Mobilfunk-Netztest SBB Schweiz 2014

Herausforderungen

5.9.2014 von Bernd Theiss

ca. 2:10 Min
Vergleich
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  1. Handy-Empfang in Schweizer Zügen im Test
  2. Testverfahren
  3. Herausforderungen
  4. Fazit

Grenzwerte liegen niedriger

Eine Besonderheit in der Schweiz ist die sogenannte NIS-Verordnung zum Schutz der Bevölkerung vor nicht ionisierender Strahlung. Diese Verordnung schreibt für Mobilfunkstationen Strahlungsgrenzwerte vor, die deutlich unter denen liegen, die im übrigen Europa gelten. Ist man in dicht bevölkerten Städten unterwegs, spielt das kaum eine Rolle, denn dort stehen die Mobilfunkzellen eng beieinander, um viele Menschen zu versorgen. Da sind die Sendeleistungen gering, die Strahlungsbelastung  bleibt entsprechend klein.

Entlang der Bahnstrecken sind die Netzbetreiber aber bestrebt, die Zellen aus Kostengründen mit weitest möglichem Abstand aufzustellen. Hier bedeutet geringe Strahlung auch geringe Sendeleistung - folglich müssen in der Schweiz die Zellen näher zusammenstehen als zum Beispiel in der EU. Das erhöht die Kosten zur Versorgung der Bahnstrecken erheblich.

Berge und Tunnel sorgen für Probleme

Und es gibt noch zwei weitere Faktoren, die die Abdeckung der Bahnstrecken in der Schweiz erschweren. So bietet die bergige Landschaft dem Bahnfahrer einen tollen Ausblick. Auch Netzbetreiber freuen sich über so manche Erhebung, da sie von oben teils große Gebiete mit einer einzigen Mobilfunkstation bespielen können. Doch oft genug sorgen Berge für Funkschatten - wie das sichtbare Licht kann der Funk nicht um die Ecke strahlen. Diese Funkschatten müssen häufig durch zusätzliche Mobilfunkstationen ausgeleuchtet werden.

Bahnhof Schweiz
In der Schweiz gelten strengere Grenzwerte für Strahlung.
© SBB

Ebenfalls kritisch sind die durch die Berge bedingten Tunnel, in die die Mobilfunkstrahlung kaum eindringen kann. Für die Ausstattung mit Tunnelfunkanlagen haben sich die Netzbetreiber zu einem Konsortium mit Unterstützung der SBB zusammengeschlossen.

Auch in Österreich leiden die Mobilfunkprovider bei der Versorgung von Zügen der ÖBB und der Westbahn unter bergigem Terrain. Doch im Nachbarland hat man sich dazu entschlossen, auf metallbedampfte Scheiben zur Wärmeisolation der Waggons zu verzichten; stattdessen wird bei Hitze einfach die Klimaanlage voll aufgedreht. Die SBB geht den ökologisch - und auch was das Klima in den Zugabteilen betrifft - besseren Weg und setzt auf metallbedampfte Scheiben. Dafür nimmt sie in Kauf, dass Mobilfunksignale beim Eintritt in den Waggon im Schnitt um 30 dB gedämpft werden, was einer Reduktion um den Faktor 1000 entspricht.

Repeater und WLAN

Aus diesem Grund hat die SBB in den Waggons des Fernverkehrs Repeater eingebaut. Das sind Verstärker, die die draussen vorhandenen Mobilfunksignale der Stationen verstärkt an die Endgeräte im Inneren weitergeben, aber auch in umgekehrter Richtung arbeiten. Bemerkenswert: In Deutschland, wo im Schienenverkehr lange Genehmigungszeiten bestehen, sind in vielen Zügen nur veraltete GSM-Repeater eingebaut, während die SBB Modelle einsetzt, die bei LTE, UMTS und GSM ihre verbindende Wirkung entfalten. Doch das gilt nur im Fernverkehr, da im Nahverkehr die Kantone und der Bund den Betrieb verantworten, was die Finanzierung der teuren Mobilfunktechnik erschwert.

WLAN hingegen ist aktuell für die SBB nicht vorgesehen. Verständlicherweise, denn schließlich wird WLAN in Zügen auch über die Mobilfunknetze realisiert und nimmt den Mobilfunkkunden zumindest einen Teil ihrer bezahlten Bandbreite weg. Erwähnenswert: Auf 38 Bahnhöfen bietet die SBB eine Stunde kostenloses Internet über das dort vorhandene WLAN an. Man muss sich dafür lediglich einmal registrieren.

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