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Testbericht Apple iPad mini im Test

von
Apple iPad Mini
Labortest
71,6 %
Zuletzt aktualisiert: 24.04.2014
Apple iPad mini
Tablets
Pro
  • hochwertige Anmutung
  • flotte Performance
  • einfache Bedienung
  • sehr leicht
Contra
  • durchschnittliche Ausdauer
Fazit

Klasse Verarbeitung, superhandlich, fixer Prozessor, gutes Display und ein ausgereiftes Software-Paket sind die Stärken des iPad mini.

Das iPad mini überzeugt im Test mit erstklassiger Anfassqualität, flotter Performance, guten Messwerten und bewährtem iOS-Handling. Trotzdem müssen Google und Amazon Apples Mini-Tablet nicht fürchten.

Ein iPad im Kleinformat? Das war für Apple lange Zeit kein Thema. Vor allem Steve Jobs sah für 7-Zoll-Tablets keinerlei Bedarf: Sie seien zu groß, um mit Smartphones zu konkurrieren und zu klein, um es mit Tablets aufzunehmen. Bei allem Respekt – hier hat sich der Visionär geirrt: Das iPad mini verkauft sich laut ersten Meldungen wie geschnitten Brot. Marktkenner prophezeien sogar, dass Apples mini dem großen iPad in den Verkaufscharts bald hinter sich lassen wird. Aber ist das Kleine wirklich das bessere iPad?

Verarbeitung: Leichtgewicht im Edellook

Der große Vorteil des mini liegt schon mal im Wortsinn auf der Hand: Es ist leicht, flach und anders als ein großes iPad auch mit einer Hand längere Zeit problemlos zu halten. Kein Wunder, bringt es doch nur läppische 300 Gramm auf die Waage – das 9,7-Zoll-iPad der vierten Generation wiegt mehr als das Doppelte. Diesen Vorteil lernt man schnell schätzen.

Hinzu kommt die hochwertige und edle Anmutung des Metallgehäuses: Es ist aus einem Stück gefertigt, ein sogenanntes Unibody-Gehäuse. Kein Knarzen, kein Quietschen, keine beweglichen Teile – die Verarbeitung ist tadellos, die fein abgeschrägte Kante, die den Übergang zwischen Unibody und Bildschirm markiert, Präzisionsarbeit.

Kurzum: Haptik und Formfaktor des iPad mini sind Apple-like erstklassig, da kommt derzeit kein anderes Tablet heran – egal, ob Mini- oder Maxiformat.

Display: Intelligenter Touchscreen

Wobei der Rand um den Bildschirm vergleichsweise schmal ist: Hält man das mini im Hochformat, kommen Daumen und Handballen fast unweigerlich in Kontakt mit dem Touchscreen. Fehleingaben sind trotzdem die Ausnahme: Der Bildschirm erkennt zwar die seitliche Berührung, führt aber keinen Befehl aus, sodass man mit der anderen Hand wie gewohnt in Webseiten, Fotos oder Apps scrollen und zoomen kann.

Klarer Fall: Neben dem leichten Gewicht ist der intelligente Touchscreen der zweite herausragende Aspekt des neuen Apple-Tablets. Der Bildschirm des mini hat mit 7,9 Zoll eine etwas ungewöhnliche Größe und ist im Vergleich zu den Konkurrenten Google Nexus 7 und Amazon Kindle Fire HD, beide mit 7-Zoll-Display, eine Nummer größer.

Laut Apple bietet das iPad mini daher rund 35 Prozent mehr Fläche, und tatsächlich: Auf dem mini sehen Sie ganz klar mehr von einer Webseite als etwa auf dem Amazon Kindle Fire HD. Ein Retina-Display bietet das iPad mini allerdings nicht – seine Auflösung beträgt 1024 x 768 Pixel, genau wie beim iPad 2.

Das hat ganz pragmatische Gründe: Alle 260 000 speziell für iPads programmierten Apps laufen ohne Skalierung oder Nachbearbeitung auch auf dem mini. Fotos und Videos sehen auf dem Bildschirm super aus, die dargestellten Farben wirken sehr natürlich.

Das ist aber nur die halbe Wahrheit: Denn insbesondere bei Schriften macht sich die vergleichsweise niedrige Auflösung bemerkbar. Wer genau hinschaut, erkennt die Unschärfe. Das ist kein K.-o.-Kriterium, aber ein Kompromiss, den man eingehen muss.

