Standboxen

Standbox Piega Ace 50 Wireless im Test

21.1.2022 von Lothar Brandt

Mit knapp 14 Zentimetern Breite auf über einen Meter Höhe traut man ihr satten Klang kaum zu. Doch die Piega Ace 50 Wireless klingt im Test alles andere als dürr.

ca. 3:25 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
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Die Piega Ace 50 fügen sich durch ihr schlankes Design optimal in den Wohnraum ein.
© Piega

Pro

  • schön schlanker Aktivlautsprecher
  • voluminöser, luftiger Klang
  • profunder Bass
  • variabel in der Aufstellung

Contra

  • man muss sich an Google Home und Google Cast gewöhnen

Fazit

Audio-Klangurteil: 91 Punkte, Preis-/Leistung: überragend

Noch vor wenigen Jahren kanzelten Highender oder jene, die sich dafür hielten, so schlanke Säulen wie die Piega Ace 50 Wireless als „Klangstifte“ ab. Eher magersüchtig im Klang, mit allenfalls dürrer Performance. Nun, die Zeit schritt fort und mit ihr der Standard der Lautsprechertechnik.

Vor allem aktive, geregelte Lautsprecher holen mittlerweile ausgewachsene, satte Sounds auch aus sehr schlanken Volumina.

Und wenn eine gestandene Highend-Manufaktur wie die schweizerische Firma Piega so eine Säule hochzieht, dann darf man sicher sein, dass auch die klangliche Ausrichtung hin zu Highend strebt.

Ace-30-Wireless_silver_productshot
Auch die kleine Schwester Ace 30 Wireless hat eine gute Klangqualität.
© Piega

Reiche Erfahrungen

Das bestätigten erste Höreindrücke, die der Autor am wunderschön gelegenen Firmensitz in Horgen am Zürichsee machen durfte. Dabei kam auch die kleine Schwester der Ace 50 Wireless, die Ace 30 Wireless zur Vorführung.

Entwickler Dominik Züger konnte ja schon reichlich Erfahrung mit der kabellosen Aktivtechnik samt Digitalen Signal Processing DSP in der teureren Premiumserie machen, die „Clevere Kleine“ Premium Wireless 301 bewies ihre Qualitäten eindrücklich im Test in AUDIO 5/19.

Wichtigster Unterschied: Statt des Piega-typischen magnetostatischen Bändchen-Hochtöners „Linear Drive Ribbon“ LDR 2642 oder LDR 3056 kommt im Ace-Hochton ein „Air Motion Transformer“ AMT-1 zum Einsatz.

Eine Membran mit mäanderförmig aufgedruckten Leiterbahnen sitzt ziehharmonikaförmig gefaltet in einem Magnetfeld. Liegt nun Signalspannung an, öffnen und schließen sich die Membranfalten in deren Takt und erzeugen so Töne.

Höheren Wirkungsgrad und leichtere Ansteuerbarkeit führen Fachleute für diese Art von Folientöner ins Feld. Mit AMTs konnte Piega gleichfalls schon viele Erfahrungen sammeln, entwickelte am AMT-1 auch mit.

Auch die neuen Ace haben übrigens ihre passiven „normalen“ Verwandten, die natürlich deutlich günstiger sind. So schlägt die Ace 50 mit 2200 Euro pro Paar zu Buche, die Ace 50 Wireless dagegen mit knapp 4000 Euro.

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Die Piega Ace 50 Wireless ist auch in einem eleganten Silberton erhältlich.
© Piega

Hohe Erwartungen

Kein Pappenstiel. Der Preis weckt natürlich hohe Erwartungen. Technisch steckt schon mal viel drin, unter anderem ein aufwendiges DSP, das auch die Frequenzen aufteilt. Auf drei Wegen, die laut Datenblatt vier zusammen 200 Watt starke Schaltverstärker an Bord beschicken.

Gleich vier 12-Zentimeter-Chassis zeichnen für den Tiefton verantwortlich, von denen zwei als passive, also nicht aktiv angesteuerte Membranen fungieren.

