Testbericht

Plattenspieler Dual CS 505-4 + Ortofon OM 10

15.11.2006 von Redaktion connect und Dalibor Beric

Der Dual CS 505-4 + Ortofon OM 10 (550 Euro) kommt zwar im Plastik-Look daher, aber überzeugt mit ausgereifter und robuster Technik.

ca. 1:40 Min
Testbericht
  1. Plattenspieler Dual CS 505-4 + Ortofon OM 10
  2. Datenblatt
Der Tonarm des Dual CS 505-4 besitzt eine schraubbare Headshell (Pfeil), die schnellen Tonabnehmerwechsel erlaubt.
Der Tonarm des Dual CS 505-4 besitzt eine schraubbare Headshell (Pfeil), die schnellen Tonabnehmerwechsel erlaubt.
© Archiv

Der Name Dual ruft bei älteren Semestern selige Erinnerungen wach: Schließlich ist es sehr wahrscheinlich, dass ihr erster "richtiger" Plattenspieler aus St. Georgen im Schwarzwald stammte. Mit 3500 Mitarbeitern war Dual bis in die siebziger Jahre der führende Hersteller für bezahlbare LP-Dreher.

Dann aber schlug der Digitalknick durch die praktische und vermeintlich besser klingende CD besonders hart bei Dual als Massenhersteller zu. Dies und Managementfehler führten zum Konkurs des Traditionsherstellers, dessen Name vom ersten dualen Motor herrührt, der das bis dahin übliche mechanische Federwerk und den neuen elektromagnetischen Motor kombiniert, den 1927 Emil Knecht für die damalige Firma Gebrüder Steidinger entwickelte (Näheres finden Sie auf www.deutsches-phono-museum.de ).

Dual Tonarm-Headshell
Der Tonarm des Dual CS 505-4 besitzt eine schraubbare Headshell, die schnellen Tonabnehmerwechsel erlaubt.
© Julian Bauer

So erfreut es, dass nach vielen Wirren immer noch Dual-Plattenspieler in St. Georgen hergestellt werden und die Vermarktungs- und weltweiten Vertriebsrechte bei der 2006 vom Hersteller Alfred Fehernbacher neu gegründeten Dual Phono GmbH liegen.

Bewährt und bekannt ist der CS 505-4, den man in ähnlicher Form aus den 80ern kennt. Was den Vorteil hat, dass man sicher sein kann, hier ein ausgereiftes Gerät zu bekommen - alle Teile haben sich Jahrzehnte lang bewährt. So präsentiert sich der CS 505 auch in der Version 4 mit Holzrahmen aus Presspan im Folienüberzug, einem durch Spiralfedern entkoppelten Subchassis aus Aluminium und Riementrieb mit Synchronmotor.

Freunde von Feinmechanik werden sicher an der aufwendigen Pitchregulierung ihre Freude haben, da sie durch eine aufwendige Mechanik realisiert ist: Über einen Zahnriemen wird ein Konus in dem geschlitzten Pulley hoch oder runter bewegt, wodurch sich dessen Durchmesser und somit das Übersetzungsverhältnis verändert, was in der Folge die Drehzahl variieren lässt.

Kritikwürdig ist die obligatorische Schraubverbindung zum Kunststoffheadshell. Sie ermöglich zwar einen einfachen Tausch von Tonabnehmern, kann aber auch zu Vibrationen führen, die den Abtastvorgang beeinträchigen.

Nicht zu kritisieren waren hingegen die tadellos funktionierende mechanische Endabschaltung und die gute Justage des Abtasters Ortofon OM 10.

Im stereoplay-Hörraum stand der Dual CS 505-4 natürlich wie jeder Plattenspieler exakt austariert und gefiel sofort mit sehr stimmigen Mitten und recht feinen Höhen. Zwar verschliff er Bassläufe wie etwa bei Mia Doi Todds "Casa Nova" ("Mazanita", Plug Research PLG61LP), und es fehlte minimal Glanz bei Bläsern und Becken, doch machte der Dual dies mit direkten Stimmen wett und verführte so zu unangestrengtem Langzeithören.

Dual CS 505-4 + Ortofon OMB 10

Dual CS 505-4 + Ortofon OMB 10
Hersteller Dual
Preis 550.00 €
Wertung 33.0 Punkte
Testverfahren 1.0

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