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Testbericht Motorola Razr i im Test

von
Motorola razr i
Labortest
83,4 %
Zuletzt aktualisiert: 19.04.2014
Motorola Razr i
Smartphones
Pro
  • robustes Gehäuse
  • schicke Anmutung
  • brillantes, farbstarkes Display
  • gute Performance
Contra
  • Akku ist fest verbaut
Fazit

Motorola Mobilfunk-Knowhow, die Software-Expertise von Google und der Chiperfahrung von Intel führen zu einer überzeugenden Vorstellung.

Schicke Schale, ­leistungsstarkes ­Innenleben und dazu clevere Software: So holt sich das Motorola Razr i einen der vorderen Plätze in der Bestenliste.

Das Motorola Razr i teilt sich Platz drei der Bestenliste mit dem iPhone 5 und dem Asus Padfone. Der wesentliche Grund für die hohe Platzierung: Motorola hat die Tugenden der Razr-Serie überzeugend mit den neuesten Techniktrends verbunden. So ist das Razr i eines der ersten Smartphones, das auf Intels brandneuen Atom-Prozessor für Smartphones setzt.

Verarbeitung: Metall, Gorilla-Glas und Kevlar

Dieses topaktuelle Innenleben verpackt Motorola in ein nur 8,3 mm dünnes Gehäuse, das durch seinen mit Torxschrauben fixierten Metallrahmen und die sportlich wirkende, durch Kevlarfasern verstärkte Rückseite Aufmerksamkeit auf sich zieht. So dünne und gleichzeitig stabile Gehäuse bekommen die Hersteller aber nur hin, indem sie auf einen wechselbaren Akku verzichten – hier schließt sich Motorola dem von Apple losgetretenen, durchaus fragwürdigen Markttrend an.

„Nichts als Bildschirm in Ihrer Hand“ lautete die Devise, die die Motorola-Designer für die neue Razr-Linie ausgegeben haben. Das ist ihnen weitgehend gelungen: Der 4,3-Zoll-Touchscreen reicht links und rechts sehr nah an den Gehäuserand heran. Hinter einer Schutzscheibe aus Gorilla-Glas zeigt der Screen 540 x 960 Pixel in kräftigen OLED-Farben an.

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Eine spezielle Nanobeschichtung des Glases weist erfolgreich Fingerabdrücke und Spritzwasser ab. Die im Labor ermittelte Displayhelligkeit von 222 cd/m2 ist jedoch ein allenfalls durchschnittlicher Wert.

Motorola Razr i, Intel Prozessor

Motorola Razr i

Recht flott: Als Antrieb dient ein 2 GHz schneller Intel-Atom-Prozessor mit Hyperthreding

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Ausstattung: Ordentliche Kamera 

Auf der Rückseite sitzt eine 8-Megapixel-Kamera mit LED-Blitz, die nach dem Direktaufruf vom Startbildschirm aus nicht nur in unter einer Sekunde startklar ist, sondern auf Wunsch auch bis zu zehn Bilder pro Sekunde schießt. Aus denen kann sich der Nutzer dann den am besten gelungenen Schnappschuss aussuchen.

Die Kamera bringt einen kontinuierlich arbeitenden Autofokus mit, per Fingertipp auf dem Display lässt sich bequem der gewünschte Bildausschnitt scharf stellen. Die im Gehäuserand etwas versenkte Auslösetaste ist gut gegen versehentliche Bedienung geschützt, verlangt im Gegenzug aber auch etwas Fingerspitzengefühl beim Knipsen.

Die Bildresultate können sich durchaus sehen lassen – auch wenn im Praxistest auffiel, dass die Kamera bei schwächerer Beleuchtung zu leicht verfälschten Farben neigt. Für Selbstporträts und Videotelefonate sitzt auf der Vorderseite eine Frontkamera, die aber nur mit VGA auflöst (0,3 Megapixel).

Anschlüsse: Alles Micro bei den Buchsen

Unter einer Kunststoffklappe auf der rechten Gehäuseseite finden sich Slots für die Micro-SIM und eine MicroSD-Speicherkarte, mit der sich die rund 5 GB interner Speicher erweitern lassen. Aufgeladen wird das Razr i über ein kompaktes Netzteil und eine Micro-USB-Buchse, das mitgelieferte Kabel lässt sich auch vom Netzteil abdocken und für den direkten Anschluss eines Rechners via USB-Verbindung nutzen.

Eine oben angebrachte 3,5-Millimeter-Headsetbuchse, eine Lautstärkewippe und eine Einschalttaste komplettieren die von außen zugänglichen Bedienelemente.

Prozessor: Satte Leistung mit Intel-Chip

Noch viel spannender als die Äußerlichkeiten ist aber das technische Innenleben: Der von Intel eigens für Smartphones entwickelte Atom Z2460 arbeitet zwar mit nur einem Prozessorkern, wird jedoch mit beeindruckenden 2 Gigahertz getaktet und liefert Rechenleistung satt.

