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HTC Desire
Manchmal ist die Welt paradox: Auf der einen Seite wird der Internet-Gigant Google wegen seiner Datensammelwut misstrauisch beäugt bis offensiv bekämpft, auf der anderen Seite feiert das von Google initiierte Smartphone-Betriebssystem weltweit Erfolge.
Obwohl der Konzern über die jederzeit ortbaren Telefone und den für viele Funktionen nötigen Googlemail-Account tiefgreifende Einblicke in die Lebensgewohnheiten seiner Kundschaft bekommt.
Maßgeblich zum Siegeszug beigetragen hat der taiwanesische Hersteller HTC, der nicht nur für T-Mobile und Vodafone die ersten Android-Modelle überhaupt gebaut hat, sondern auch das erste von Google selbst vertriebene Handy – das Nexus One.
Das bessere Google Nexus One?
Das muss sich jetzt warm anziehen, denn mit dem Desire legten die Taiwanesen, die ihre Produkte seit geraumer Zeit auch unter eigener Flagge erfolgreich vermarkten, ein neues Android-Phone vor, das dem Nexus One auf den ersten Blick sehr ähnlich sieht. Aber eben nur auf den ersten Blick, denn beim genaueren Hinschauen zeigen sich deutliche Unterschiede – zum Vorteil des Desire.
Das riesige 3,7-Zoll-OLED-Display stellt Webseiten übersichtlich dar.
Beim obligatorischen Navigationskey geht das Desire neue Wege: Wie bei einer optischen Maus scannt eine zwischen den vier Tastern platzierte Kamera den darüberstreichenden Finger ab und führt den entsprechenden Befehl mit etwas Übung auch zielsicher aus.
Hochwertige Hardware
Die Anfassqualität der beiden Geräte liegt auf ähnlich hohem Niveau: Mit identischen Außen-maßen sowie einer hochwertigen Materialbeschaffenheit bringt das HTC Desire vier Grämmchen mehr auf die Waage, ist mit insgesamt 138 Gramm und einer Höhe von zwölf Millimetern schön griffig und verschwindet beinahe unbemerkt in der Hosen- oder Jackentasche.
Das stabile Gehäuse ist sauber verarbeitet, knarzt nicht und scheint resistent gegen den Zahn der Zeit. Wesensgleich sind auch die Bildschirme von Nexus One und Desire: So steckt in beiden die stromsparende Technik von organischen Leuchtdioden (OLED), die das Display mit sattem Kontrast und großem Farbraum ausleuchten.
Mit einer 3,7 Zoll großen Anzeige und 480 x 800 Pixeln Auflösung sind auch diese Bildschirmparameter identisch und im direkten Vergleich zur iPhone-Messlatte (3,5 Zoll, 320 x 480 Pixel) deutlich besser. In Kombination mit dem mit 1 Gigahertz flott taktenden Snapdragon-Prozessor von Qualcomm reagiert der berührungsempfindliche Desire-Screen sehr schnell und genau, weshalb sich die Touchsteuerung ohne störendes Ruckeln elegant und geschmeidig anfühlt.
Android mit HTC-Stempel
Dazu trägt natürlich auch das Android-Betriebssystem in seiner derzeit aktuellen Version 2.1 Eclair entscheidend bei. Das User-Interface ist selbst für Android-Neulinge intuitiv und schnell zu erfassen – nach kurzem Ausprobieren und einigen Aha-Effekten läuft’s bei den meisten wie am Schnürchen.
Mit hauseigenen Widgets bietet HTC bequemen Zugriff auf bestimmte Inhalte.
So zeigt etwa das Kalender-Widget anstehende Termine an, während Weltenbummler sicherlich die gleichzeitige Darstellung zweier Zeitzonen zu schätzen wissen. Auch für das entspannte Musikhören auf dem Nachhauseweg oder den schnellen Blick auf das private E-Mail-Postfach bietet die Sense-Oberfläche passende Widgets an.
