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Streaming-Netzwerk-Receiver

Denon DRA-800H im Test

Der Denon DRA-800H Stereo-Receiver beherrscht Phono-analog genauso wie HiRes, Streaming und Multiroom. Was er sonst zu bieten hat, lesen Sie im Test.

Denon DRA 800H

© Denon

Seit über 100 Jahren stellt Denon Audiogeräte her. Aktuell spiegelt sich das im DRA-800H wider, einem überaus zeitgemäßen Stereo-Receiver, der Phono analog genauso beherrscht wie HiRes, Streaming und Multiroom.

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EUR 569,00

Pro

  • ausgereifter, runder Klang
  • tolles Preis-/Leistungsverhältnis
  • Sprachsteuerung möglich
  • viele HDMI-Anschlussmöglichkeiten
  • Hauseigenes HEOS-System mit Musikdiensten und Radio

Contra

  • keine USB-Buchse auf der Rückseite

Fazit

stereoplay Testurteil: 69 Punkte, Klang (analog/Streaming/USB): 46/47/47, Preis/Leistung: überragend

Alt und neu – physisch und übers Netz. So groß die Unterschiede theoretisch auch sein mögen, im praktischen Gebrauch zeigen sich diese besonders bei den Programmquellen: Sind für Vinyl- und CD-Discs Extra-Abspielgeräte erforderlich, lässt sich Streaming in Chips packen und damit mühelos in unverzichtbare HiFi-Komponenten integrieren. 

Dazu stellt Denon den Streaming-Netzwerk-Receiver DRA-800H vor, erhältlich für gerade mal 650 Euro. Das riecht förmlich nach Schnäppchen, bietet doch das äußerlich eher unauffällig wirkende Gerät eine überwältigende Feature-Vielfalt. Beginnen wir mit den klassischen Verstärkereingängen.

Inzwischen wieder zeitgemäß, lässt sich am DRA-800H ein Plattenspieler betreiben, mit normgerechten MM-Anschlusswerten, großem Rauschabstand und Top-RIAA-Entzerrung nebst weit hinaufreichendem Frequenzgang. Des Weiteren gibt’s zwei Line-Eingänge, und das war‘s auch schon mit analog. 

Der Schwerpunkt liegt klar auf dem Bereich digitaler Medienwiedergabe, angeführt von einem koaxialen und zwei optischen Digitaleingängen. Für lokal gespeicherte Musik bietet der Denon einen USB-Anschluss auf der Vorderseite.

Das ist praktisch, um mal eben in einen Stick hineinzuhören oder einen Smartphone-Akku zu laden. Für den dauerhaften Anschluss einer Festplatte wäre aber eine weitere USB-Buchse auf der Rückseite wünschenswert, damit das Kabel nicht stört. Wenn kein weiterer Streamer auf die Musik zugreifen soll, ist eine externe HDD mit vier Terabyte im 2,5-Zoll-Format eine Super-Speicherlösung, denn eine solche Disk kostet nur noch etwa 100 Euro.

Denon DRA 800H front

© Denon

Die Vorderseite hat einen USB-Anschluss und bietet einige Knöpfe zur Bedienung.

Speicher

Bei HiRes mit 24/96 FLAC passen darauf 3200 Stunden Musik und mit 16/44 FLAC sogar mehr als 10.000 Stunden. Wichtig ist, dass es sich um eine 2,5-Zoll-Platte handelt, jene Disks erzeugen so geringe Laufgeräusche, dass sie bei Platzierung hinter dem Verstärker praktisch unhörbar bleiben. 3,5- Zoll-HDDs sind erheblich lauter und damit deutlich hörbar. 

Für den Netzwerkzugang bietet der DRA-800H WLAN und LAN. Als Protokoll dient UPnP/DLNA, auf dem Netzwerkspeicher – PC oder NAS – muss also ein DLNA-Server laufen. Eine empfehlenswerte PC-Server-Software ist der kostenlos erhältliche MinimServer. Nicht implementiert hat Denon das SMB-Netzwerkprotokoll, was auf Windows-Verzeichnisfreigabe basiert. Für die Wiedergabe von Netz- und USB-Speicher enthält der Denon eine Media-Player-Software, die per Fernbedienung oder App zugänglich ist. 

