Xgimi Vibe One im Check: Smarter Mini-Beamer zum kleinen Preis
Mit dem Vibe One bringt Xgimi einen mobilen Einstiegs-Beamer auf den Markt, der mehr sein will als nur ein günstiger Projektor. Unser Check!
Mit dem Vibe One bringt Xgimi einen mobilen Einstiegs-Beamer auf den Markt, der mehr sein will als nur ein günstiger Projektor. Akku, Google TV, JBL-Sound und ein auffälliges Laternen-Design sollen ihn zur flexiblen All-in-one-Lösung für Schlafzimmer, Balkon und spontane Filmabende machen. Im Te...
Mit dem Vibe One bringt Xgimi einen mobilen Einstiegs-Beamer auf den Markt, der mehr sein will als nur ein günstiger Projektor. Akku, Google TV, JBL-Sound und ein auffälliges Laternen-Design sollen ihn zur flexiblen All-in-one-Lösung für Schlafzimmer, Balkon und spontane Filmabende machen. Im Test zeigt sich: Der kompakte Beamer hat klare Schwächen, liefert für unter 250 Euro (UVP) aber ein überraschend rundes Gesamtpaket. Betrachtet man den Sale-Preis Mitte März von 209 Euro wird es noch spannender.
Was kann der Xgimi Vibe One?
Der Xgimi Vibe One ist klar als günstiger Einstieg in die Welt der smarten Kompakt-Beamer positioniert. Statt Heimkino-Ambitionen in den Vordergrund zu stellen, setzt das Gerät auf Mobilität, einfache Bedienung und eine alltagstaugliche Ausstattung. Die native Full-HD-Auflösung passt zu diesem Konzept, ebenso die flexible Bauform mit integriertem Akku und beweglichem Standfuß.
Ein großes Plus ist das vollwertige Google-TV-System. Netflix, Prime Video, YouTube, Disney+ und viele weitere Apps laufen direkt auf dem Gerät, ein externer Streaming-Stick ist also nicht nötig. Zur Ausstattung gehören WLAN, Bluetooth, HDMI und USB-A. Zudem lässt sich der Vibe One auch als Bluetooth-Lautsprecher verwenden. Weniger zeitgemäß wirkt die Stromversorgung: Statt USB-C setzt Xgimi auf einen klassischen Rundhohlstecker - siehe oben. Gerade bei einem mobilen Gerät ist das ein unnötiger Rückschritt.
Design und Verarbeitung
Beim Design hebt sich der Vibe One wohltuend vom üblichen Beamer-Einerlei ab. Das Gehäuse erinnert eher an eine kompakte Laterne oder einen tragbaren Lautsprecher als an einen klassischen Projektor. Das wirkt frisch, wohnraumfreundlich und trifft genau die Zielgruppe, die kein technisches Kästchen im Regal stehen haben will.
Der integrierte Griff ist dabei nicht bloß ein Stilmittel, sondern zugleich Teil des Aufstellmechanismus. Das macht den Beamer im Alltag angenehm flexibel. Er lässt sich um insgesamt 160 Grad bewegen, bevor es in den Lautsprechermodus geht. So ist auch der Schutz der Linse beim Transport sinnvoll gelöst. Insgesamt wirkt das Konzept durchdacht und auf spontane Nutzung ausgelegt.
Bei der Materialanmutung bleibt der Vibe One allerdings klar in der Einstiegsklasse. Kunststoff dominiert, ein echtes Premium-Gefühl kommt nicht auf. Das gilt auch für die Fernbedienung. Für den Preis geht die Verarbeitung dennoch in Ordnung: Das Gerät wirkt solide genug für den mobilen Einsatz und sauber zusammengesetzt.
Apropos Laterne: Im Lautsprechermodus - wenn die Linse nach unten zeigt - lässt sich ein Ambiente-Licht aktivieren. Ein nettes Extra im Gesamtpaket.
Handhabung
Im Alltag sammelt der Xgimi Vibe One vor allem mit seiner unkomplizierten Bedienung Punkte. Aufstellen, einschalten, ausrichten – viel mehr ist meist nicht nötig. Autofokus und automatische Trapezkorrektur funktionieren zuverlässig und machen den Einstieg angenehm einfach. Gerade Gelegenheitsnutzer dürften das zu schätzen wissen.
Auch die flexible Aufstellung gehört zu den Stärken des Geräts. Dank des schwenkbaren Standfußes lässt sich der Projektor schnell an unterschiedliche Einsatzorte anpassen, etwa auf Sideboards, Tische oder Regale. Das macht ihn deutlich vielseitiger als starre Kompakt-Beamer.
Ganz ohne Abstriche geht es aber nicht. Die Bedienung über Google TV ist komfortabel, reagiert stellenweise jedoch etwas träge. App-Starts und Menünavigation könnten flotter sein. Auch die Fernbedienung erfüllt ihren Zweck, hinterlässt haptisch aber keinen besonders hochwertigen Eindruck. Und dass Xgimi beim mobilen Konzept ausgerechnet auf USB-C verzichtet, bleibt ein echter Schwachpunkt.
