Testbericht

Monoblock-Endverstärker Vincent SP 995

20.12.2010 von Johannes Maier

Ein Hochgenuss war's, in den Druckwellen der Vincent SP 995er (3300 Euro das Paar) zu baden, hautnah zu erleben wie der Drummer sich in die Fußmaschine stemmt und das Fell der Basstrommel sich bis zum Platzen spannt.

ca. 1:25 Min
Testbericht
  1. Monoblock-Endverstärker Vincent SP 995
  2. Datenblatt
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1) Ein Relais schaltet bei Verwendung des Cinch-Eingangs eine Symmetrierungs-IC-Stufe zu. 2) Für die Endstufen-Stromspeicherung stehen insgesamt acht Elkos mit je 10_000 Mikrofarad zur Verfügung.
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Zwischen den Monoblöcken SP_995 und dem Stereo-Endverstärker SP_994 aus dem Aprilheft besteht unzweifelhaft eine enge Verwandtschaft.

Allerdings ordnete Vincent die Baugruppen in den Einzelkämpfern ganz anders an. Statt je einem Kanal stehen die gewaltigen Seitenkühlkörper nun dem symmetrischen Plus- und Minuspol und damit jeweils der Halbseite einer Brückenendstufe zur Verfügung. Und nebenbei wurden die insgesamt zweimal acht Ausgangstransistoren, die Treiber und die Vortreiberstufen so auf eine vollendete Bild- und Spiegelbild-Anordnung gebracht. 

Mit nur einem kleinen Nachteil: Die beiden heißen Klemmen zum Lautsprecheranschluss stehen mit 21 Zentimetern recht weit auseinander, so dass nicht jedes auf engere Abstände hin konfektionierte Boxenkabel verwendet werden kann.

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Selbstredend bietet Sintron mit der im Aprilheft getesteten SA 94 eine brave Vorstufen-Vincentinerin an. HiFi-Lüstlinge könnten eine Alternative suchen und die HP 300 Mk II von Octave für 3_250 Euro finden (10/07). Sie und zwei Vincent SA_995 bilden bereits ein rassiges und heißes Wohlklang-Dreier-Gespann.
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Wie schon die SP_994 protzen auch die Monoblöcke nur so mit Aufwand. Die Abschirmkammer in der Mitte schließt wieder einen wahrhaft kernigen Netzumspanner im Abschirmtopf ein. Dazu kommen mit kräftigen Transistoren und dicken Folienkondensatoren arbeitende Säuberungskreise, die für die mustergültige Versorgung der doppelt vorhandenen symmetrischen Eingangsstufen zuständig sind.

Neben dem Netzschalter auf der kleinfingerdicken Frontplatte finden sich wieder zwei praktische Tipper. Einer mit dem zwischen dem XLR- und dem Cinch-Eingang gewechselt werden kann. Und ein weiterer, der per Relais die beiden Endstufen-Seiten auf höhere Ruheströme schaltet. Sicherlich eine dezente Verschwendung, die der HiFi-Fan (solange andere Hobbyisten viel schlimmer sündigen!) sich dennoch leisten sollte. Denn wie schon beim SP__994 ausprobiert, führt die Erhöhung bei den Gegentakt-Stufen zu einer besseren Überlappung der Kennlinien und zu hörbar feinerer Wiedergabe.

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Im Vergleich mit dem SP 994 sogar zu abermals feinerer. Die Monos spielten noch luftiger, noch dreidimensionaler auf. Wenngleich sie zunächst einmal mit ihren Tiefton-Pfunden wucherten.  Die Monos blieben selbst in den wildesten Attacken relaxt und das Klangbild stabil, luftig, angenehm.

Da mussten die Krells S_150 passen, kamen allenfalls mit etwas seidigeren Mitten gegen die Vincents an - sie verhinderten aber nicht, dass die SP_995 zum Preis von 3_300 Euro ein strahlendes Highlight bekamen.

Vincent SP 995

Vincent SP 995
Hersteller Vincent
Preis 3300.00 €
Wertung 55.0 Punkte
Testverfahren 1.0

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