Um die Mitten kümmert sich ein gleichgroßer Konus. Die Polypropylen-Membranen aller fünf sind über Sicke und Zentrierung so aufgehängt, dass sie laut Piega sehr weit auslenken können, ohne zu komprimieren oder zu verzerren: „Maximum Displacement Suspension“ MDS nennen die Schweizer das.

Das geschlossene Gehäuse samt dem neuen Fuß, vom Schweizer Designer Stephan Hürlemann gezeichnet, zeigt sich in der von Piega gewohnten vorbildlichen Verarbeitung des Aluminium Stranggusses.

Die Chassis, der vorderseitige Funkempfänger wie auch das rückseitige Anschlussfeld sind pieksauber eingepasst. Normalerweise bleiben nur zwei Netzkabel als einzig sichtbare Verbindung zur analogen Welt, denn die Ace Wireless sind ja für die drahtlose digitale Ansteuerung per WLAN (Dualband 2,4 oder 5,8 Gigahertz) gedacht.

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Hier die Rückansicht der Rx-Box (Receiver).
© Piega

Die entsprechende Auflösung von bis zu 24 Bit Wortbreite und 192 kHz Abtastfrequenz genügt auf jeden Fall für alle gängigen Formate.

Wer will, kann die Aktivisten aber auch per Ethernet, koaxialem oder optischem Kabel digital anfahren, der koaxiale Eingang lässt sich sogar auf analog umschalten. Umschalten lässt sich auch die Ortsentzerrung von wandnah auf frei oder den Betrieb mit Subwoofer.

Vor die Aufstellung haben die Digitalgötter die Einrichtung gesetzt. Wenn der Kunde die immer mal wieder hochploppenden Fallstricke des digitalen Netzwerkens übersprungen und Google Home als Bedien-App kapiert hat, geht alles recht locker von der Hand.

Die Anleitung jedenfalls ist gut verständlich.

Musikalische Belohnungen

Die überschaubaren Mühen lohnt die Piega Ace 50 Wireless mit einer wunderbar entspannten und entspannenden Musikwiedergabe. Stimmen gleich welcher Lage erklingen betörend stimmig, die Abstimmung passt.

Von der Neutralität und transparenten Durchzeichnung profitieren Orchester- ebenso wie Pop-Kunstwerke. Die filigrane Detailarbeit kann begeistern, weil sie nie ins Aggressive wegdriftet.

Rocker kommen gleichfalls auf ihre Kosten, denn die satte Basswiedergabe geht einher mit knackig-präziser Kontrolle. Und eine kluge Limiter-Programmierung sorgt dafür, dass auch bei satten Pegeln der Genuss nicht in Reue umschlägt.

Mit ihrem beeindruckenden, charmesprühenden Auftritt kann die schlanke Schönheit Piega Ace 50 Wireless zur Begleiterin fürs highfidele Leben werden.

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Die Piega 50 Ace Wireless überzeugt auch in Schwarz.
© Piega

Steckbrief

  • Name: Piega Ace 50 wireless
  • Vertrieb: Piega Deutschland
  • Listenpreis: 4000 Euro / Paar
  • Garantiezeit: 5 Jahre LS, 3 Jahre Elektronik
  • Maße B x H x T: 14 x 105 x 16 cm
  • Gewicht: 16 kg
  • Farben: Alu/Silber, Weiß, Schwarz
  • Arbeitsprinzipien: Aktiv, Dreiwege geschlossen
  • Besonderheiten: Roon ready, HDMI-Eingang

Fazit

Ist sie erst einmal eingerichtet, bereitet die Piega Ace 50 Wireless richtig viel Freude. Sie sieht für meine Begriffe toll aus, ist variabel in der Aufstellung, macht ihren Job absolut betriebssicher und klingt vor allem so, wie sich das ein Highender wünscht. Schön transparent und offen, neutral und mit einem erstaunlich profunden Bass. Auch die kleine Schwester Ace 30 Wireless – tolle Surround-Option – klingt fein.

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