Apropos E-Mail: Wer seine digitale Post nicht über die Google-Server laufen lassen möchte, kann auch seine IMAP- oder POP3-Konten etwa von GMX oder Web.de auf dem Desire verwalten oder aber mithilfe der mitgelieferten Sync-Software plus Datenkabel das Smartphone mit Outlook-Nachrichten und -Kontakten synchronisieren. Auch das Firmenpostfach lässt sich über die implementierte Exchange-Anbindung mobil betreiben.
Keine Apps ohne Google-Account
Allerdings geht die Googlemail-Abstinenz Hand in Hand mit dem Verzicht auf den Android Market: Um das Desire mit Zusatzanwendungen aus dem Softwareshop zu individualisieren, ist ein Google-Konto Pflicht – so ärgerlich das auch sein mag. Der App-Store trägt maßgeblich zum Flair von Android bei; das konsequent wachsende Angebot im Market mit zumeist kostenlosen oder günstigen Tools erleichtert immerhin die Entscheidung für ein zusätzliches Postfach beim großen Bruder Google.
Auf der Höhe der Zeit
Für moderne Web-2.0-User gehört die Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken mittlerweile zu einem festen Bestandteil der Freizeitgestaltung. HTC ist das nicht entgangen, und so bündelt der Hersteller mit der Applikation „FriendStream" Benutzerkonten von Facebook, Twitter und Flickr in einem gemeinsamen Kanal übersichtlich als Widget oder eigenständige Anwendung. Damit haben Social Networker die aktuellen Statusmeldungen ihrer Kontakte quasi als Livestream immer im Blick.
Auch in Sachen Hardware-Ausstattung gehen die Taiwanesen mit der Zeit und packen neben HSPA, WLAN und GPS-Empfänger auch Gravitations-, Helligkeits- und Näherungssensoren mit auf die Platine.
Die bequeme Anbindung an soziale Netzwerke erleichtert Web-2.0 Apologeten das Leben.
Auch die bei Android 2.1 von Haus aus vorgesehene Sprachsteuerung sucht man beim HTC Desire ohne Erfolg. Ein mit reichlich Profilen ausgestattetes Bluetooth-Modul und eine für ein Handy recht anständige 5-Megapixel-Kamera runden das Ausstattungspaket würdig ab.
Auf leisen Sohlen ist das HTC Desire durch unser Messlabor spaziert – will heißen: Spektakuläres gibt’s nicht zu vermelden. Der 1392 mAh große Akku zeigt sich mit etwas über vier Stunden Power im Nutzungsmix aus Surfen, Musikhören und Mailen recht schwach auf der Brust und verlangt bei intensiver Nutzung spätestens am Ende des Tages nach dem Stromnetz. Die Kurven der Akustikmessungen bescheinigen dem Smartphone einen angenehmen Klang in Sende- wie auch Empfangsrichtung; der Empfang ist ordentlich.
Der Konkurrenz ein Dorn im Auge
Insgesamt macht das HTC Desire seinem Namen alle Ehre – es weckt mit schicker Hülle und vielfältigen Talenten Begehrlichkeiten, die es in technischer Hinsicht nicht enttäuscht. Mit einem insgesamt sehr runden Auftritt im Redaktions- und Labortest steckt es nicht nur seinen nahen Verwandten Nexus One locker in die Tasche. Und Android an sich bereitet der Konkurrenz vermehrt Kopfzerbrechen: Es schwebt wie ein Damoklesschwert über dem revolutionären Bedienkonzept des iPhone, dessen angebissener Apfel zunehmend um seinen Kultstatus fürchten muss.
Der Dauertest läuft bereits
Wie sich das Desire nach längerem Gebrauch und mit dem Software-Update auf Android Froyo (2.2) macht, erfahren Sie im Dauertest des HTC Desire in der connect-Ausgabe 10/2010 (ab 3. September am Kiosk). Wir sind dafür auch noch auf der Suche nach Besitzern eines Desire, die uns von ihren Erfahrungen mit dem Smartphones im Dauertestforum berichten möchten.
