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Testbericht

Audionet Pre 1 G3

Messtechnisch und klanglich exzellenter Vorverstärker.

Inhalt
  1. Audionet Pre 1 G3
  2. Datenblatt

© Archiv

Schon ein erster Blick in das Innere der Audionet Vorstufe PRE I G3 lässt einen bereits ins Schwärmen geraten. Die getrennte Spannungsversorgung für die digitale, Mikroprozessor-gesteuerte Kontrolleinheit und die analoge Verstärkung ist audiophile Pflicht. Kür sind dann schon die goldkontaktierten Präzisionsrelais zur Eingangs-Umschaltung, das fast schon überdimensionierte Audio-Netzteil mit 50-Voltampere-Ringkerntrafo und 30000 Mikrofarad Siebkapazität oder die extrem schnell und breitbandig ausgelegten Ausgangs-Stufen. Nun ist die bloße Anhäufung hochwertigster Bauteile wie Elkos mit Seiden-Dielektrikum, Präzisions-Widerstandsnetzwerk zur Pegel-Regelung oder Reinsilber-Innenverkabelung noch kein alles entscheidendes Qualitätsmerkmal. Es kommt darauf an, was man draus macht. Und Audionet verlegt kürzeste Signal-Wege, auf denen sich kein möglicherweise klangschädlicher Kondensator findet, führt die Masse sternförmig auf einen zentralen Punkt und verbaut alles mit einer Akribie, die Technikerherzen höher schlagen lässt. Das Messlabor attestierte einen linealglatten Frequenzgang bis weit über 200 Kilohertz, Klirrwerte am Rande des überhaupt Messbaren und überragende Störabstände.

© Archiv

Der Blick ins Innere

Tolle Ausstattung

Bei der Ausstattung lässt Audionet gleichfalls nichts anbrennen: Heimkino-Fans können die Vorstufe überbrücken (Bypass), Bass-Fetischisten gleich zwei Subwoofer anschließen, empfindliche Viel-Hörer jeden Eingang im Pegel anpassen, Schallplatten-Freunde für 320 Euro ein MM/MC-taugliches Phonomodul integrieren, Strom-Reinheits-Gebieter sogar ein externes Netzteil namens EPS andocken. Schon mit Bordmitteln aber wird alles für optimale Versorgung getan: Das Display informiert sogar über die korrekte Polung des Netzsteckers, und eine richtig dicke, zusätzliche Erdleitung liegt auch bei. Ob man sie neben dem Netzstecker einstöpseln muss, hängt vom Brummen ab - am besten ausprobieren.

Hörtest

Zusammen mit der Endstufe Audionet AMP 1 V2 zeigte die Vorstufe Audionet PRE 1 G3  eine beispiellose Harmonie, Offenheit und Anmut. Das besondere, emotional so packende Erlebnis von ungeschnittenen, unkomprimierten Orchesteraufnahmen, wie sie die AUDIO "pure music" CD-Reihe konserviert: Die Audionets vermittelten es auf eine so unaufdringliche Art, dass es umso tiefer wirkte. Die vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin ungemein intensiv gespielte, durch Dirigent Marek Janowski von aller plärrenden Lärmigkeit befreite "Orgelsinfonie" von Camille Saint-Saens ("pure music" Vol. 4, Bose) blühte in voller, klangfarbenfroher Schönheit.  Unbestechlich analytisch entlarvte die PRE I zum Beispiel das leicht überzogene Digital-Remastering der Led-Zeppelin-Klassiker, um gleich danach die bestechende Gitarrenarbeit von Saga-Gitarrist Ian Crichton extrem sauber zu Gehör zu bringen. Die Audionets sind perfektes Werkzeug wie wunderbarer Vermittler, genauer Beobachter wie stiller Genießer.

Audionet PRE I G3

Audionet PRE I G3
Hersteller Audionet
Preis 3290.00 €
Wertung 115.0 Punkte
Testverfahren 1.0

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