Testbericht

Im Test: Subwofer B&W DB 1

In vielen Anlagen wird der Subwoofer nicht vermisst - und doch hilft er selbst Sets der Extraklasse. Einerseits bei Filmeffekten, andererseits, weil er die Raumakustik zu überlisten vermag. Mit dem DB 1 (4250 Euro) wagt B&W eine kleine Revolution und baut den ersten B&W-Subwoofer mit digitaler Weiche und PC-Steuerung der auch wenn nicht optimal aufgestellt, durch seine DSP-Entzerrung und Software-Einmessung Frequenzgangfehler glattbügeln kann.

  1. Im Test: Subwofer B&W DB 1
  2. Datenblatt
B&W DB 1

© MPS

B&W DB 1

Musik mit Nachbrenner

Wie gut kann sich ein Woofer wie der B&W DB1 bereits in ein Stereo-Setup einfügen?

B&W DB1

© MPS

Das mitgelieferte Mikrofon dockt per Blackbox am Laptop an, dieser steuert die Einmessproduzedur wie den Woofer.Der Sockel kann um 90 Grad gedreht werden, wenn die Chassis nicht zur Seite, sondern nach vorne und hinten zeigen sollen.

Die Anpassung an die als Satelliten fungierenden B&W 805 Diamond  (per Laptop vom Hörplatz aus) war völlig problemlos, doch der Sub hielt sich bei den ersten Takten von Strawinskys "Sacre du printemps" (Janssons, RCO Live) unauffällig zurück. Kein Woofer, der sich in den Vordergrund spielt, sondern einer, der sich musikalisch und ultrapräzise unterzuordnen weiß, und immer das Timing zu den Satelliten wahrt. So gut, dass die Hörer glaubten, keinen Sub spielen zu hören, sondern eine nach unten erweiterte Kompaktbox.

Erst, wenn man ihn während des Spielens deaktivierte, fiel die bassbetonte Struktur dieser wilden Musik ebenso in sich zusammen wie die tief gezogene, durch Infraschall erlebbare Räumlichkeit des Concertgebouw in Amsterdam. Doch der DB1 konnte auch zupacken: Bei Linkin Parks "Reanimated" hämmerte er eine Salve von ultrapräzisen Beats in den Hörraum, dass selbst der genaueste Sub im AUDIO-Hörraum, der Geithain Basis 14k, sich wirklich strecken musste und im Musikbetrieb nur dank seiner feinen Abstufung aller Töne knapp die Nase vorn hatte. Im Heimkinobetrieb enteilte der B&W bei "X-Men 3" mit seinen satten Infraschallwellen sogar ein ganzes Stück.

B&W DB1

© AUDIO

Das Menü für Voreinstellungen steuert Eingangslevel, Phase, Trennfrequenz und Filtersteilheit - für B&W-Boxen gibt es sogar voreingestellte Filter. LFE- und Stereo-Input lassen sich getrennt anpassen, eine LED signalisiert drohende Eingangs-Übersteuerung. Das grüne Feld zeigt die Live-Verbindung zwischen PC und DB1.

Ratgeber: DB1 per PC steuern

Der DB1 lässt sich komplett und konsequent per Laptop/PC steuern - über USB-Adapter, zusätzlich gibt es noch ein Messmikrofon. Die Installation und Verbindung funktionierte unter Windows (XP/Vista) reibungslos. Die Einmessung erfolgt durch kurze Signale, an acht verschiedenen Positionen wird via Knopfdruck gestartet jeweils der Frequenzgang erfasst.

B&W DB1

© AUDIO

So unauffällig zeigt der DB1 auf seiner Frontplatte die Betriebsart.

Die Software analysiert daraus den akustischen Fingerabdruck des Raumes und unterscheidet zwischen generellen und nur lokalen Schwankungen. Erstere werden konsequent, letztere nur maßvoll korrigiert, um eine Fehlregelung zu vermeiden, was selbst im TV-Testraum des Verlages wunderbar gelang.

Besonders überzeugend war das Ergebnis, wenn man sechs realistische, gute Hörplätze vermaß und zwei weitere, ungünstige in der Nähe von Seiten- und Hinterwand. Der PC steuert zudem alle Weichen-, Pegel- und Anpassungsfunktionen des Subs in Echtzeit, man kann den Klang also bequem vom Sofa aus anpassen. Zusätzliche Equalizer und Pegel lassen sich für fünf Presets speichern, etwa "Musik" und "Film".

Der Clou: Diese können später ohne PC angewählt oder über eine Steuerleitung (12V-Trigger) vom AV-Receiver oder der Heimkinosteuerung umgeschaltet werden. So lässt sich auch ein zweiter Stereo-Amp mit völlig anderer Grundeinstellung gleichzeitig am DB1 betreiben.

B&W DB1

© AUDIO

Subwoofer extrem tief mit wahlweise steiler oder sanfter Weiche. Bis 40 Hz hinab extrem sauber, darunter etwas steigender Klirr. Tiefgang-Sub (-6dB): 13 Hz Pegel: 110dB

Messlabor

Der DB1 überrascht mit hohem Pegel bei gleichzeitig unglaublichem Tiefgang. Der könnte auch für seine überragende Präzision verantwortlich zeichnen, denn eine extrem tiefe Abstimmung hilft bei geschlossenen Systemen, Gruppenlaufzeitfehler zu vermeiden. Diese werden auch minimiert, wenn man die sanftere 12dB-Weiche statt der steilen einstellt.

FAZIT

Der B&W DB 1 ist eine Sensation: geniale Bedienung, Flexibilität und musikalischer Klang waren noch in keinem Sub derart stimmig vereint.

B&W DB 1

HerstellerB&W
Preis4250.00 €
Wertung97.0 Punkte
Testverfahren1.0

Mehr lesen

Wer ist die Nummer eins? -

Mehr zum Thema

B&W DB 1
Testbericht

Der B&W DB 1 (4250 Euro) ist ein Subwoofer der Extraklasse: Die zwei gegenläufig montierten Treiber ohne Reflexöffnung tönen ultra-machtvoll,…
Teufel S 8000 SW THX Ultra 2
Testbericht

Die Berliner Heimkino-Spezialist Teufel ist einer der letzten Hersteller, die noch an der THX-Zertifizierung festhalten. So schmückt auch ihren neuen…
Canton SUB 850 R
Testbericht

Der Canton SUB 850 R ist ein großvolumiger Edelwoofer und klingt äußerst machtvoll, sauber und dynamisch. Ein idealer Bass-Begleiter für die neue…
KEF R-Serie
Lautsprecher

Was die britischen Lautsprecher-Cracks von KEF gerade frisch vom Stapel lassen, lässt aufhorchen: Für die neue R-Serie stand kein Geringerer als ihr…
JBL Studio 5
Lautsprecher

Studio 5 heißt die neue Boxen-Familie von JBL. Zum Team zählen die kompakte 530, die Standboxen 580 und 590, der Center Studio 520 C und der…
Alle Testberichte
Acer Switch Alpha 12
Detachable
75,4%
Das Acer Switch Alpha 12 ist das erste lüfterlose 2-in-1-Gerät mit Core-i-Prozessor. Im Test hinterlässt es einen…
Huawei P9 Plus
5,5-Zoll-Smartphone
88,0%
Huawei optimiert das P9 und heraus kommt ein echter Überflieger: Wir haben das Huawei P9 Plus getestet.
Samsung Galaxy A3 rosa
Testberichte
Alle Tests von Smartphones, Handys, Tablets, Navis, Notebooks und Ultrabooks, DECT-Telefonen und DSL-Routern in der Übersicht.