Testbericht

Vorstufe Vincent SA-31 MK

23.6.2009 von Redaktion connect und Bernhard Rietschel

Eine Vorstufe hat eigentlich einen undankbaren Job: Zwischen modernen Hochpegel-Quellen und Endstufen sind ihre Verstärkungsdienste eigentlich gar nicht nötig. Der universellen Kombinierbarkeit zuliebe muss sie die Eingangsspannung also einerseits verstärken, sie dann aber in aller Regel wieder unter den Ursprungswert herunterdämpfen.

ca. 1:10 Min
Testbericht
  1. Vorstufe Vincent SA-31 MK
  2. Datenblatt
image.jpg
© Archiv

Bei all dem elektrischen Hüh und Hott klanglich mehr zu nützen als zu schaden, ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die selbst sehr teuren Konstruktionen nicht immer gelingt. Vincent kontert diese Schwierigkeiten mit einer blitzsauber konzipierten Schaltung, die den eigentlichen Verstärkerjob russischen Röhren überantwortet: In der Eingangs- wie in der Ausgangspuffer-Stufe arbeiten je zwei Doppeltrioden 6_N_16 in besonders klirrarmer Differenz-Gegentaktanordnung. Die miniaturisierten, gerade mal Kugelschreiber-dicken Vakuumkolben gelten als sehr langlebig und sind, auch wegen ihrer in Relation zur Größe recht dicken Glaswand, zudem weitgehend unempfindlich gegen Mikrofonie-Einflüsse. Im Vincent arbeiten sie nicht auf sich allein gestellt, sondern mit Halbleiter-Unterstützung im Ausgang. So soll der SA-31 MK die hohe Linearität und das subjektiv angenehme Klirrverhalten seiner Röhren auch gegenüber etwas schwerer zu treibenden Endstufen und/oder langen Kabelstrecken durchsetzen.

Merklich eingebremst wurde der Elan der Vincent-Endstufe, wenn statt der teuren Referenz (Accuphase C-2810) die hauseigene SA-31_Mk die Rolle des Anstifters übernehmen musste. Die traumhaft kraftvollen, markig-konturierten Basswellen, zu denen die 331 fähig ist, schienen nun zu früh zu brechen und an Wucht und Volumen zu verlieren, was das Klangbild der Kombi etwas zu sehr ins Vordergründige rutschen ließ. Das ist kein ernsthaftes Problem, denn in der Preisklasse der Vincent vollbringt auch die Konkurrenz keine Wunder. Angesichts der enormen Qualitäten der Endstufe empfiehlt AUDIO jedoch, von vornherein eine bessere Vorstufe zu wählen - oder deren Funktion ganz einzusparen und stattdessen entweder einen passiven Schalter/Regler a la Creek OBH-22 oder gleich eine regelbare Quelle (T+A MusicPlayer, Linn Majik DS, Sonos ZP-90) direkt anzuschließen.

Vincent SA 31 MK

Vincent SA 31 MK
Hersteller Vincent
Preis 900.00 €
Wertung 90.0 Punkte
Testverfahren 1.0

Mehr lesen

Bestenliste

Top 10: Die besten Android-Smartphones 2020

Top 10 Smartphones - Bestenliste

Die besten Smartphones bis 300 Euro

Bestenliste

Top 10 - Die zehn besten Tablets im Test

Weiter zur Startseite  

Mehr zum Thema

Verstärker Vincent SV 232

Testbericht

Verstärker Vincent SV 232

Der Verstärker Vincent SV 232 (1200 Euro) bot ganz besondere Abenteuer, tiefste Bassabgründe, viel Donnerhall und weiteste Horizonte.

image.jpg

Testbericht

Vincent SV-236 MK

Wieviel Röhrenklang steckt in Hybridverstärkern wie der brandneuen Version des Vincent SV-236? Und vor allem: welche Art von Röhrenklang? HiFi-Fans…

image.jpg

Testbericht

Vincent SV-232

Temperamentvoll und fast universell einsetzbar

Vorverstärker Vincent SA T 8

Testbericht

Vorverstärker Vincent SA T 8

Typisch Röhre, hieß es bei der Vorstufe SA T 8 von Vincent, für 2400 Euro - nicht nur im Messlabor, sondern auch im Hörraum.

image.jpg

Testbericht

Vincent SV-129

Wenn ein Grundschüler einen Verstärker zeichnen sollte - er würde genauso aussehen wie der SV-129.