Netzwerkplayer

Cambridge Audio CXN im Test

14.8.2014 von Bernhard Rietschel

Mit der neuen CX-Serie hält Cambridge Audio alte britische HiFi-Ideale hoch: Für überschaubares Geld soll es hier einen riesigen klanglichen Gegenwert geben. Der Netzwerkplayer CXN löst das Versprechen ein - und besticht im Test ganz nebenbei mit erstklassigen Praxiseigenschaften.

ca. 3:00 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Cambridge CXN
Cambridge Audio CXN
© Cambridge

Pro

  • Leistungsfähiges Streaming-Board
  • Einzigartiges Gesamtpaket
  • Wuchtige, breite und schwungvolle Präsentation

Contra

  • -

Fazit

Der Cambridge CXN definiert, was man von einem Netzwerkspieler für 1100 Euro erwarten darf.


Hervorragend

Reiche Ausstattung, hochwertige Bauteile, luxuriöse statt lediglich zweckmäßiger Schaltungsdetails, nicht zuletzt ein überschäumend temperamentvoller Klang: Mit dem Vollverstärker CXA80 verschaffte sich Cambridge beim Test im AUDIO-Labor bereits Respekt. Der hier getestete Netzwerkplayer CXN ist nicht nur namentlich der ideale Partner für den 80er - auch er hinterlässt das Gefühl, dass man fürs Geld ungewöhnlich viel Funktion und Klang bekommt.

Das große TFT-Display an der Frontplatte lässt mit seiner ausgefeilten, kontrastreichen Grafik so manchen Mitbewerber schon mal wie von vorgestern wirken. Die damit geweckten Erwartungen werden vom Player im Praxistest dann sogar übererfüllt: Dank vollwertiger On-Device-Playlist gehört der Cambridge zu dem exklusiven Club jener Player, die frei zusammenstellbare, Alben-übergreifende Abspiellisten zulassen, die der Nutzer jederzeit nach Belieben ergänzen und ändern kann.

Und die auch dann unbeirrt weiterlaufen, wenn die Cambridge-App nicht erreichbar ist oder vom Nutzer beendet wurde. Die App funktioniert hervorragend: Auch lange Listen (etwa die "Album"-Auswahl des Hörraumservers mit 2500 Einträgen) lassen sich zügig scrollen oder per Alphabet-Leiste blitzschnell überspringen. Tippt man die gewünschten Tracks oder Alben an, fragt das App, ob sie sofort, nach dem aktuellen Titel oder ganz am Ende der existierenden Liste eingefügt werden sollen - so kann man lange Musikabende schön vorbereiten und bei Bedarf jederzeit auf spontane Eingebungen reagieren.

Datenquellen

Auch hinsichtlich möglicher Datenquellen ist Flexibilität großgeschrieben: Die lokale Sammlung, etwa auf einer NAS mit UPnP-Serverfunktion, bildet nur den Grundstein, auf dem man mit Internetradio, Digitaleingängen (inklusive asynchronem USB-Port), Airplay und dem Streamingdienst Spotify in mannigfaltiger Weise aufbauen kann. Und da die Cambridge-Entwickler die Prozessor- und Speicherressourcen ihres Streaming-Moduls aktuell nur zu 20% nutzen, steht auch zukünftigen Erweiterungen nichts im Weg - naheliegend und wünschenswert wären natürlich Lossless-Streaming-Anbieter a la Tidal oder Qobuz.

Cambridge CXN
Die Rückseite bietet zahlreiche Digital-Inputs und regelbare symmetrische Ausgänge. Die Wandlersektion ist vornehm doppelt-differenziell ausgelegt und beschäftigt einen leistungsfähigen DSP fürs Upsampling.
© Cambridge

Unabhängig, aus welcher On- oder Offline-Quelle sie strömen - der CXN wäre kein echter Cambridge, wenn er die Musikdaten nicht besonders sorgfältig weiterverarbeiten würde. So geschieht das unvermeidliche Oversampling nicht irgendwie, sondern in einem ausgewachsenen Blackfin-Signalprozessor nach Cambridge-spezifischen Algorithmen. Um die Wandlung der nun sehr hochfrequenten Daten kümmern sich gleich zwei hoch angesehene Wolfson 8740. Einer hätte es auch getan, aber dann hätte man auf die besonders rausch-und klirrarme doppelt-differenzielle Schaltung verzichten müssen - die sich die Briten natürlich gönnen, inklusive symmetrischer XLR-Ausgänge, die nach direktem Anschluss etwa eines Pärchens Aktivboxen geradezu rufen. Und ja - es gibt eine digitale Lautstärke- und sogar Balanceregelung, die dank der Rechenfähigkeiten des Blackfin- DSP besonders schonend arbeiten.

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Das Gesamtpaket ist in seiner Preisklasse ziemlich einzigartig - zumal es im AUDIO-Hörraum nicht den geringsten Respekt vor etablierten Referenzen zeigte. Der gefürchtete Linn Sneaky DS etwa wirkte neben dem Cambridge fast schüchtern und hatte der wuchtigen, breiten und schwungvollen Präsentation des CXN nur einen noch etwas natürlicheren musikalischen Fluss entgegenzusetzen. Was unterm Strich mit Müh und Not zu einem Gleichstand reichte, aber nichts daran änderte, dass der Cambridge vor allem mit Rock und Jazz enorm packend und transparent, raumgreifend und einfach wie ein richtig großer Player klang.

Fazit

Der Cambridge CXN definiert, was man von einem Netzwerkspieler für 1100 Euro erwarten darf: Sein leistungsfähiges Streaming-Board macht den Umgang mit diesem Player zum Vergnügen und hat auch für zukünftige Funktions-Ergänzungen ausreichend Reserven. Klanglich kann ihm momentan kein vergleichbar teurer Player das Wasser reichen - umso erfreulicher, dass sein Wandler dank zahlreicher zusätzlicher Eingänge nicht nur via Streaming nutzbar ist.

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