CD-Player

Ayre CX-8 im Test

15.9.2022 von Lothar Brandt

Ein CD-Spieler. Nicht mehr und nicht weniger. Fast schon ein Anachronismus. Aber der Ayre CX-8 will beweisen, dass seine Geräte-Gattung noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Wir haben ihn getestet.

ca. 2:50 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Ayre CX-8 im Test
Ayre CX-8 im Test
© Ayre

Pro

  • ÅReiner CD-Spieler
  • puristisch auf exzellenten Klang ausgerichtet

Contra

  • Recht hoher Preis
  • Systemfernbedienung wirkt etwas billig

Fazit

AUDIO-Klang-Urteil: 140 Punkte; Preis/Leistung: Highendig überragend; "Highlight"

Recht hoher Preis, Systemfernbedienung wirkt etwas billigie war von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt – und wurde mit dem Bekenntnis „Ich kann halt lieben nur und sonst gar nichts“ zur Legende. Marlene Dietrich sang in dem Film „Der Blaue Engel“ das Lied von Friedrich Hollaender anno 1930 dermaßen erotischsüffisant, dass sie auf ewig als Verführungs-Künstlerin in die Filmgeschichte einging.

Ganz so knisterte es bei der Vorstellung des Ayre CX-8 zwar nicht, doch mit seinem unzweideutigen Bekenntnis „Ich kann halt CD nur und sonst gar nichts“ weckt das Testgerät in unseren abgeklärten Zeiten doch Neugier. Ob er mit seinen vermeintlich altmodischen Vorlieben die Sinne noch reizen kann? Kühlen Kopf bewahren. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich der in der Grundausstattung schon üppige 6180 Euro teure Schönling als gar nicht so eindeutig orientiert.

Denn für den Herbst/ Winter 2022 kündigt der im US-Staat Colorado ansässige Hersteller für den modular aufgebauten CX-8 optionale Zusatz-Einrichtungen an: für Streaming und die Nutzung des internen Wandlers auch via USB-Eingang, etwa für Musikserver oder Computer. Der Streamer (Roon Ready) wird die diversen Dienste einsetzen können und dafür die iOS- und Android-App mConnect Control nutzen.

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Noch ist das Zukunftsmusik. Das Testgerät kam als Vertreter der selten gewordenen Spezies „reiner CD-Spieler“ in die Redaktion, intern gerüstet mit einem bereits im Vorgänger CX-7 bewährten Laufwerk von Teac. Das allerdings malmt vernehmlich bei Ein- und Ausfahren seiner etwas wackeligen Plastik-Schublade. Da ist leicht genörgelt – aber die Zeiten, wo der Weltmarkt rasant und fast lautlos schnurrende Ausleser hergab, sind wohl vorbei.

Ayre entschied sich zudem für ein CD-Only-Laufwerk, weswegen die doch bei einigen Highendern beliebte Super Audio CD außen vorbleiben muss. Damit ist die Zielgruppe klar definiert: Besitzer von liebgewordenen CD-Sammlungen, die ihren Schätzen noch ein Mal etwas richtig Gutes tun wollen. Denen zeigt das kleine, aber gut lesbare Display sogar an, ob der Wandler eine „Pre Emphasis“ wieder egalisiert.

In der Frühzeit der CD masterten einige Firmen, zum Beispiel Denon, mit einer Anhebung der hohen Frequenzen (􀀀1 50 μs, 􀀀2 15 μS), um den Rauschabstand weiter zu verbessern. Ein entsprechendes binäres Flag im Disc-Subcode muss der Wandler erkennen und die Anhebung spiegelverkehrt rückgängig machen.

Es geht die Sage, dass einige neuere High- End-Player das nicht mehr tun – der ES- 9028Q2M von ESS Technology (im CX-7 war es noch ein Burr Brown) tut es und bekommt auch signalisiert, wenn eine Disc im „High-Definition“-Verfahren von Pacific Microsonics encodiert ist. Auf HDCD veröffentlichte beispielsweise Reference Recordings „Exactly Like This“ von Doug MacLeod.

Ayre CX-8 im Test - Anschlüsse
Die Rückseite offeriert links die digitalen Schnittstellen für die Streaming-Option, mit der Ende 2022 zu rechnen ist.
© Ayre

Hörtest: Ayre CX-8

Der Autor zählt zu jener von den Digital Natives mitleidig belächelten Gruppe, die ihre seit den frühen 1980ern gesammelten Compact Discs (neben der gleichzeitig gepflegten Vinyl-Sammlung) liebevoll bewahrt – und so konnte er gleich den 2015 rezensierten MacLeod (RR-135) einlegen. Das HDCD-Symbol leuchtete im Display auf, während der Autor leuchtende Augen bekam.

Die puristische, hochdynamische und von „Professor“ Keith Johnson firlefanzfrei produzierte Aufnahme klang exakt so, wie man das will: hochdynamisch, detailreich und räumlich präzise definiert. Die knorrige Stimme von Doug, die dezenten Beiträge seiner dreiköpfigen Begleitband – alles kam nuanciert und satt auf den Punkt.

Ayre und der Chefentwickler Ariel Brown legen ja alle Schaltungen vollsymmetrisch aus – und so konnte der XLR-Ausgang gegenüber seinem Cinch-Kollegen in der Abhör-Anlagen-Konfiguration noch etwas zulegen. Die 1993 gegründete Firma legt dem CX-8 zudem drei „Myrtle Wood Blocks“ bei. Das Unterstellen der eingeschnittenen, 4 x 2,4 x 1,4 cm messenden Holzblöcke schien tatsächlich hier und da einen Hauch mehr an Akkuratesse zu bringen.

Fazit: Ayre CX-8

Ein CD-Spieler. Und sonst gar nichts. Aber der Ayre CX-8 zählt zum Besten, was Sie einer liebgewordenen CD-Sammlung als Hardware zur Seite stellen können. Wer dazu highendig streamen will, hat Ende des Jahres sicher eine tolle Option. Ich als SACD-Fan habe die SACD-Fähigkeit vermisst, aber den Schmerz versüßte der offene, präzise, ehrliche Klang.

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