Technische Daten und Testergebnisse
| AUSSTATTUNG | |
|---|---|
| SYSTEM | |
| Betriebssystem | Android |
| Prozessor/Taktfrequenz (MHz) | Qualcomm Snapdragon/1000 |
| interner Speicher (MB) | 512 |
| Steckplatz für Speicherkarte | MicroSD |
| Handy-/Qwert-Tastatur/Touchscreen | |
| Akku-Typ/wechselbar | Li-Ionen/ |
| SCHNITTSTELLEN | |
| USB/ | |
| -Host/-Client | |
| IrDA | |
| FUNKTECHNIK | |
| GSM 850/900/1800/1900 | |
| GPRS/EDGE/UMTS | |
| HSDPA/HSUPA | 7,2/ |
| WLAN/Standard | |
| Bluetooth | |
| ... Headset Profile/Handsfree Profile | |
| ... OBEX/SIM Access-Profile | |
| DISPLAY | |
| Typ | selbstl. OLED |
| Auflösung (Pixel) | 480 x 800 |
| Anzahl der Farben | 16700000 |
| Diagonale (Zoll) | 3,7 |
| HANDY | |
| Anrufliste/Anrufergruppen-Ruftöne | |
| Makeln/Rufnummernunterdrückung | |
| Situationsprofile: Anzahl/Flugmodus | 4-6/ |
| Freisprechen/Stummschalten | |
| PIM | |
| Kontaktverwaltung | |
| Anz. Telefonnr./E-Mail-/Adressen | 7/3/3 |
| Bild/Notizfeld/Geburtsdatum | |
| Terminverwaltung | |
| Tages-/Wochen-/Monatsansicht | |
| wöchentliche/jährliche Termine | |
| Notizen/... getippt/... freihand/... Outlook-Sync | |
| To-do-Liste/mit Fälligkeitsdatum | |
| Sync: Windows/Mac/SyncML | |
| OFFICE | |
| Word betrachten/bearbeiten | |
| Excel betrachten/bearbeiten | |
| PDF-Viewer/Taschenrechner/Voice-Memo | |
| MESSAGING | |
| E-Mail/POP3/IMAP | |
| Anhänge senden/empfangen | |
| SMS/MMS/Fax | |
| BROWSER | |
| Web/Frames/Java/Java-Scripting | |
| Home/Favoriten | |
| WAP | |
| MULTIMEDIA | |
| Audio-Format: MP3/WMA/M4A/AAC | |
| Videoplayer/Vollbild-Darstellung | |
| Video-Format: 3GP/MP4/WMV | |
| Kamera integriert/Auflösung (Megapixel) | |
| NAVIGATION | |
| GPS-Empfänger | |
| GRÖSSE UND GEWICHT | |
| Abmessungen (H x B x T in mm) | 119 x 60 x 12 |
| Gewicht (Gramm) | 138 |
| MESSWERTE | |
| Ausdauer D-Netz (Stunden) | 6:45 |
| Ausdauer E-Netz (Stunden) | 8:00 |
| Ausdauer UMTS (Stunden) | 3: |
| typ. Ausdauer (Stunden) | 4:08 |
| Standby-Zeit Tage (Tage) | 16 |
| normierter Strahlungsfaktor/SAR-Wert (-/W/kg) | -0,1/0,752 |
| TESTERGEBNISSE | |
| Ausdauer (max. 115) | (81) |
| Ausdauer Gespräch/Betrieb (80) | 54 |
| Ausdauer Standby (35) | 27 |
| Ausstattung (max. 175) | (132) |
| System (15) | 8 |
| Lieferumfang (10) | 7 |
| Display (30) | 25 |
| Connectivity (20) | 18 |
| Telefonfunktionen (15) | 10 |
| Messaging (15) | 13 |
| PIM (15) | 10 |
| Office (10) | 8 |
| Web-Browser (10) | 9 |
| Kamera (10) | 7 |
| Musik und Video (10) | 9 |
| Features (5) | 1 |
| Navigation (10) | 7 |
| Handhabung (max. 125) | (112) |
| Handlichkeit (30) | 26 |
| User Interface (70) | 64 |
| Verarbeitungsqualität (20) | 18 |
| Dokumentation/Support (5) | 4 |
| Messwerte (max. 85) | (63) |
| Sende- und Empfangsqualität GSM (33) | 22 |
| Sende- und Empfangsqualität UMTS (17) | 12 |
| Akustik-Messungen Senden (17,5) | 15 |
| Akustik-Messungen Empfangen (17,5) | 14 |
| CONNECT-Urteil max. 500 Punkte | gut (388) |
| getestet in Ausgabe: | 06/10 |
Der spektakuläre Bieterwettstreit um den Speicherspezialisten 3Par geht in die Endphase: Der weltgrößte Computerbauer Hewlett-Packard hob am Donnerstag sein Angebot auf insgesamt 2,4 Milliarden US-Dollar an und zog damit das 3Par-Management auf seine Seite. Dieses hatte bislang zum HP-Konkurrenten Dell gehalten, der 3Par ebenfalls schlucken will.
