Testbericht

Epos Epic 5

Die Epos Epic 5 (1100 Euro pro Paar) ist eine spielfreudige, flexible, betont dynamische kleine Standbox mit großen Reserven.

  1. Epos Epic 5
  2. Datenblatt
Epos Epic 5

© Archiv

Epos Epic 5

Pro

  • spielfreudige, betont dynamische Box
  • große Reserven
  • sehr flexibel

Contra

  • Stimmen etwas gedrungen
Gut

Ein Epos ist im Altgriechischen eine Form der erzählenden Dichtung, die wohl bekannteste dürfte die Odyssee von Homer sein. Ob Robin Marshall, der die Marke 1983 gründete, das im Hinterkopf gehabt hat, ist leider nicht überliefert. Dass sie aber in den 1990ern zu Mordaunt Short gehörte und sich seit 1999 im Besitz des britischen Elektronik-Papst Michael Creek befindet, ist dagegen verbrieft. Der hatte schon vorher entdeckt, dass die Epos-Speaker klanglich mit seinen Amps besonders gut harmonieren und setzte daraufhin in Zusammenarbeit mit dem ursprünglichen Ingenieur Phil Knight auch heute noch seine Philosophie in Lautsprecher um.

Praxis: Lautsprecher richtig aufstellen

Während die höherpreisige M-Serie konsequent auf Echtholz und traditionelle Verarbeitung setzt, sind die Gehäuse der neuen Epic bewusst schlichter gehalten, um auch Einsteigern den Weg zu den britischen Boxen zu ebnen. Für 1100 Euro bekommt man mit der neuen Epic 5 jedenfalls extrem viel Box fürs Geld. Dabei floss außergewöhnlich viel Hirnschmalz in die Gehäuseentwicklung: Die Schallwand der Epic 5 wird nicht von vorne mit Chassis bestückt, sondern mit einer Gewindeschraube von hinten an die Chassis geklemmt. Keine Schraube, keine Kante oder ähnliches stört die Schallausbreitung.

Naim Nait 5i-2

© Julian Bauer

Die Epos ist technisch auch mit einem kleinen Verstärker zufrieden. Trotzdem lohnt sich eine audiophile Orientierung nach oben. AUDIO-Empfehlung Naim Nait 5i-2.

Konsequenterweise erfand Michael Creek auch eine entsprechende Konstruktion für den Hochtöner, bei der eine kurze Waveguide-Schallführung nahtlos in die Formgebung der Abdeckung übergeht. Die Box lässt sich also akustisch sinnvoll nur mit einer Abdeckung betreiben. Der zukünftige Besitzer bekommt zwei Paar mitgeliefert, einmal mit Stoffbespannung, einmal mit freiem Blick auf die Töner.

Epos Epic 5

© MPS

Der Korb ist Standard, doch die Aufhängung bringt hohe lineare Hübe. Beim Hochtöner ist die Bespannung in die Schallführung eingerechnet und obligatorisch

Im Gegensatz zur M-Serie kommt hier erstmals eine neu entwickelte Gewebekalotte im Einzoll-Format (25mm) zum Einsatz. Tief- und Mittelton übernimmt ein Pärchen 18er-Konustöner mit klassischer, eher weicher Polypropylenmembran. Von diesen verspricht sich Michael Creek eine hohe innere Dämpfung und gleichmäßige Bündelungseigenschaften bis 3,5 kHz hinauf. Damit nicht Interferenzen in diesem Bereich mitspielen, wird der untere Konus bereits ab 400 Hz sanft ausgeblendet.

Epos Epic 5

© AUDIO

Mitten betont, sonst ausgewogen und tief. Hoher Schalldruck bei praxistauglicher Impedanz (4 Ohm)

Hörtest

Wer zuerst die Dali Ikon 5 MK2 hört, steht zunächst etwas rätselnd vor der Epos Epic 5: Wo die kleine Dänin das Geschehen von den äußeren Enden her aufrollte und leise brillierte, blieb die Epic 5 bei Flüsterlautstärken etwas stimmbetont. Die Konzentration auf den Mittelton erzeugte ein betont warmes, homogenes und schön in die Tiefe gezogenes Klangbild, wirkte bei Schönbergs Orchesterstücken jedoch auch etwas zurückhaltend.

Das änderte sich drastisch, wenn die Box etwas Wand-Unterstützung bekam und ihre dynamischen Muskeln mit Rock und Jazz ausspielen durfte: Dann wurde mit Deep Purples "Lazy" ("Machine Head", 25th Anniversary Edition) der leise, etwas zaghafte Tiefbass plötzlich zum treibenden Rhythmus-Monster, die anfängliche Mittenorientierung wuchs zu einer ganzheitlichen, dynamisch famosen und nie nervigen Rock-Performance heran.

Epos Epic 5

  
HerstellerEpos
Preis1100.00 €
Wertung81.0 Punkte
Testverfahren1.0

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