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Vincent CD-200 im Test

Sind Röhren in der Ausgangsstufe ein Nostalgie-Gimmic für Ewiggestrige? Bei Vincents CD-Player im Midi-Format absolut nicht. Der spielt nicht nur ausgesprochen stimmig im Team, sondern brilliert autark als Kopfhörer-Amp. Lesen Sie hierzu unseren Test.

Vincent CD-200 im Test

© Vincent

Vincent CD-200 im Test

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EUR 799,00

Pro

  • CD-Player mit Röhrenausgangsstufe und regelbarem Kopfhörerverstärker
  • koaxialer und optischer Digitalausgang
  • 24 Bit / 192 kHz D/A-Wandler
  • Zwei 6N1-Röhren in der Ausgangsstufe
  • satte Klangfarben

Contra

Fazit

Stereoplay Gesamturteil: 81 Punkte; Klang: 59 Punkte; Preis/Leistung: überragend; stereoplay "Highlight"
Hervorragend

Mit seinem Vollverstärker SV-200 setzt Vincent erfolgreich auf das Midi-Format. Jetzt folgt die passende Quelle im Forum des CD-200. Es handelt sich dabei um einen klassischen CD-Player, der wie der SV-200 in Schwarz oder Silber erhältlich ist. 

Wie üblich setzt der Röhren-Spezialist aus Iffezheim auf grundsolide Bauweise. Entsprechend bringt der nur 21 cm breite Player 4 kg auf die Waage. Das weithin sichtbare Highlight ist die dicke Frontplatte aus gebürstetem Aluminium. Doch die eigentliche Besonderheit steckt im Innern: 

Um dem CD-200 die von Vincent bekannte Musikalität einzuhauchen, spendierten ihm die Entwickler zwei Röhren für seine aufwendige Ausgangsstufe. Die beiden 6N1 – eine pro Kanal – verleihen dem Hybrid-CD-Player einen Hauch Wärme, der bei Röhren-Fans wohlige Schauer über den Rücken laufen lassen soll.

Vincent CD-200 im Test - Anschlüsse

© Vincent

Auf der Rückseite des Vincent CD-200 finden sich zwei S/PDIF-Digital-Ausgänge. Einer davon ist koaxial-elektrisch ausgeführt, der andere als optischer Toslink.

Bewährte Mischung 

Neben diesem in anderen Vincent-CD-Spielern erprobten Konzept, kommen bewährte Bauteile zum Auslesen und zur Wandlung der digitalen Daten zum Zuge. Vincent kombiniert im CD-200 ein Schubladen-Laufwerk mit der ausgereiften Lasereinheit Sanyo DA11 und einem von Philips gelieferten Servo-Board mit einem Burr Brown PCM1796. 

Der D/A- Wandler erreicht eine Auflösung von 24 Bit/192 kHz. Damit diese Komponenten ihr ganzes Potenzial bei möglichst wenig störenden Interferenzen entfalten können, vertraut Vincent auf einen Netztransformator mit unabhängigen Windungen für den Digital- und den Analog-Teil.

Wer den CD-200 lediglich als Laufwerk verwenden möchte, findet auf der Rückseite zwei S/PDIF-Ausgänge – einen koaxialen und einen optischen Toslink. Doch statt die Anzahl der zur Wiedergabe benötigten Geräte zu erhöhen, kann man sie mit dem CD-200 auch drastisch reduzieren. 

Wer zu der wachsenden Zahl von Kopfhörer-Liebhabern gehört, kann den kleinen Vincent auch als Verstärker mit integrierter Signal-Quelle verwenden. Mit einem satt laufenden Lautstärkeregler lässt sich der direkt darunter angebrachte 6,3-mm-Kopfhörerausgang regeln.

Vincent CD-200 - Innen

© Josef Bleier

Das Sanyo-Laufwerk DA11 nimmt fast den ganzen Platz im Ganzmetallgehäuse ein, was zur Hochkant-Anordnung der Hauptplatine mit den beiden 6N1-Röhren (links oben) führt.

Versuche mit Top-Over-Ears von Sennheiser und Beyerdynamic förderten erstaunliche Fähigkeiten zutage. Die Hörer klangen ausgesprochen dynamisch mit knackigen Impulsen und einem trockenen, tief reichenden Bass. Dazu kamen eine großzügige Räumlichkeit, neutrale, aber nicht nüchterne Stimmwiedergabe und seidig glänzende Obertöne. 

Diese ausgesprochen stimmige Klangcharakteristik blieb erhalten, als wir den Vincent CD-200 an einen Amp anschlossen und über Lautsprecher hörten. Die Wiedergabe besaß etwas, das sich am besten mit Magie beschreiben lässt. Trotz aller Vorzugsbehandlung für Kopfhörer ist der CD-200 weniger für jene gemacht, die nur mit dem Kopfhören, sondern ganz besonders für alle, die auf ihren Bauch vertrauen.

Fazit

Ob als Stand-Alone-Gerät für Besitzer hochwertiger hochohmiger Kopfhörer oder maßgeschneiderter Zuspieler für den Vincent SV-200 und andere Stereo-Verstärker: 

Der CD-200 hat etwas Magisches in seinem Klangbild. Hier zählen weniger lupenhafte Auflösung und Transparenz als vielmehr satte Klangfarben, Spielfluss und Emotionalität. Das bewährte Hybrid-Konzept von Vincent mit den beiden 6N1 in der Ausgangsstufe geht also auf.

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