empfangsqualitäten des Mobiltelefons im D-, E- und UMTS-Netz.

Hierzu ist das Mobiltelefon an der Kopfattrappe Speag SAM 4.5 montiert und kann ferngesteuert um die horizontale und die vertikale Achse gedreht werden, während über zwei Hornantennen die Messung vorgenommen wird. Damit normale Mobilfunkstrahlung die Messungen nicht verfälscht, steht die Vorrichtung in einer vollständig abgeschirmten Kammer von 3,5 x 3,5 x 3 Metern, die zur Absorption von Reflexionen an den Wänden mit langen Keilen aus Spezialschaumstoff ausgekleidet ist.

Für diese Messung reicht ein CMU200-Messsender alleine nicht: Hinzu kommen neben der Steuerungsvorrichtung für den Zweiachsen-Drehteller noch die Messsteuerung TS9970 und der Spektrumsanalysator FSP03, beide ebenfalls von Rohde & Schwarz. Bei der Beurteilung der Messwerte werden UMTS und GSM gleich gewichtet. 

Datenbank: Das Herzstück

Am Ende allen Messens und Testens wandern die Daten in unsere Produktdatenbank. Hier ist nicht nur festgelegt, welche Daten für den Smartphone-Test erfasst werden müssen. Auch wie sie bewertet werden und wie die Tabellen auszusehen haben, die später bei den Tests und in der Bestenliste erscheinen, wird hier definiert. So spuckt die Datenbank bei korrekt eingegebenen Testdaten das Ergebnis zu einem Smartphone am Ende von selbst aus.

Das verhindert auch, dass subjektive Vorlieben eines connect-Testers das Ergebnis färben oder dass die kurzfristige Begeisterung für eine Neuerscheinung zu einer höheren Bewertung führt. Dem Redakteur erleichtert das die Arbeit immens, schließlich kann er sich bei seinem Test auf das unbestechliche Urteil der Datenbank verlassen. Außerdem kann er über den Zugriff auf den gesamten Datenbestand schnell erkennen, wo die Schwächen und Stärken des Gerätes liegen, über das er gerade schreibt.

 
comments powered by Disqus
Anzeige
x