Bildqualität
Die Bildqualität des Vibe One passt ins Gesamtbild des Geräts: ordentlich, aber klar an die Preisklasse gebunden. In dunklen Räumen liefert der kleine Projektor ein sauberes Full-HD-Bild mit subjektiv ansprechender Brillanz und ausreichender Schärfe. An den Farben ist auf den ersten Blick auch wenig auszusetzen. Für Serien, YouTube oder den Filmabend im Schlafzimmer reicht das völlig aus. Denken Sie aber beim spontanen Umzug ans Netzteil. Nach knapp über einer Stunde im Ecomodus ist der Akku fast leer, ein Filmabend sollte also überdacht werden, wenn das Netzteil gerade nicht zur Hand ist.
Wie sehen unsere Messungen aus? In SDR gibt es die Modi Film, Standard und Spiel. Sie unterscheiden sich kaum, die Farben erreichen nicht das Soll und insgesamt lässt die Helligkeit zu wünschen übrig. Die ist im Fimmodus kurioserweise auch noch am höchsten. Aber, wir sollten Ansprüche und Messlatten für ein 209- bzw. 250-Euro-Gerät nicht zu hoch hängen.
In den Einstellungen gibt es einen Leistungsmodus für die Helligkeit. Zusammen mit einer Umstellung von 55 auf 100 Prozent Helligkeit tut sich im Vergleich zum Filmmodus nicht viel. Der Vibe One zieht 60 statt 57 Watt aus der Steckdose und der Lüfter wird unangenehm laut. Dafür attestiert unsere Messung kaum 10 Candela pro Quadratmeter mehr.
Der Ecomodus wird seinem Namen gerecht: 27 Watt messen wir, bei einer stark abnehmenden Maximalhelligkeit. Die reicht aber immerhin für stockdustere Räume.
* Wir nutzen im Labor die Farbmesssoftware Calman Ultimate von Portrait Displays, siehe www.portrait.com
Sobald Restlicht ins Spiel kommt, stößt der Beamer sichtbar an seine Grenzen. Kontrast und Bildwirkung nehmen dann schnell ab. Für den Einsatz bei Tageslicht oder als Fernseher-Ersatz im hellen Wohnzimmer fehlt es schlicht an Lichtreserven.
Die automatische Bildkorrektur erleichtert die Nutzung, kostet bei starker Schrägprojektion aber sichtbar Bildfläche. Die beste Qualität liefert der Vibe One, wenn er möglichst gerade zur Wand ausgerichtet wird. Dann zeigt er ein stimmiges, für diese Klasse gutes Bild.
Sound
Klanglich macht der kompakte Xgimi eine gute Figur, zumindest bei Filmen mit Dialog, auch in höheren Lautstärken. Die JBL-Abstimmung sorgt für klare Gespräche, ein solides Volumen und genug Druck, um Filme oder Serien ohne zusätzliche Lautsprecher genießen zu können. Für einen Budget-Beamer ist das sehr gut. Lediglich das Lüftergeräusch kann je nach Einsatzszenario in leisen Szenen hörbar werden.
Als Lautsprecher für Musik leisten schon etwas kleinere Bluetooth-Lautsprecher mehr, vor allem im Bassbereich. Auf der Xgimi-Webseite zum Vibe One erzählt der Hersteller eine Geschichte, wie der Vibe One tagsüber bis in den späten Abend einsetzbar ist. Kurz: Beim Thema Musik mit mehreren Freunden auf einer Picknick-Wiese würden wir zu Alternativen raten. Abends als Beamer im Schlafzimmer: okay!
Vorbild aus eigenem Haus
Der Xgimi Vibe One könnte die in allen Belangen günstigere Fassung des Xgimi MoGo 4 sein. Der kostet drei Mal so viel, und bietet einen DLP-Chip statt wie der Vibe One nur LCD für die Anzeige. Auch der Akku hält länger und die Lautsprecher klingen besser. Aber ob jeweils nicht nur beim Preis der Vorsprung den Faktor 3 erreicht, das darf man anzweifeln, was wiederum für den Vibe One spricht.
Fazit
Der Xgimi Vibe One ist kein Heimkino-Wunder, will das aber auch gar nicht sein. Stattdessen bietet er einen günstigen und erfreulich unkomplizierten Einstieg in die Welt der smarten Mini-Beamer. Google TV mit nativen Streaming-Apps, das originelle Design, der ordentliche Klang und die einfache Handhabung machen ihn zu einem attraktiven Gesamtpaket für Einsteiger. Wer genau weiß, worauf er sich einlässt, bekommt mit dem Vibe One dennoch einen sympathischen, vielseitigen Kompakt-Beamer mit starkem Preis-Leistungs-Verhältnis.
