Testbericht

System Audio Mantra 30 im Test

1.10.2012 von Malte Ruhnke

Die Boxen von System Audio sind bewusst schmal gehalten. So auch die Mantra 30. Wir haben die Standbox getestet.

ca. 1:35 Min
Testbericht
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System Audio Mantra 30
System Audio Mantra 30
© Hersteller / Archiv

Pro

  • Gute Verarbeitung
  • Weiträumig-realistische Abbildung
  • Sanfte Höhen und hohe Transparenz

Contra

Die 1980er Jahre gingen in die HiFi-Geschichte ein als die Zeit der XXL-Boxen: je größer die Bässe, je mehr Chassis auf der Schallwand, desto besser. Der Däne Ole Witthoft gru?ndetete seine Lautsprechermanufaktur System Audio 1984 als bewussten Kontrapunkt zum damaligen Zeitgeist.

Nicht nur, dass er schlanken Boxen und minimalistischem skandinavischem Design den Vorzug vor dem damaligen Technik-Look gab. Er konnte auch handfeste akustische Gru?nde vorweisen, warum seine Konzepte trotz offenkundig weniger Membranfläche homogener und schneller klangen.

System Audio Mantra 30: Aufbau

So folgt heute auch die Mantra 30 der damaligen Philosophie. Sie ist als 2,5-Wege-System mit nur zwei Bässen im 11-Zentimeter-Format ausgestattet. Um dennoch vollen Tiefgang und passable Pegelwerte zu erreichen, wurden die Chassis mit einer stark versteiften Polypropylen-Membran, einer bis zu einem Zentimeter in jede Richtung linear arbeitenden Sicke sowie einem extrem starken Magnetantrieb ausgestattet.

Verstrebungen des Blechkorbs
Dank Verstrebungen ist der Blechkorb sehr stabil, die Hinterlüftung vermeidet Kompression. Die große Sicke gestattet entsprechende Hübe.
© Hersteller / Archiv

Beide Tiefmitteltöner arbeiten auf ein Volumen, das nicht das gesamte Gehäuse fu?llt - im unteren Bereich lässt sich eine Kammer zur Stabilisierung mit Sand befu?llen. Die Übergabe an die Hochtonkalotte erfolgt bei 3 kHz, was angesichts des kleinen Tefmitteltöners ein optimales Rundstrahl- und Klirrverhalten ermöglicht.

System Audio Mantra 30: Hörtest

System Audio empfiehlt seine Boxen gewöhnlich fu?r wandnahe Aufstellung, entsprechend erwarteten die Tester freistehend einen etwas zu du?nnen Bass. Doch nichts da, die Mantra verfu?gte beim Live-Konzert der Triband u?ber ein erstaunlich knackiges, recht tiefes und sattes Fundament. Zwar fehlte den Synthie-Bässen in Yellos "Oh Yeah" das letzte Quäntchen Sub-Bass, wahre Druckwellen waren ebenso wenig ihre Sache wie hohe Pegel. Sie entschädigte aber mit ihrem herausragend transparenten Klangbild und einer schön weit u?ber die Stereobasis hinausreichenden Bu?hnendarstellung.

Praxis: Lautsprecher richtig aufstellen

Besonders mit feinem Folk und klein besetzter Klassik, hier Brahms 1. Klaviertrio (Storioni Trio), aber auch mit Jazz spielte sie ausgesprochen natu?rlich, räumlich und differenziert. Da kamen keinerlei Wu?nsche nach einem breiteren Speaker auf.

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