Testbericht

Nokia Lumia 630 im Test

Das Nokia Lumia 630 kostet vom Start weg nur 159 Euro. Das ist schon eine kleine Sensation. Dass die Qualität des neuen Lumia trotzdem stimmt, zeigt der Test.

  1. Nokia Lumia 630 im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
Nokia Lumia 630

© Nokia

Nokia Lumia 630
EUR 136,80

Pro

  • sehr niedriger Preis
  • insgesamt gute Ausdauer
  • gute, stabil wirkende Verarbeitung

Contra

  • schwache Kamera
  • geringe Displayauflösung
72,6%

Spätestens mit dem Lumia 630 ist klar: Den Kampf um Marktanteile trägt Nokia auch an der Preisfront aus. Kostete das Vorgängermodell Lumia 620 - das Lumia 625 ist im Gegensatz zum Lumia 620 und 630 ein LTE-Modell - bei Markteinführung noch 269 Euro, so ist das neue Lumia 630 für satte 110 Euro weniger zu haben: Auf 159 Euro ist der Einführungspreis geschrumpft.

Für den kleinen Preis bekommt der Kunde einen Qualcomm-Snapdragon-400-Prozessor mit vier Kernen a 1,2 Gigahertz, 512 Megabyte RAM und 8 Gigabyte Flash-Speicher, von dem rund die Hälfte verfügbar ist. Die Rechenleistung liegt ein wenig höher als beim Vorgänger; ein Micro-SD-Slot rundet das Rechenzentrum ab. Mit dieser Kombination lässt sich ansprechend schnell arbeiten, und auch dem App-Ausbau sind praktisch keine Grenzen gesetzt. Schließlich regiert im Lumia 630 das neue Windows Phone 8.1, unter dem sich neu installierte Apps auf eine optionale Speicherkarte mit bis zu 128 GB auslagern lassen.

Software: Zickiger Start

Zumindest in der Theorie, denn im Volltest verweigerte das vorher von einem Online-Kollegen begutachtete Gerät zunächst die Zusammenarbeit mit der Speicherkarte. Bild-, Video- und Audio-Inhalte wollte es einfach nicht finden. Schlimmer noch: Der Live-Account, den man zum Beispiel braucht, um im Windows Phone Store shoppen zu können, ließ sich nicht einrichten. Ein Reset löste das erste Problem. Die Einrichtung des Live-Accounts klappte erst nach Abschaltung der in diesem Fall nicht funktionierenden, automatischen Zeit-Synchronisation und der manuellen Einstellung von Datum und Uhrzeit. So etwas sollte bei einem Microsoft-Produkt nicht vorkommen.

Bildergalerie

Nokia Lumia 630
Galerie
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Nachdem diese Hürden genommen waren, überzeugte das ordentlich eingerichtete Lumia 630 dann in den meisten Bereichen. Die Anfassqualität ist wie bei Nokia üblich sehr gut, das Gehäuse inklusive kratzfester Display-Abdeckung aus Gorilla-Glas macht einen soliden Eindruck. Die Anzeigefläche ist gleich um 40 Prozent größer als beim Vorgänger, was der Bedienung guttut.

Die Auflösung bleibt allerdings gleich, mehr Inhalte liefert der Screen also nicht. Etwas verschlanken musste Nokia die Kamera, um den Preis halten zu können. Die nominelle Auflösung ist gleich geblieben. Die leicht verwaschene, bei wenig Licht verrauschte Qualität ist allenfalls als mäßig zu bewerten, ein Blitz fehlt.

Beim Routenplaner kommt dagegen Freude auf: Im Preis von 159 Euro inbegriffen ist eine Navigationssoftware, für die der User Karten für aller Herren Länder kostenlos aufs Gerät laden kann.

Bedienung: Windows Phone 8.1

Endlich kann auch bei Windows Phone ein Hintergrundbild genutzt werden, das sich dann durch die meist halbtransparenten Kacheln dezent in Szene setzt. Neben dieser optischen Verbesserung gibt es auch viel Praktisches, zum Beispiel das Info-Center, das von jedem Bildschirm aus heruntergewischt werden kann und die Nachrichten aus allen eingerichteten Mail-, Social- Web- und Mobilfunk-Kanälen zusammenträgt. Wichtige Einstellungen bietet das Info-Center außerdem noch.

Mit Cortana ist auch ein Sprachassistent a la Siri auf dem Weg, wenngleich er bis dato nur für Phones in den USA vorgesehen ist. Bei Internetverbindungen hat man jetzt Möglichkeiten, den Datenverbrauch zu minimieren, etwa durch die Einschränkung von Hintergrundaktivitäten, die automatische Nutzung frei zugänglicher Hotspots oder die Reduktion von Webseiten auf das vom Browser Darstellbare.

Nokia Lumia 630

© Nokia

Die Tastatur versteht nun auch die von Swype bekannte, wischende Eingabemethode statt des üblichen Tippens. Die Kamera kann nun auch Serienbilder aufnehmen, was für Nokia-Geräte aber keine Neuerung ist. Daneben unterstützt Windows Phone 8.1 jetzt Dual-SIM-Geräte, ein Feature, das wir mit unserem Single-SIM-Lumia-630 leider nicht testen konnten.

Ein Ärgernis bleibt das immer weiter ausufernde Einstellungsmenü, das auf der ersten Ebene mittlerweile mehr als 40 Einträge zeigt, und das auch noch ohne jede erkennbare Ordnung. Da wird das Einstellen selbst für Experten zur quälenden Angelegenheit.

Labormessungen: Gute bis sehr gute Werte

Auch die Messwerte des neuen Nokia sind prima. Die Ausdauer beim Telefonieren ist sehr gut, die knapp sechs Stunden im typischen Smartphone-Einsatz gehen in Ordnung, zumal der Akku lobenswerterweise austauschbar ist. Funktechnisch zeigt sich das Lumia 630 auf der Höhe: Bei GSM und insbesondere bei UMTS überzeugt es voll. Vermutlich hat der Verzicht auf den Luxus von LTE und 5-Gigahertz-WLAN ein besonders gutes Antennendesign ermöglicht. Auch akustisch verrät das neue Nokia seinen günstigen Preis nicht: Stimmt die Netzqualität, ist der Klang beim Telefonieren gut, teilweise sogar sehr gut.

Nokia Lumia 630 Info-Center

© Nokia

Das Info-Center kann von oben auf den Screen gewischt werden. Der User kann die bei Bedarf halbtransparenten Kacheln mit einem Hintergrundbild belegen.

Fazit: Clevere Alternative

Die Kamera schwächelt, und auf Luxus wie LTE und eine hohe Displayauflösung muss man beim 630 verzichten. Doch das günstige, gut verarbeitete Nokia bringt einige Goodies mit - weltweite Offline-Navigation, einen wechselbaren Akku und die Möglichkeit, Apps auf eine Micro-SD-Card auszulagern. Für Preisbewusste ist das Nokia Lumia 630 eine echte Alternative zu billigen Android-Phones. Clever.

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