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Kommunikation

Für die Drahtlos-Kommunikation wird als Standard zudem Airplay 2 unterstützt. Damit kann der DRA-800H bei vorhandenem WLAN von iPhone oder anderen Apple-Geräten Musik, Videos oder Fotos empfangen. Ab Airplay 2 ist der Service für Multiroom geeignet. Unabhängig vom WLAN arbeitet Bluetooth, allerdings nicht mit den klanglich höherwertigen Codecs aptX, aptX HD bzw. LDAC. Fürs Musikstreamen vom Smartphone sind aus klanglichen Gründen also die WLAN-basierten Protokolle UPnP/DLNA vorzuziehen, zum Beispiel mit der Software BubbleUPnP oder per HEOS. 

DRA 800H HEOS Module

© Denon

Die Hauptplatine enthält links den Videobereich und in der Mitte das gekühlte HEOS2-Modul. Darüber laufen Netzwerk, USB und Bluetooth. Rechts liegt die Audio-Sektion mit dem großen DSP-Chip von Analog Devices, daneben der DAC 4458 von Asahi Kasei. Die Endstufe arbeitet klassisch analog.

Von USB und übers Netzwerk akzeptiert der Denon als Musikformate ohne Datenreduktion DSD bis zu 5,6 MHz, WAV, FLAC und ALAC bis 24 Bit / 192 kHz, datenreduziert sind es MP3, AAC und WMA. SACD-ISO-Files laufen weder übers Netzwerk noch über USB. Blu-ray-Player oder Universal-Player für BD, SACD und DVD-Audio anschließen

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Bedienung

Alle Ein- und Ausgänge entsprechen den neuesten Standards, so etwa HDMI 2.0b und HDCP 2.3. Der Audio-Rückkanal ermöglicht die tonale Ausschöpfung etwa des gigantischen und damit interessanten YouTube-Potenzials. Per TV-Monitor steht eine Benutzeroberfläche für die übersichtliche Konfiguration zur Verfügung. Ähnliches bietet die Netzwerk-Steuerfunktion über einen Browser per Tablet. Als praktisch erweisen sich vier belegbare Tasten für Eingänge inklusive der gewünschten Konfiguration. Das geht auch am Gerät selbst und per Fernbedienung. 

Fernbedienung

© Denon

Die Fernbedienung bietet eine übersichtliche Steuerfunktion .

Wer's mag kann die wichtigsten Grundfunktionen des DRA-800H mit Sprachbefehlen steuern, dazu sind übers Netzwerk/HEOS Schnittstellen für Google Assistant, Alexa und Apple Siri ansprechbar. Die Digital-Analog-Wandlung erfolgt über den Achtkanal-Typ AKM 4458 von Asahi Kasei, der durch diese üppige Ausstattung einen symmetrischen Aufbau in Doppel-Differential-Anordnung ermöglicht. Die Analog-Endstufen bieten mit zweimal 165 Watt Sinusleistung und unkritischem Lastverhalten eine sichere Basis.

Denon DRA 800H back

© Denon

Die Anschlüsse umfassen links den Analogbereich mit Phono MM und Pre-Out für Endstufe und Subwoofer. Für WLAN und Bluetooth gibt es zwei Antennen. HDMI-Anschlüsse bieten neueste Standards für 4K Bluray-Player.

Klang

Die machte sich dann auch im Hörtest bemerkbar, den der Denon mit souveräner, kraftvoller Klangstruktur meisterte. Satte Bassimpulse in Time Again von David Sanborn kamen straff und konturiert rüber, schön frei und differenziert mit toller Tiefenstaffelung stand dessen scharfes Saxophon im Raum.

Fazit

Mit dem DRA-800H ist Denon ein Netzwerk-Streaming-Receiver gelungen, der analoge Quellen bis hin zu Phono MM ebenso souverän meistert wie neueste Errungenschaften der Digital- und Streamingtechnik. Das Ganze mit soliden Analog-Endstufen – ein echter Preis-Schnapper.

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