So reagiert das Razr i ausgesprochen flüssig auf alle Bedienvorgänge, ermöglicht die bereits beschriebene Serienbildfunktion und schneidet bei den typischen Android- und Browser-Leistungstests überzeugend ab: Mit 4100 Punkten im Quadrant-Benchmark liegt der Einkern-Atom auf dem Niveau des immerhin von vier Prozessorkernen angetriebenen HTC One X. Allerdings geht es auch noch etwas schneller: Der Samsung-eigene Vierkern-Chip im Galaxy S3 erreicht ungefähr 5500 Punkte und der vor Kurzem neu vorgestellte Qualcomm-Chip Snapdragon S4 erzielt sogar 7700 Punkte.

Dass die von Motorola/Google gelieferte Android-Version 4.0.4 perfekt an den Intel Atom angepasst ist, beweist das Webtestprogramm Browsermark, das dem Razr i fantastische 138 000 Punkte attestiert. Zum Vergleich: Das Samsung Galaxy S3 kommt hier auf rund 134 000 Punkte. Für einen Prototypen mit Snapdragon S4 ermittelte connect nur 115 000 Punkte.

Software: Eingeschränkte App-Nutzung

So ist das Razr i mit seinem neuen Intel-Chip also keinesfalls untermotorisiert. Allerdings hat die neue Prozessorplattform auch Konsequenzen: Während die mitgelieferten Programme alle sauber auf den neuen Unterbau angepasst sind, muss für Apps von Drittanbietern eine Emulations-Umgebung dafür sorgen, dass die für ARM-Prozessoren ausgelegte Software auch auf der Intel-Atom-Hardware läuft.

Apps: Die besten Android-Navis im Test

Das funktioniert allerdings nicht immer; und so finden sich im Google Play Store manche Apps, die auf dem Razr i den Dienst verweigern. Allerdings unterstützen Motorola und Intel die Entwickler massiv dabei, ihre Apps auf die neue Plattform anzupassen. Für die „Top 500 Apps“ soll dies bereits abgeschlossen sein; unsere Stichproben liefen jedenfalls anstandslos. Vor allem bei grafikintensiven Spielen zeigt sich die noch nicht perfekte Anpassung durch Ruckler oder reduzierte Details, doch auch das soll sich bald ändern.

Bedienung: Gelungene Anpassungen

Gut gelungen ist Motorola schon jetzt die Anpassung des Ice-Cream-Sandwich-Standardsystems an das Razr i. Dem Hauptbildschirm kann der Nutzer nach Bedarf mehrere eigene Seiten hinzufügen und dort wichtige Apps und Widgets ablegen.

Die App „Guide Me“ liefert eine praktische Kurzbedienungsanleitung. Sehr clever ist auch das Hilfsprogramm „Smart Actions“, mit dem sich Vorgänge automatisieren lassen. So erinnert das Razr i auf Wunsch zum Beispiel abends daran, dass es mit dem Ladegerät verbunden werden möchte. Oder es schaltet während im Kalender eingetragener Meetings automatisch auf lautlos. Wobei der Nutzer abhängig von Uhrzeit, GPS-Position oder anderen Informationen auch eigene Regeln definieren kann.

Links die Schnelleinstellungen, rechts die Verwaltung der Startseiten.
Links die Schnelleinstellungen, rechts die Verwaltung der Startseiten. ©

Ein Upgrade auf Jelly Bean (Android 4.1) ist versprochen – und diesmal, so beteuert Motorola, soll dies auch schneller zur Verfügung stehen als bei den bisherigen Android-Smartphones des Herstellers.

Alle Standards vorhanden 

Bei der übrigen Hardware-Ausstattung lässt das Razr i nichts Wichtiges vermissen. Mit Beschleunigungsmesser, Kompass, Annäherungs-, Licht- und Temperaturerkennung ist die komplette heute übliche Sensorik an Bord.

Apps: Die besten Android-Spiele

Gefunkt wird per Quadband-GSM und 3G/HSPA (maximal 21/5,76 Mbit/s) sowie Bluetooth 2.1+EDR, WLAN 11a/b/g/n und/oder NFC. Eine mobile Hotspot-Funktion unterstützt das Gerät ebenso wie Navigation mit A-GPS-Unterstützung. Und auch Sprachbedienung wie eine sprachgesteuerte Google-Suche, Sprachbefehle oder die sprachgesteuerte Anwahl von Kontakten aus dem Telefonbuch ist dabei.

Messergebnisse: Gute Performance im Labor 

Alles also rundum gut abgestimmt. Seine hohe Platzierung in der Bestenliste hat das Razr i allerdings nicht zuletzt dem guten Abschneiden im verlagseigenen Messlabor zu verdanken.

Mit seinem 2000-mAh-Akku hält das Gerät über 13 Stunden Dauergespräch im GSM-Modus und immer noch knapp sechs Stunden im UMTS-Modus durch. Auch beim Dauersurfen bietet es eine typische Ausdauer von knapp sechs Stunden. Sprachverständlichkeit und Sende- und Empfangsqualität liegen auf hohem Niveau, wobei die Leistungen im GSM-Modus besser ausfallen als im UMTS-Betrieb.

Fazit: Gute Kombination

Als einer der Erfinder heutiger Mobilfunktechnik stand Motorola schon immer im Ruf, solche Disziplinen besonders gut zu beherrschen. Dies kombiniert mit der Software-Expertise von Google und der Chiperfahrung von Intel liefert eine überzeugende Vorstellung.

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Inhalt
  1. Motorola Razr i im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
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