Testbericht

So testet connect CAT-iq

Einige Monate sind seit dem letzten connect-DECT-Test ins Land gezogen. Die Wartezeit hatte einen guten und erfreulichen Grund: connect hat massiv ins verlagseigene Labor Testfactory investiert und neues Audio-Messequipment der Firma Head-Acoustics angeschafft, mit dem auch die meisten DECT- und Handyhersteller messen.

Damit liegt die connect- Messkompetenz bei den heute handelsüblichen Narrowband-Telefonen auf dem aktuellsten Stand der Technik. Was aber noch viel wichtiger ist: Die Messtechnik beherrscht bereits den neuen CAT-iq-2.0-Standard, der deutlich höhere Anforderungen an die Akustik eines Telefons und natürlich auch ans Messsystem stellt.

Im aktuellen Testfeld finden sich noch ausschließlich Narrowband-Schnurlostelefone, die ersten CAT-iq- und damit HD-Telefonie-Messungen führt connect in einer der kommenden Ausgaben durch.

Testfactory

© connect

Aus welchen Komponenten besteht das neue Messsystem?

In einem mit Schaumstoffkeilen an den Wänden ausgestatteten schalltoten Raum befindet sich ein Kunstkopf mit Mund, der einen kleinen Lautsprecher enthält, im Kunstohr ist ein Mikrofon verbaut. An einer Halterung ist das zu testende Mobilteil befestigt und wird mit genau definiertem Druck und Winkel an den Kopf gepresst. Von diesem Kopf führen Kabel nach außen in den Messraum.

Ebenfalls im schalltoten Raum: vier Hi-Fi- Lautsprecher, über die bei den entsprechenden 3QUEST-Messungen (siehe unten) Hintergrundgeräusche eingespielt werden. Im Messraum davor steht das eigentliche Messsystem: Das besteht aus einem Computer mit dem Analysesystem Acqua sowie mehreren Frontends.

Mess-Frontends (MFEs) wandeln die digitalen Testsignale des Kommunikations-Analysesystems Acqua in die analogen oder digitalen Formate um, die von Endgeräten, akustischen Schallwandlern, Netzen, Netzkomponenten oder Systemsimulatoren benötigt werden, und ermöglichen somit vollständige Untersuchungen in beiden Übertragungsrichtungen - auch beim Gegensprechen.

Das MFE VIII beispielsweise ist mit Ethernet-, AES/EBU- und USBSchnittstellen ausgestattet. Es unterstützt den SIP-Basisstandard RFC 3261 und bietet einen integrierten SIP-VoIP-Client mit den Sprachcodecs G.711 (a-law, μ-law), G.722, G.723.1, G.726-32, G.729 A/B und L16-25.

Testfactory

© connect

Wie findet eine Messung statt?

Nachdem das Mobilteil am Kunstkopf eingespannt ist und die Basisstation über eine Speisebrücke mit den Frontends verbunden ist, startet der Messingenieur der Testfactory per Mausklick die Messung. Bei jeder einzelnen Messung werden je nach Vorgabe vollautomatisch Töne, Geräusche oder Sprache in beiden Richtungen vom und zum DECT übertragen, gemessen und automatisch ausgewertet.

Sind sämtliche Messungen durchgelaufen, betritt der Ingenieur den schalltoten Raum und postiert das Mobilteil auf einer Plattform stehend 30 Zentimeter vor dem künstlichen Kopf und schaltet es in den Freisprech-Modus. Dann verlässt er den Raum wieder und startet vom Messraum aus die Freisprechmessungen.

Das Acqua-System gibt zu jedem Prüfling einen mehrseitigen Report mit den Ergebnissen der Messungen inklusive der Diagramme aus. Die reinen Ergebnisse übergibt der Mitarbeiter digital in die verlagseigene Produktdatenbank auf SAP-Basis.

Diese übernimmt mit Formeln hinterlegt die Bepunktung und füllt die Messergebnisse samt Punkten direkt in die Tabelle, die später in den Druck geht und neben den Messwerten auch die Ergebnisse und Punkte des praktischen Redaktionstests enthält.

Welche Messungen finden statt und was bedeuten diese?

Sending Loudness Rating (SLR)

Bewertung der Sende-Lautstärke. Ein Maß, mit dem bei Telefonen die subjektiv empfundene Lautstärke eines Signals in Senderichtung bestimmt wird. Eine kleine SLR bedeutet einen lauten Höreindruck beim Gesprächspartner am anderen Ende.

Receiving Loudness Rating

Bewertung der Empfangslautstärke. Das Maß, mit dem bei Telefonen die subjektiv empfundene Lautstärke eines Signals in Empfangsrichtung bestimmt wird. Je kleiner der Wert der RLR, umso lauter wirkt das Telefon am Ohr des Benutzers.

TMOS (TOSQA Mean Opinion Score)

Telecommunications Objective Speech Quality Assessment (TOSQA) ist ein Verfahren zur Ermittlung der Sprachübertragungsqualität in Übertragungssystemen. Hierbei werden definierte und stets gleiche Sprachproben übertragen und per Algorithmus ausgewertet. Je höher der Wert liegt, desto besser.

Zum Vergleich: ISDN mit einem perfekten Telefon schafft einen TMOS-Wert von ungefähr 4,22. Verzögerung (Delay) Verzögerung der Sprache in Sende-/ Empfangsrichtung.

Frequenzgang

Der Frequenzgang gibt an, wie genau ein Mikrofon oder Lautsprecher die unterschiedlichen Töne (unterschiedliche Frequenzen) umsetzt. Idealerweise müsste ein Frequenzgang genau waagerecht sein - dann würde jeder Ton, egal welcher Höhe, genau gleichwertig vom Mikrofon umgesetzt.

Idle channel noise

Gibt die Lautstärke des Hintergrundrauschens des Telefons an, wenn gerade nicht gesprochen wird.

3QUEST

MOS-Wert bei Messung mit Hintergrundgeräuschen. MOS-Werte folgen einem etwas anderen Bewertungsschema als die TMOS-Werte, aus diesem Grund sind die Ergebnisse im Allgemeinen höher als bei den TMOSWerten ohne Hintergrundgeräusch.

Activation in Send Direction

Gibt an, ab wann die Sprachwaage der Freisprecheinrichtung des Prüflings durchschaltet - wie laut Sie also sprechen müssen, um durchzukommen.

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