Testbericht

Lautsprecher Piega TC 30 X

Die Piega TC 30 X (7400 Euro das Paar) verführt mit edlem Aluminiumgehäuse und kultiviertem, natürlichem Klangcharakter.

  1. Lautsprecher Piega TC 30 X
  2. Datenblatt
Lautsprecher Piega TC 30 X

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Lautsprecher Piega TC 30 X
Lautsprecher Piega TC 30 X

© Julian Bauer

Der Magnet der Basstreiber ist fast so groß wie der Korbdurchmesser.

Ein Beispiel für eine optisch wie technisch höchst eigenständige Lösung im Bereich Punktstrahler kommt von der Schweizer Nobelmanufaktur Piega, deren TC 30 X sich sowohl in Sachen Antrieb als auch Geometrie erheblich von den beiden Wettbewerbern unterscheidet.

Der augenfälligste Unterschied ist die rechteckige, flache Form des Koax gänzlich ohne Trichter und hornartige Schallführungen. Davon profitiert insbesondere der mittig sitzende Hochtöner, der bei den trichterförmigen Koaxialsystemen anderer Hersteller stets eine mehr oder minder schallstörende Umgebung vorfindet.

Die vorteilhafte Geometrie verdankt die Piega der Verwendung zweier Bändchensysteme, deren unmittelbar signaldurchflossene Membranen von Natur aus flach sind, abgesehen von einer stabilisierenden Prägung. Das Zweiwegesystem bauen die Schweizer in Eigenregie und größtenteils in Handarbeit, es ist in seiner Art (Bändchen als Koax) weltweit einzigartig.

Lautsprecher Piega TC 30 X

© Julian Bauer

Der in Handarbeit hergestellte Koax verzichtet gänzlich auf Schallführungen.

Ein weiterer Vorteil der flachen Bauform ist die Tatsache, dass die Systeme nicht nur eine gemeinsame Achse teilen (eine gedachte, senkrechte Linie durch die Chassismitte), sondern auch in derselben Ebene liegen, sprich, sie haben immer den gleichen Abstand zum Ohr des Hörers.

Dadurch kommt die komplett aus hochstabilem und dickwandigem Aluminium gefertigte Box (28 Kilogramm pro Stück bei nur 19 Zentimeter Breite) mit vergleichsweise überschaubaren Frequenzweichen zurecht. Da kein räumlicher Versatz vorhanden ist, erübrigt sich eine wie auch immer geartete elektrische Anpassung.

Für den Bassbereich sind zwei konventionelle, 15 Zentimeter große Konustreiber von Scan-Speak zuständig, aus der edlen Revelator-Serie. Sie beatmen den Löwenanteil des Gehäuses sowie eine aus klanglichen Gründen dicht unterhalb des unteren Treibers angeordnete Reflexöffnung.

Lautsprecher Piega TC 30 X

© Julian Bauer

Die zweiteilige Weiche ist nah am Terminal montiert und belegt große Teile des Sockels.

Die herausragende Eigenschaft der Schweizerin war ihr faszinierend kultivierter Charakter. Egal, ob laut oder leise, ob in Bezug auf Mitten oder Höhen, der Drahtseilakt zwischen entspannter Unaufgeregtheit und wilder Attacke gelang ihr mit Abstand am besten. Anfänglich, kurz nach dem Einschalten, wirkte sie fast schon übertrieben sanft, tatsächlich aber offenbarte die Piega von allen die meisten Feinheiten in der räumlichen und dynamischen Darstellung.

Das von der KEF bereits vertraute Klavierbeispiel perlte glasklar und frei jeder Härte aus der Piega. Die deutlich günstigere KEF klang im Direktvergleich überpointiert. Die Tannoy gab sich ähnlich feinfühlig wie die Piega, blieb aber letztlich nicht gänzlich unverfärbt.

Lautsprecher Piega TC 30 X

© Julian Bauer

Ein Metallgitter mit sehr geringem Klangeinfluss schützt den sensiblen Koax. Die Box ist größtenteils aus Alu gefertigt.

Ihre Sternstunde hatte die TC 30 X in der Klassiksession. Der Schlusssatz aus Beethovens Fünfter wirkte bei ihr mit Abstand am natürlichsten. Trotz konzertnaher Pegel tönten die Streicher samtig-unaufgeregt, mit natürlichem Glanz.

Hinzu kam ein Eindruck räumlicher und dynamischer Korrektheit, dem speziell die Tannoy kaum folgen konnte. Dass die Piega bei Brutalo-Basspegeln etwas früher als die anderen aus dem Tritt kam, verzieh man ihr gern. In der Summe war sie eindeutig die Beste.

Stärken

+ Edler Bändchenkoax, wertige Verarbeitung komplett in Aluminium. Klingt herrlich frei und glockenrein sauber.

Schwächen

- Größenbedingt für extreme Pegel nur moderat geeignet.

Piega TC 30 X

HerstellerPiega
Preis7400.00 €
Wertung60.0 Punkte
Testverfahren1.0

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