Funk-Verkehr

Brennpunkt: Alles über Handy-Strahlung

6.4.2006 von Redaktion connect

Guten Empfang wollen alle, aber bloß keinen Mobilfunk-Sender in der Nähe! Zeit zum Umdenken, denn jeder kann vorsorgen. connect klärt auf, wie sich die Strahlung von Handys und anderen Geräten wirklich auswirkt.

ca. 2:15 Min
Ratgeber
  1. Brennpunkt: Alles über Handy-Strahlung
  2. Strahlenbelastung in der öffentlichen Wahrnehmung
  3. Strahlungen im Haushalt
  4. Der SAR-Wert und praktische Messungen
  5. Hilfe beim Strahlenschutz
  6. Interview mit dem Präsidenten des Bundesamtes für Strahlenschutz
  7. Funk-Verkehr kontrollieren
  8. Lexikon
Handy-Strahlung
Handy-Strahlung
© Archiv

Sie sind nicht hörbar, nicht sichtbar und in der Regel auch nicht spürbar: Elektromagnetische Felder begleiten uns täglich. Würden sie von heute auf morgen aus unserer Umwelt verschwinden, hätten wir ein Problem. Flugzeuge würden nicht mehr fliegen, Polizei und Feuerwehr wären außer Gefecht gesetzt, Krankenhäuser außer Betrieb. Kurz: Die öffentliche Ordnung würde zusammenbrechen. Elektromagnetische Wellen sind omnipräsent, durchdringen Materie und Vakuum. Sie entfalten abhängig von ihrer Wellenlänge ganz unterschiedliche Wirkungen und lassen sich vielfältig  nutzen - konstruktiv wie destruktiv. Zudem sind sie etwas ganz Natürliches: Auch das Sonnenlicht ist den elektromagnetischen Wellen zuzuordnen. Nur einen kleinen Teil davon können wir als Helligkeit wahrnehmen.

Noch höher im Frequenzspektrum liegen die für Lebewesen gefährlichsten Formen von Strahlung, die ionisierenden Formen elektromagnetischer Wellen. Sie können Zellen schädigen und stellen eine natürliche Belastung etwa auf Langstreckenflügen dar. Je nach Flugroute werden alle Passagiere im Flugzeug in nicht unerheblichen Maße mit natürlicher Höhenstrahlung belastet. Auch über die Nahrungskette und Atemluft ist jeder von uns ständig mit ionisierender Strahlung in Kontakt. 

Streit um Grenzwerte

Vergleichsweise harmlos sind da die elektromagnetischen Wellen, die in der Telekommunikation zur Sprach- und Datenübertragung Verwendung finden. Sie haben keinen ionisierenden Effekt. Dennoch sind auch sie nur in Maßen unbedenklich. Um die Bevölkerung zu schützen, hat der Gesetzgeber daher verschiedene Grenzwerte festgelegt, die sich allesamt an den bekannten thermischen Effekten elektromagnetischer Felder orientieren - also an der Gewebeerwärmung, die, erfolgt sie im Übermaß, für Lebewesen schädlich sein kann.

Weil die Erwärmung nicht nur von Feldstärken, sondern auch von Wellenlängen abhängt, gibt es unterschiedliche Grenzwerte pro Frequenzbereich. Schon das irritiert den Durchschnittsverbraucher. Doch schlimmer noch: Während Industrie und Politik die thermischen Effekte des Wellensalats als alleinigen Maßstab für potenzielle Gefahren anwenden, befürchten Mobilfunkgegner Effekte jenseits der Erwärmung. Reizungen der Nervenzellen sowie verstärktes Eindringen schädlicher Stoffe aus dem Blutkreislauf ins Gehirn sind nur zwei Beispiele für befürchtete Effekte, die wissenschaftlich mehr als umstritten sind.

Sendemasten sind eher unbedenklich

Doch welche Wellen umgeben uns wirklich, wie nahe kommen wir den Grenzwerten beim alltäglichen Bummel durch die Stadt? Eine Frage, die sich anhand von Messreihen beantworten lässt. Immer wieder gehen Messtrupps auf Pirsch im Wellenwald. Mit für manche Mobilfunkkritiker erstaunlichem Ergebnis: An keinem von 895 Messpunkten konnte etwa eine breit angelegte Untersuchung des Landesamtes für Umweltschutz Baden-Württemberg eine Gesamtbelastung von mehr als zehn Prozent der gültigen Grenzwerte feststellen. An nur acht Messpunkten wurden mehr als 5 Prozent erreicht, an 60 Prozent der Messpunkte lag die Belastung bei weniger als einem Hundertstel der Grenzwerte.

Mehr Belastung durch Radio- als Mobilfunk-Wellen

Pikant: Nicht die Handynetze sorgten für den Wellensalat in der Luft, sondern die Funkwellen von Radio- und Fernsehsendern. Die Werte im Vergleich: 47 Prozent Lang-, Mittel- und Kurzwelle, 15 Prozent UKW, 18 Prozent TV und 20 Prozent Mobilfunk. Werte, die sich auch mit connect-Messungen aus dem Frühjahr 2004 decken. Damals waren Redakteure mit einer isotropen Mess-Sonde von Rohde & Schwarz in Stuttgart unterwegs und fanden das Bild bestätigt. Selbst in den Redaktionsräumen, die mit DECT und Mobilfunk reichlich gesegnet sind, sorgte die UKW-Strahlung für die größte Belastung.

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