Google bekommt neue Konkurrenz bei seinem Straßenatlas Street View: Auch die Nokia-Tochter Navteq beginnt damit, Straßen abzufotografieren. Der Anbieter von Navigationssoftware habe bereits im Frühjahr einen ersten Wagen mit Kameras in den USA auf die Straße geschickt, sagte Navteq-Manager Frank Pauli am Donnerstag auf der IFA (bis 8. September) in Berlin.
Das 3D-Konstruktions und Animations-Programm Cinema 4D zählt zu den letzten Überlebenden einer stark geschrumpften Gattung: Mit Cinema 4D behauptet Maxon einen wesentlichen Marktanteil neben Marktführer Autodesk, der sich in den vergangenen Jahren unter anderem die Mitbewerber Alias und Softimage einverleibt hat.
Die dritte Dimension des Fernsehens ist auf der IFA allgegenwärtig. Spätestens seit dem Milliarden-Erfolg des Hollywood- Streifens "Avatar" ist die Branche der Unterhaltungselektronik sicher: 3D-Fernsehern für das eigene Zuhause werden die Verbraucher nicht widerstehen können. Doch den großen Elektronikherstellern steht noch viel Arbeit bevor, wenn die dritte Dimension wirklich das Fernsehen der Zukunft bestimmen soll.
Vodafone hat als erster Anbieter in Deutschland Tarife für den neuen Mobilfunkstandard LTE vorgestellt. Die Anschlüsse sollen in der einfachen Version mit Übertragungsraten von bis zu 7,2 Megabit je Sekunde über einen Surf-Stick 39,99 Euro monatlich kosten, teilte das Unternehmen am Donnerstag auf der IFA (bis 8. September) in Berlin mit.
TomTom lässt es auf der IFA krachen und bringt mit dem TomTom Via Live 120, 125 und Via 120 Traffic, Start XL, GO LIVE 1000 und 1005 gleich sechs neue Plug-and-play-Navis plus ein Update für die TomTom-iPhone-App.
Kurz nachdem der netzwerkwerkfähige Receiver UnityQuit und der Festplatten-Player Serve nun im Handel erhältlich wird mit dem Naim Audi NDX der neue Netzwerkspieler angekündigt.
Es ist eine Mischung aus Facebook und Twitter und dreht sich nur um Musik: Apple-Chef Steve Jobs hat das Online-Netzwerk Ping vorgestellt, mit dem der kalifornische Elektronikgigant vom Boom der "Social networks" profitieren möchte. Die Ankündigung von Ping stellte am Donnerstag in San Francisco sogar die Vorstellung der komplett überarbeiteten Wohnzimmer-Box Apple TV in den Schatten.
Navigons günstigstes Navi und Einsteigermodell heisst "20 Easy" gefolgt vom etwas besser ausgestatteten "20 Plus".
Der hardware- und Zubehör-Hersteller Sharkoon hat mit dem "Bandit ATX" einen neuen Midi-Tower vorgstellt. Zu seiner üppigen Ausstattund gehört unter anderem eine Festplatten-DockingStation.
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