Funk-Verkehr

Interview mit dem Präsidenten des Bundesamtes für Strahlenschutz

 

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Wolfram König, Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz

 connect: Was haben Sie über die Besorgnisse der Bevölkerung rund um Mobilfunk herausgefunden?  

König: In der aktuellen Befragung in meinem Auftrag zeigen sich 29 Prozent der Bevölkerung über Mobilfunksendeanlagen besorgt, bei Handys sind es 20, bei schnurlosen Festnetztelefonen 14 Prozent. Dabei werden Schlafprobleme, Kopfschmerzen und Angst vor Krebs am häufigsten benannt. Nutzer von WLAN und ähnlichen Funkanwendungen machen sich wenig Sorgen um gesundheitliche Risiken. connect: Ist das realistisch?König: Nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand gibt es bei Einhaltung der Grenzwerte keinen Nachweis für eine gesundheitliche Gefährdung durch die Mobilfunktechnologie. Biologische Wirkungen sind beobachtbar. Deshalb sollte vorsorglich jeder einzelne mit einfach anzuwendenden Verhaltenstipps seine persönliche Strahlenexposition minimieren, ohne dabei auf die Vorteile der mobilen Kommunikation zu verzichten.

connect: Was raten Sie Handynutzern?

König: Der SAR-Wert Ihres Handys, der ein Maß für die Energieaufnahme des Körpers beim Telefonieren ist, darf 2 W/kg nicht überschreiten. Aus Vorsorgegründen sollte er aber bei höchstens 0,6 Watt pro Kilogramm Körpergewicht liegen. Telefonieren Sie mit dem Handy möglichst kurz und nur bei gutem Empfang. Wer Headsets verwendet, SMS schreibt und nach Möglichkeit den Festnetzanschluss benutzt, reduziert seine Strahlenbelastung.

connect: Und welche Tipps haben Sie für Besitzer schnurloser Telefone?

König: Wenn Sie nicht auf ein schnurloses Telefon verzichten wollen, setzen Sie spezielle DECT-Telefone ein, die strahlungsfrei sind, wenn das Handgerät in der Basisstation steckt. Stellen Sie die Basisstation dort auf, wo Sie sich nicht ständig aufhalten. Führen Sie möglichst kurze Telefonate. Bei schnurlosen Telefonen sollte künftig eine bedarfsgerechte Leistungsregelung zum Standard werden.

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