Verbraucherschützer warnen

Amazon Alexa und Google Assistant hören nicht nur auf Signalwörter

Die Verbraucherzentrale NRW hat herausgefunden, dass Sprachassistent Alexa auf mehr hört als nur die vorgesehen Befehle. Das gilt offenbar auch für den Google Assistant.

Amazon Echo Lautsprecher

© Amazon

Der Echo-Lautsprecher von Amazon reagiert offenbar nicht nur auf das Wort "Alexa".

Update: 14.03.2018

Auch der Google Assistant reagiert auf falsche Signalwörter

Nicht nur Amazon Alexa, sondern auch der Google Assistant reagiert auf Wörter, die nicht an ihn gerichtet waren. Das haben die Marktwächter der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) in einer technischen Prüfung herausgefunden. Demnach reichen auch ähnliche Begriffe oder Abwandlungen seiner eigentlichen Aktivierungsformel "Ok Google" oder "Hey Google". Er regiert zum Beispiel auf das Wort "Kuchen" oder "Ok Du". Auch auf stärkere Abwandlungen wie "Ok, gucken wir mal", hat der Google Assistant Reaktion gezeigt.

Das selbe Verhalten war Verbraucherschützern bereits bei Amazon Alexa aufgefallen. Eine erneute Prüfung hat ergeben, dass Alexa weiterhin auf abgewandelte Wörter reagiert. Unter den Testwörtern waren dieses mal "Alexandra" anstatt Alexa, "Gecko" anstatt Echo und das umgangssprachliche "Ham wa schon" ("Haben wir schon"), das von Alexa als "Amazon" interpretiert wurde.

Ursprüngliche Meldung vom 22.12.2017:

Amazon Alexa reagiert nicht nur auf Signalwörter

Wer einen der Amazon-Lautsprecher Echo daheim hat, muss damit rechnen, dass Sprachassistentin Alexa sich selbst angesprochen fühlt, wenn sie gar nicht gemeint ist. Sie reagiert auch, wenn man keines der vier verfügbaren Signalwörter "Alexa", "Amazon", "Echo" oder "Computer" verwendet. Das haben Verbraucherschützer aus Nordrhein-Westfalen herausgefunden.

Die smarten Lautsprecher der Echo-Familie sind mit dem Internet verbunden und können daher zu jeder Zeit auf eine Frage oder einen Befehl reagieren. Laut Amazon zeichnen die Geräte die Befehle erst auf, sobald das ausgewählte Signalwort gefallen ist. Doch leider kann es auch passieren, dass der Sprachassistent Alexa auf ähnliche Begriffe reagiert. Das wären zum Beispiel Wörter wie "Alexander" oder Amazonas". Die Folge davon: Alexa zeichnet auch Dinge auf, von denen es die Nutzer nicht wissen und nicht wünschen.

Verbraucherzentrale sieht Alexas Verhalten kritisch

Die Verbraucherschützer beobachteten im Versuch, dass Alexa nicht nur auf naheliegende Wörter reagiert, sondern sogar auf stark abweichende Aussagen, wie "Komm Peter" anstatt "Computer".

Das Ergebnis der Untersuchung zeigt, dass Amazon Echo nicht zuverlässig nur Inhalte aufzeichnet, die von den Besitzern des Lautsprechers genehmigt wurden, sondern dass Gespräche auch völlig unkontrolliert mitgeschnitten werden können. Diesen Umstand betrachten die Experten des Marktwächters Digitale Welt in der Verbraucherzentrale NRW nach eigenen Aussagen als kritisch.

Amazon gibt an, die gespeicherten Daten zur Verbesserung des eigenen Service nutzen zu wollen. Diese Aussage ist den Verbraucherschützern aber zu vage, denn es wird daraus nicht ersichtlich, für welche Dienste genau diese Daten genutzt werden sollen.

Richtiger Umgang mit Alexa: Das sollten Sie beachten

Die Verbraucherzentrale NRW rät Besitzern eines Amazon-Echo-Lautsprecher dazu, mehr Kontrolle über das Gerät auszuüben. Das geht zum Beispiel, indem man in den Toneinstellungen der Alexa-App einen Ton aktiviert, der immer dann erklingt, wenn der Lautsprecher sich einschaltet, also auf eine Anfrage reagiert. Es existiert außerdem eine Toneinstellung, die angibt, wenn die Aufzeichnung endet.

Die Verbraucherschützer ermahnen außerdem dazu, auch die Persönlichkeitsrechte Dritter zu achten. Sollten Sie einen Lautsprecher mit Sprachassistent zuhause haben, informieren Sie darüber auch Ihre Besucher und schalten Sie das Gerät gegebenenfalls aus.

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