Ausstattung: Leistungsstarker Kern

Das iPad mini ist mit dem mittlerweile etwas betagten Zweikernprozessor Apple A5 ausgestattet, der bereits beim iPad 2 zum Einsatz kam. Ein Problem ist das nicht, der Chipsatz ist sehr gut auf die restliche Hardware abgestimmt und läuft schön rund. Auch der Touchscreen reagiert zügig, Apps starten flott und Webseiten laden schnell.

Apple iPad Mini

Das iPad mini lässt sich mit einer Hand halten. Bei knapp 14 Zentimeter Breite sollte die Hand aber nicht zu klein sein.

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Alle Anwendungen und Spiele, die wir in unseren Testszenarien regelmäßig nutzen, sind auch auf dem iPad mini einwandfrei nutzbar. iOS macht den Unterschied Herzstück und Erfolgsgeheimnis des iPad mini ist neben dem handlichen Formfaktor das iOS-6-Betriebssystem, das Apples geschlossene Welt aus iTunes, App Store und iCloud zusammenführt und zusammenhält. Egal, ob Bücher, Apps, Musik oder Videos – alle Inhalte sind gut organisiert und leicht zugänglich. Das Angebot ist sehr üppig, hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Aber genau wie beim Kindle Fire HD von Amazon gilt auch beim iPad mini: Die Schotten nach außen sind dicht, Sie bewegen sich ausschließlich im Apple-Kosmos. Um mit selbigem Kontakt aufzunehmen, stehen je nach Modellvariante entweder nur WLAN oder WLAN und Mobilfunknetze zur Verfügung.

Der neue Datenturbo LTE mit theoretischen Downloadraten von bis zu 100 Mbit/s ist ebenfalls am Start, genau wie beim iPhone 5 allerdings nur im Netz der Deutschen Telekom und in Kombination mit einem entsprechenden Datentarif.

Wichtig zu wissen: Bei den iPad-mini-Modellen ohne Funkmodul fehlt auch der GPS-Empfänger. Die Standortbestimmung etwa für die Routenplanung erfolgt dann über eine entsprechende Internetabfrage per WLAN.

Labormessungen: Nicht überragend, aber gut

Schöne Farben, stabiler Blickwinkel, ordentliche Kontrastwerte: Der Bildschirm des iPad mini hinterlässt einen guten Eindruck. Die Displaymessungen im Labor zeigten, dass das iPad mini einen guten, aber keinen überragenden Screen hat. Auch Lesen im Freien ist im hellen Sonnenlicht ein Problem.

Der 4500 mAh große Akku kommt in unserem Messszenario aus Scrollen, Downloaden, Videos gucken und Websurfen auf circa fünf Stunden typischer Ausdauer. Das ist zwar kein Spitzenwert, geht aber in Ordnung.

Fazit: Im Vergleich etwas teuer

Mit dem iPad mini schließt Apple eine Lücke, die sich zwischen iPad und iPhone aufgetan hat. Dabei versprüht das mini ordentlich Esprit und könnte dem großen iPad tatsächlich den Rang ablaufen, denn trotz Schrumpfkur reicht der Bildschirm zum Surfen, Mailen, Lesen oder kurze Videos gucken völlig aus.

Wenn Sie also überlegen, ein Kleinformat-Tablet zu kaufen, ist das iPad mini eine Option: Klasse Verarbeitung, superhandlich, fixer Prozessor, gutes Display und ein ausgereiftes Software-Paket sind seine Stärken.

Doch Amazon und Google haben sich mit ihren 7-Zoll-Android-Tablets ähnlich gut aufgestellt und zudem einen vielleicht entscheidenden Vorteil: Sie sind mit Preisen zwischen 200 und 250 Euro deutlich günstiger als das iPad mini. Für billige Produkte war Apple bislang nicht bekannt – daran ändert sich auch mit dem iPad mini nichts.

Die Tabelle zeigt die offiziellen Apple-Preise fürs iPad mini:

Nur WLAN WLAN und 3G
16 GB 329 Euro 459 Euro
32 GB 429 Euro 559 Euro
64 GB 529 Euro 659 Euro
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Inhalt
  1. Apple iPad mini im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
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