Android-Sicherheit

Android: Das bringt Google Play Protect

Google Play Protect ist für die Sicherheit moderner Android-Geräte zuständig. Wir zeigen, was der Dienst leistet und wie Sie Google Play Protect bei Bedarf abschalten können.

© Screenshot / Tim Kaufmann

Google Play Protect: Virenscanner

Google Play Protect gehört zu den größten Android-Neuheiten der letzten Monate. Alle seine Funktionen sollen die Sicherheit von Android-Handys und -Tablets erhöhen. Und Sicherheit - das weiß jeder - ist gerade bei Android-Apps ein nicht ganz unproblematisches Thema. Google Play Protect steht auf Android-Geräten zur Verfügung, auf denen die Google Play Services ab Version 11 laufen. Eine Liste der kompatiblen Geräte hat Google veröffentlicht.

Virenscanner auf dem Gerät

Tatsächlich handelt es sich bei vielen Funktionen im Protect-Paket um alte Bekannte. Das gilt zum Beispiel für den Virenscanner, der direkt auf dem Handy läuft. Schon seit 2014 scannt er regelmäßig alle installierten Apps auf mögliche Bedrohungen. Andere Sicherheits-Software macht Google damit allerdings noch nicht überflüssig.

Das zeigt der aktuelle AV-Test für Android vom November 2017. Er bescheinigt Googles Virenscanner zwar eine sehr einfache Bedienung, doch die Schutzwirkung lässt zu wünschen übrig. So landet die Software im AV-Test nur auf dem elften Platz. Für Android-Nutzer, die sich um die Thematik von alleine nicht kümmern würden, ist der Play Protect Scanner trotzdem nützlich, denn er schützt besser als nichts.

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Google Play Protect: Mein Gerät finden

Virenscanner für den Google Play Store

Ebenfalls Teil von Google Play Protect ist der Virenschutz, der bereits im Google Play Store beginnt. So soll die Installation gefährlicher Apps auf Android-Smartphones und -Tablets unterbunden werden. Schon 2012 hat Google damit begonnen. Schlüpft eine App durch die Kontrolle und stellt sich erst später als schädlich heraus, dann entfernt Google sie zwar nicht von den betroffenen Smartphones. Seit Februar 2019 warnt Google Play Protect aber wenigstens, wenn Sie eine solche App öffnen.​

Orten, sperren und löschen aus der Ferne

Neben dem einfachen Sturz auf einen harten Untergrund ist der komplette Verlust das schlimmste, was einem Handy zustoßen kann. Kommt es dann doch dazu, hilft Google Play Protect, die schlimmsten Folgen abzuwenden: Sie können Ihr Handy via Internet orten, klingeln lassen, es sperren, eine Nachricht für den Finder hinterlassen und es bei Bedarf auch gänzlich zurücksetzen. Dann sind wenigstens Ihre auf dem Gerät gespeicherten Daten nicht länger in Gefahr.

Schon seit 2013 bietet Google diese Funktionen an, damals noch in der Web-Oberfläche des Google Play Stores. Mit Google Play Protect sind die „Gerät suchen“-Funktionen in Ihr Google Benutzerkonto umgezogen.

© Screenshot / Tim Kaufmann

Google Play Protect: Safe Browsing

Sicheres Surfen

Der vierte und letzte Bestandteil von Google Play Protect ist Google Safe Browsing. Dadurch erhalten Sie in Androids Standard-Browser Chrome eine auffällige Warnung, wenn Sie eine möglicherweise gefährliche Website besuchen, die Ihr Handy zum Beispiel mit Malware infizieren könnte. Safe Browsing gibt es schon seit rund 10 Jahren, seit 2015 auch in Android.

Steuerung in Android

In Android hat Google die Play Protect Funktionen in den Einstellungen unter „Sicherheit & Standort“ zusammengetragen. Anfänglich war die Funktion nicht automatisch aktiv. Erst seit dem Februar 2019 erledigt Google das automatisch. Am besten prüfen Sie auf Ihrem Handy, ob Sie sie noch einschalten müssen.​

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Google Play Protect deaktivieren

Google Play Protect abschalten

Wir erachten Google Play Protect als äußerst nützlich. Nur die App-Überprüfung auf dem Handy beziehungsweise Smartphone kann nerven. So hat sie zum Beispiel schon einmal die Bluetooth-Funktion der weit verbreiteten Moto-Handys lahmgelegt, weil ihr die zugehörige Bluetooth-App nicht vertrauenswürdig erschien.​ In Fällen wie diesen können Sie die App-Überprüfung bislang nur komplett ausschalten.

Das erledigen Sie unter „Einstellungen/Sicherheit & Standort/Google Play Protect/Gerät auf Sicherheitsbedrohungen überprüfen“. Vor allem wenn Sie Apps auch aus Quellen abseits des Google Play Stores installieren, sollten Sie auf diese Radikalkur aber möglichst verzichten beziehungsweise sie nur für kurze Zeit nutzen.

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