5G-Mittelklasse-Smartphones

Oneplus Nord N10 5G im Test

© Oneplus / Montage: connect

Oneplus ist eigentlich für Premium-Phones bekannt. Färbt die sonst herausragende Qualität der Topgeräte auch auf die Mittelklasse ab?

Pro

  • Hauptkamera mit sehr guter Fotoqualität
  • microSD oder zweite SIM-Karte
  • Nutzeroberfläche mit vielen nützlichen Features
  • Display mit 90 Hz
  • Akkulaufzeit von 12:48 Stunden
  • durchweg gute Empfangseigenschaften

Contra

  • Systemperformance liegt etwas hinter der Konkurrenz
  • Verarbeitung ausbaufähig
  • Lieferumfang ohne Schutzhülle oder Displayschutz
  • vergleichsweise breite Displayränder, gerade im unteren Bereich

Fazit

connect Test-Urteil: gut (398 von 500 Punkten)

Mit dem Nord N10 5G wagt sich Premiumhersteller Oneplus in ungeahnt günstige Regionen vor. Wo die Zugeständnisse gemacht wurden, merkt man gleich, sobald man das Phone in die Hand nimmt: Hier gibt‘s Kunststoff zwischen den Fingern und kein Glas wie beim Mi 10T Lite.

An sich kein Beinbruch, aber die Kunststoffrückseite des N10 5G gibt auf Druck ein wenig nach. Zudem knackt der Rahmen gelegentlich, als ob er nicht ganz fest wäre. Alles zusammen vermittelt er keinen hochwertigen Eindruck – das sind wir von Oneplus nicht gewohnt.

Topsoftware, mäßige Leistung

Auf der Front ist soweit alles stabil. Hier erblickt man wie bei den Kollegen ein LCD, das sich beim N10 5G über eine Diagonale von 6,5 Zoll erstreckt. Nicht mehr zeitgemäß ist der mit fünf Millimetern sehr breite untere Displayrand. Alle anderen Kandidaten schaffen das deutlich dezenter.

Wieder auf Höhe der Zeit ist die schnelle Bildwiederholrate von 90 Hz, die weicheres Scrolling ermöglicht und beim Surfen angenehm für die Augen ist. Im Inneren von Oneplus-Phones geht es normalerweise auch rasant zu, hier ist das etwas anders: Im N10 5G stecken anständige 6 GB RAM und der Mittelklasse-Chip Snapdragon 690. Dessen Leistung reicht bei den Benchmarks nicht ganz an die anderen Vergleichsteilnehmer heran.

Gerade bei grafikintensiven Anwendungen geht ihm etwas früher die Puste aus als dem Mi 10T Lite oder dem Oppo Reno4 Z. Bei der restlichen Ausstattung zeigt sich Oneplus wieder auf Augenhöhe mit dem Testumfeld und spendiert 105 GB freien Speicher, der sich noch erweitern lässt. Alternativ nutzt man zwei SIM-Karten.

© Screenshots / Montage: connect

(links) Der Lesemodus ist gerade bei Schummerlicht eine Wohltat für die Augen. (rechts) Oxygen OS erlaubt es, die Akzentfarben sowie die Icons der Nutzeroberfläche anzupassen.

Praktisch: Wie beim Mi 10T Lite kann man einen Stereospeaker zum Filmeschauen nutzen. Ein dicker Pluspunkt ist die Systemoberfläche von Oneplus namens Oxygen OS, die beim N10 5G auf Android 10 basiert. Sie hat ein schlichtes, unaufdringliches Design, das sich nach eigenen Vorstellungen anpassen lässt. So kann man die Akzentfarben wählen oder die Icon-Formen ändern. Obendrein ist Oxygen OS mit Features vollgepackt:

Es gibt zum Beispiel eine App-Sperre, einen verschlüsselten Bereich sowie einen Lesemodus. Und wer mal Abstand vom Phone braucht, aktiviert den Zenmodus, der das Gerät erst nach einer vorher definierten Zeit wieder freigibt. Die Messwerte aus dem Labor liegen, was Funkeigenschaften und Akustik anbelangt, im grünen Bereich. Mit 12:48 Stunden bietet das N10 5G zudem eine exzellente Laufzeit. Obendrein sorgt das 30-Watt- Netzteil für flottes Aufladen. Fazit: Insgesamt enttäuscht Oneplus in der Mittelklasse etwas, bezogen auf die Ergebnisse der anderen Hersteller.

Kamera: Starke Kontraste bei der Qualität

Oneplus gehört in puncto Kameraqualität zu den führenden Herstellern auf dem Markt. Hiervon profitiert auch das N10 5G, das mit einer Gesamtwertung von 45 Punkten im camera qb die zweithöchste Wertung im Vergleichstest einfährt. Der von Oneplus verbaute Weitwinkelsensor löst wie im Xiaomi Mi 10T Lite mit maximal 64 Megapixeln auf und knipst gerade in hellen Umgebungen warme Fotos mit sehr guter Bildqualität.

Trotz identischer Fotoauflösung von 16 Megapixeln schafft es Xiaomi jedoch, noch mehr Details aus den Bildern herauszuholen. Größere Unterschiede gibt es beim Nachtmodus, der beim N10 5G zu sehr viel schlechteren Resultaten führt als beim Mi 10T Lite. Insgesamt bekommt die Hauptkamera im camera qb 80 Punkte und liegt damit im Mittelfeld unseres Vergleichs.

© Screenshots / Montage: connect

Im Pro-Modus nimmt man viele Einstellungen händisch vor. Außerdem hat man Zugriff auf die volle Sensorauflösung und RAW-Aufnahmen.

Das gilt auch für die Qualität des verbauten Ultraweitwinkels (8 Megapixel), das im camera qb 47 Punkte erreicht. Trotz gleicher Auflösung wie bei Xiaomi mangelt es dem Bild des N10 stark an Schärfe und Details. Bei wenig Licht wird daraus sogar ein eher pastellartiger Look. Eine Makrooptik (2 Megapixel) komplettiert das Ausstattungspaket, die man sich mit Blick auf die Qualität auch hätte sparen können.

Die vierte Linse sammelt Daten für Fotofilter, von denen es in der Kamera-App eine Menge gibt. Ein Profimodus für RAW-Aufnahmen steht ebenfalls zur Verfügung sowie die Möglichkeit, 4K- oder Slow-Motion-Videos mit bis zu 240 fps aufzunehmen.

© WEKA Media Publishing GmbH

Testsiegel connect gut

Details: Oneplus Nord N10 5G

  • Ausdauer (max. 125 Punkte): 125 Punkte - überragend
  • Ausstattung (max. 190 Punkte): 137 Punkte - befriedigend
  • Handhabung (max. 60 Punkte): 38 Punkte - ausreichend
  • Messwerte (max. 125 Punkte): 98 Punkte - gut
  • connect-Gesamt-Urteil (max. 500 Punkte): 398 Punkte - gut

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