Testbericht

Jamo C 603

28.2.2008 von Redaktion connect und Malte Ruhnke

Wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren- dieses geflügelte Wort gilt auch beim Lautsprecherkauf. Mit der Jamo C 603 holt sich der Preisbewusste Käufer eine schnörkellos ehrliche, audiophil aufspielende Box mit super Aufstellung ins Haus.

ca. 1:15 Min
Testbericht
  1. Jamo C 603
  2. Datenblatt
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© Archiv

Jamos neue 600er Reihe glänzt mit einem Gewebehochtöner, dessen tief gezogene, hornähnliche  Schallführung komplett vom Rest des Gehäuses entkoppelt ist. "Decoupled Tweeter Technology" (DTT) nennt sich diese Idee. Im Vergleich mit anderen Hochtönern ist der Abstrahlwinkel enger, was der Box in halligen, schlecht bedämpften Räumen Vorteile bringt.

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Der beschichtete Hochtöner sitzt in einer hornähnlichen Schallführung
© Foto: H. Härle

Als positiver Nebeneffekt können am Gehäuse keine Kantenreflexionen entstehen, denn die Wellen erreichen die Kanten erst gar nicht. Der Hochtöner in der zierlichen Box sitzt unten, um durch größeren Abstand zum Ohr wieder Zeitgleichheit zwischen Höhen und Mitten herzustellen.

Unter 2500 Hertz arbeitet der recht zierliche 15-Zentimeter-Konus, dessen Mitteldorn aus gedrehtem Aluminium sich nicht mitbewegt - dieser sogenannte Phaseplug soll das Phasenverhalten der Sandwich-membran verbessern und Kompression verringern.Unterstützt wird er von einem rückseitigen Reflexrohr, das - mittlerweile Klassen-Standard - gegen hässliche Strömungsgeräusche elegant verrundet ist. Wunder sollte man von der Haptik der ordentlich laminierten Kleinbox aber nicht erwarten. Das knappe Budget wurde offenbar vor allem in die Chassis-Technologie und weniger in die Oberfläche investiert. 

Chart-Analyse 

Die Jamo C 603 zeichnet sich wenig mit Schönheit, dafür mit  Ehrlichkeit aus. Sachlich und klar ihre Hochtonwiedergabe, dabei von praller Klangfarbenfülle und Raumgenauigkeit ihr Gesamtbild in Vivaldis "Gloria" (Muti, EMI). Da musste sich die KEF iQ3 schon hörbar strecken, die im Direktvergleich mit der schlanken Jamo schonmal etwas topfig-gemütlich klang, dank ihres konturierten und tiefen Basses letztendlich aber den Punktegleichstand wahrte.

Bassgewalten entfesselte die zierliche Jamo naturgemäß nicht, doch geschickt brachte sie mit gutem Tiefgang jeden Drum-Schlag von Extremes "Peacemaker Die" (3 Sides, Warner) auf den zeitrichtigen Punkt. Beim obligatorischen Quercheck mit verschiedenen Aufstellungsvarianten erwies sich die Jamo als besonders flexibel: Weder größere Hörabstände noch ungünstigere Raumakustik vermochten ihre ausgewogene Vorstellung ins Wanken zu bringen.

Jamo C 603

Jamo C 603
Hersteller Jamo
Preis 440.00 €
Wertung 66.0 Punkte
Testverfahren 1.0

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