Wasserschaden beim Smartphone

Wasserschaden: Was tun und was nicht?

15.7.2021 von Michael Peuckert

ca. 2:15 Min
Ratgeber
VG Wort Pixel
  1. Smartphone vor Wasser schützen: Das sollten Sie beachten
  2. Wasserschaden: Was tun und was nicht?
  3. Was bringt die Smartphone-Versicherung?
Samsung Galaxy S7
Der Blick in ein geöffnetes Smartphone zeigt die Problematik. Wenn Wasser eintritt, findet die Flüssigkeit auf der Hauptplatine zahlreiche Bauteile, unter denen sie sich einlagern und Kurzschlüsse verursachen kann.
© Samsung

Gefahr: Kurzschluss

​Wie bereits erwähnt, passen Wasser und Strom, also auch Elektronik, nicht zusammen. Das sollte bekannt sein und gilt nicht nur für Smartphones. Durch Flüssigkeiten, die in unter Spannung stehende Elektronik eindringen, entstehen schnell Kurzschlüsse und dadurch werden Bauteile entweder beschädigt oder sofort zerstört.

Vorsicht vor Folgeschäden

​Doch auch wenn das Smartphone den Badevorgang dem ersten Anschein nach überlebt hat, ist dennoch mit Folgeschäden zu rechnen. Im Gehäuse kann sich die Flüssigkeit unbemerkt einlagern und an den freiliegenden Kontakten und Lötstellen auf der Platine für Korrosion sorgen. Einem Smartphone, das mit Flüssigkeiten Bekanntschaft geschlossen hat, ist also nicht mehr unbedingt über den Weg zu trauen.​

To Dos

Wer im Fall der Fälle richtig reagiert, der kann eventuell größeren Schäden durch Wasser entgegenwirken. Eine Garantie gibt es aber nicht.

  • Schnell reagieren: Das Smartphone sofort aus der Flüssigkeit nehmen. Je länger das Gerät der Feuchtigkeit ausgesetzt ist, desto größer ist die Gefahr für einen Totalschaden.
  • Ausschalten: Sollte das Smartphone nach dem unfreiwilligen Bad noch eingeschaltet sein, das Gerät ausschalten und auf keinen Fall wieder einschalten.
  • Abtupfen und Karten entfernen: Früher konnte man das Backcover seines Telefons öffnen, Akku, Speicher- und SIM-Karte entnehmen und die freigelegten Telefoninnereien vorsichtig mit einem Tuch abtupfen. Bei aktuellen Smartphones ist der Akku meist fest verbaut. Das Gehäuse abtupfen und die Karten entnehmen geht aber noch immer.
  • Trocknen in Eigenenergie: Um den mehrtägigen Trocknungsvorgang zu beschleunigen, kann man das Smartphone in ein Papiertuch wickeln und zusammen mit ungekochtem Reis in einem verschlossenen Plastikbeutel an einen warmen Ort legen.
  • Der Gang zum Spezialisten: Die bessere Lösung kostet wie fast immer im Leben Geld. Der Weg zur Smartphone-Werkstatt lohnt sich, denn der Techniker kann das Gerät öffnen, trocknen, die Platine reinigen und vor Korrosion schützen. Und eventuell auch gleich eine Reparatur vornehmen.

No Gos

Mit den falschen Aktionen wird der Schaden am Smartphone nur noch größer. Diese vier Punkte sollten Sie auf jeden Fall beherzigen.

  • Mit dem Fön trockne ich meine Haare, das klappt auch beim Telefon: Auf keinen Fall! Da sich das Wasser schön unter die Bauteile und in die Ritzen des Smartphones verteilen wird, kommen Sie von außen mit dem heißen Luftstrahl nicht an die entsprechenden Stellen. Stattdessen verformen sich Kunststoffgehäuse, Kleber lösen sich und die Elektronik leidet unter der Hitzeattacke.
  • Die Mikrowelle macht mein Essen warm, das hilft auch beim Handy: Wenn Ihr Smartphone nicht eh schon komplett durch den Wasserschaden zerstört wurde, dann schaffen Sie das auf jeden Fall mit dem Versuch, das Gerät in der Mikrowelle zu trocknen. Höchste Brandgefahr!
  • Im Backofen wird der Hackbraten von Omi immer so schön trocken, also rein mit dem Smartphone! Wie der Fön ist auch der Backofen kein geeignetes Mittel, um einen Trocknungsversuch zu starten. Selbst beim „Niedertemperaturtrocknen“ werden Elektronik und Akku Schaden nehmen. Ungeduldige Zeitgenossen, die hohe Temperaturen bevorzugen, fackeln womöglich nicht nur ihr Smartphone ab.
  • Der Platz auf der Heizung oder in der Sonne ... ist für Ihre Katze und Sonnenanbeter reserviert. Die Heizung wird Ihr Gerät nicht wirklich trocknen und bei direkter Sonneneinstrahlung leiden das Gehäuse und die Elektronik Ihres Smartphones auf jeden Fall.

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